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Schloss Hinnenburg, Brakel
 

Die Hinnenburg, eine Höhenburg auf einem beherrschenden Bergsporn oberhalb der Stadt Brakel, wurde 1237 erstmals als Sitz der Ritter von Brakel erwähnt und ging später durch Erbfolge in das Eigentum der Asseburger bzw. ab 1793 der Bocholtz-Asseburger über. Die heutige Burganlage gliedert sich in die westliche Vorburg mit niedrigen Gebäuden und die nach Osten und Süden orientierte Hauptburg. Die Hauptburg entspricht im Wesentlichen einer um 1600 errichteten dreiflügeligen Renaissance-Anlage mit einer oktogonalen Schlosskapelle von 1658. In den Jahren 1736 bis 1746 wurde die Burg unter dem kurkölnischen Minister Werner von Asseburg teilweise barockisiert und der Südflügel weiter ausgebaut. Weitere Um- und Ausbauten erfolgten im 19. und 20. Jahrhundert.

Externe ID: T-P363N403-20080317-0003
Erfassungsdatum: 17.03.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1997: Schloss Hinnenburg

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Hinnenburg, Brakel (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Der Außenbereich der Burganlage ist über Wanderwege öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Oberwälder Land; auf einem Bergsporn nördlich von Brakel; ursprünglich etwa 15 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Die Höhenburg auf einem beherrschenden Bergsporn oberhalb der Stadt Brakel wurde 1237 erstmals als Sitz der Ritter von Brakel erwähnt und ging später durch Erbfolge in das Eigentum der Asseburger bzw.­ ab 1793 der Bocholtz-Asseburger über.

Gebäude und Ausstattung:
Die heutige Burganlage gliedert sich in die westliche Vorburg mit niedrigen Gebäuden und die nach Osten und Süden orientierte Hauptburg. Die Hauptburg entspricht im Wesentlichen einer um 1600 errichteten dreiflügeligen Renaissance-Anlage mit einer oktogonalen Schlosskapelle von 1658. In den Jahren 1736 bis 1746 wurde die Burg unter dem kurkölnischen Minister Werner von Asseburg teilweise barockisiert und der Südflügel weiter ausgebaut. Weitere Um- und Ausbauten im 19. und 20. Jahrhundert.

Art der Grünanlage:
Ehemaliger Barockgarten und Landschaftspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Haupt- und Prunkstück der Anlage war vor dem neu errichteten Südflügel ein fünfstufiger Terrassengarten nach italienischem Vorbild. Eine 1736 datierte ­Planung des Gartens auf dem stark abfallenden Gelände wird Franz Christoph Nagel zugeschrieben und stellte zusammen mit der Gartenanlage von Schloss Neuhaus die wohl aufwendigste barocke Gartengestaltung in Westfalen dar. Auf einem nach 1736 von Joseph Simon Sertürner gefertigten Gemälde wird die gesamte Anlage aus der Vogelschau dargestellt. Von Osten und Südwesten führten jeweils Alleen auf das Schloss zu. Die barocke Gartenanlage hatte in der dargestellten Form wohl nur einige Jahrzehnte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestand. Jedenfalls zeigen mehrere in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts entstandene Ansichten keinen eindeutig gestalteten Garten oder Park, sondern lediglich die Höhenburg inmitten einer natürlich und landschaftsnah dargestellten Kulisse. Ein vermutlich am Anfang des 19. Jahrhunderts gezeichneter ­Plan zeigt aber anstelle des Barockgartens eine landschaftliche Gestaltung, die durch zahlreiche Schlängelwege und mehrere erhaltene Gestaltungselemente des barocken Gartens, wie Wasserbassins und im Südwesten einem Schneckenberg als Aussichtshügel, charakterisiert wird. Der untere Abschnitt des Barockgartens war als Irrgarten mit einem weiteren System aus Schlängelwegen ausgestattet. Auffällig ist auch die mehrreihige (sieben- oder achtreihig) Allee an der Hauptzufahrt zur Burganlage von Osten. Wie lange diese Anlage als Landschaftspark gepflegt und genutzt wurde, ist bisher nicht bekannt.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die gartenkünstlerisch und kulturhistorisch sehr interessante Anlage ist heute überwiegend bewaldet und somit nur noch archäologisch nachweisbar. Im oberen freigehaltenen und als Weide genutzten Bereich sind die ehemaligen barocken Gartenterrassen als Geländestufen noch gut erkennbar. Eine im 19. Jahrhundert angelegt Zufahrt zur Vorburg tangiert die ehemalige Gartenanlage. Die einstmals mehrreihige Allee an der Hauptzufahrt von Osten ist noch in Resten vorhanden, verschwindet aber im dichten Unterholz.

Weitere Abbildungen: Westfalia Picta, Band V , Seite 183-197.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4221, Brakel. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Heimat- und Verkehrsverein Brakel (1984): Brakel in alten Ansichten. Zaltbommel/NL.
  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld.
  • Bußmann, Klaus (Hrsg.) (1973): Johann Conrad Schlaun 1695 - 1773. Schlaunstudie 1, Textteil, Münster.
  • Alber-Longère, Christine (1986): Hinnenburg in Brakel. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 57 - 59.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Wengerzink, Lothar (1992): Adelssitze im Kreis Höxter in lithografischen Ansichten des 19. Jahrhunderts. In: Jahrbuch Kreis Höxter 1992, Höxter, Seite 113 - 117.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Schopf, Regine von (1988): Barockgärten in Westfalen. Worms.
Externe ID: LWL-GUP00153
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • Archivauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1736
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033686


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1998: Schloss Hinnenburg
1997: Schlosskapelle Hinnenburg
2001: Schlosspark Hinnenburg
1896: Brakel
Schloss Hinnenburg
Schloss Hinnenburg
1736: Schlosspark Hinnenburg