Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Benutzername:  
Passwort:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Kurpark Bad Hermannsborn, Bad Driburg
 

Um 1860 begann in Bad Hermannsborn die Nutzung der Heilquellen mit Bade- und Trinkkuren. Weitaus bedeutender als im benachbarten Bad Driburg war zu dieser Zeit der Flaschenversand des Hermannsborner Mineralwassers. 1896 wird Hermannsborn zum Badekurort. Der Aufschwung und Ausbau des ländliche Brunnengutes begann erst 1924, als die BARMER-Ersatzkasse das Gelände erwarb, um dort für ihre Versicherten ein Kur- und Erholungsheim zu bauen. Noch im gleichen Jahr wurde die große Kuranlage von dem Architekten Julius Beckmann aus Barmen geplant und errichtet. Bis 1973 erfolgte der Vertrieb von Mineralwasser und Limonaden. Seitdem schütten die Quellen nur noch für den aktuellen Bade- und Trinkbedarf der Kurgäste.

Externe ID: T-P363N403-20080314-0007
Erfassungsdatum: 14.03.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



In Karte anzeigen

2008: Kuranlagen Bad Hermannsborn

Zugehöriges Objekt

Kurpark Bad Hermannsborn, Bad Driburg (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Bad Hermannsborn GmbH, Kurklinik, 33014 Bad Driburg; die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Naturpark Eggegebirge-Südl. Teutoburger Wald, am Ostrand des Eggegebirges im Tal des Emmerkebaches; die Kuranlage ist etwa 20 Hektar groß.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Um 1860 begann in Bad Hermannsborn die Nutzung der Heilquellen mit Bade- und Trinkkuren. Weitaus bedeutender als im benachbarten Bad Driburg war zu dieser Zeit der Flaschenversand des Hermannsborner Mineralwassers. 1896 wird Hermannsborn zum Badekurort.

Der Aufschwung und Ausbau des ländliche Brunnengutes begann erst 1924, als die BARMER-Ersatzkasse das Gelände erwarb, um dort für ihre Versicherten ein Kur- und Erholungsheim zu bauen. Noch im gleichen Jahr wurde die große Kuranlage von dem Architekten Julius Beckmann aus Barmen geplant und errichtet. Bis 1973 erfolgte der Vertrieb von Mineralwasser und Limonaden. Seitdem schütten die Quellen nur noch für den aktuellen Bade- und Trinkbedarf der Kurgäste.

Gebäude und Ausstattung:
An der Einfahrt zwei Torgebäude mit zum Park hin konvex gewölbten Anbauten, die beim Gang durch die Kolonnaden den Blick auf das gärtnerisch aufwendig gestaltete Gelände öffnen. Im östlichen Gebäudetrakt wurden der Brunnenausschank, eine Gaststätte und bis zum Bau eines größeren Badehauses auch die Badeanlagen untergebracht. Der Westtrakt nahm die Flaschenabfüllanlage und die technischen Einrichtungen für den Versand auf.

Als Abschluss der Anlage wurde 1925, nach nur einjähriger Bauzeit, oberhalb am Hang das große repräsentative Kurhaus mit den Gesellschaftsräumen und Gästezimmern eröffnet. Das zentrale Gebäude erinnert in seiner Erscheinung an barocke Schlossbauten. Mehrere in den letzten Jahrzehnten neu errichtete Erweiterungsbauten vervollständigen heute den Gebäudekomplex. Während die meisten Anbauten in ihrer Form und Materialauswahl mit dem historischen Kurhaus korrespondieren, entstand im Westen ein großer Flachdachzweckbau mit einer Schwimm- und Gymnastikhalle.

Dem modernen Gebäudekomplex sind ein großer Teich mit Steg und Fontäne und eine abstrakte Metallskulptur des Bad Driburger Bildhauers Franz-Josef Hartman, sie stellt symbolisch von unten nach oben betrachtet den Lebenskampf bis hin zur Läuterung dar, vorgelagert.

Art der Grünanlage:
Historischer Kurpark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Nach Plänen des Gartenarchitekten Richard Hartnauer aus Leverkusen entstand zwischen 1924 bis 25 der neobarocke Kurpark. Hauptgestaltungselemente sind die zentrale Auffahrt mit der Kastanienallee und das große Blumenrondell in der Mitte des Parks. Bei der Planung hat man das historische Kurhaus auffällig aus der Achse der Zufahrt gedreht. Erst vom zentralen Blumenrondell aus können die überraschten Besucher auf die Hauptfassade des Gebäudes blicken. Vor dem Kurhaus und entlang der repräsentativen Auffahrt erhalten die aufwendig gestalteten Zierbeete eine farbenprächtige Frühjahrs- und Sommerbepflanzung. Schon seit der Entstehungszeit werden die Zierpflanzen und Stauden in der eigenen Gärtnerei kultiviert.

Die westlichen und östlichen Bereiche des Kurparks sind landschaftlich gestaltet. Im Osten wird ein kleines Eichenwäldchen von einem Umgangsweg erschlossen. Die Unterbepflanzung des Wäldchens mit schattenverträglichen Rhododendron und Azaleen bietet zur Blütezeit ein farbenprächtiges Spektakel.

Reizvoll ist ein Spaziergang durch den großen Heidegarten am Silberberg. Im unteren Abschnitt macht die Anlage mit einigen Teichen, Wassertreppen und bunten Pflanzbeeten einen mehr lieblichen Eindruck. Der Aufgang zur kleinen Anhöhe führt dann durch eine wunderschöne Heidelandschaft, in der die oft bizarr wachsenden Koniferen durch ihre unterschiedliche Nadelfärbung auffallen. Von der Höhe mit dem Pavillon hat man einen fabelhaften Blick über die gesamte Anlage. Nach einem kurzen Weg gelangt man zum oberen Teich mit der Fontäne.

In den letzten Jahren ist der Kurpark hinter dem zentralen Gebäudekomplex um ein Waldgelände bis auf seine heutige Größe erweitert worden.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die gut gepflegte Anlage wird überwiegend von den Kurgästen genutzt.

Wuppertal (28. August 2006) Die Klinikgruppe Graf von Oeynhausen-Sierstorpff aus Bad Driburg übernimmt ab 1. September die Barmer Klinik Bad Hermannsborn Quelle.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4220, Bad Driburg (Driburg). Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • o.A. (1925): Das Bad Hermannsborn. Festschrift zur Einweihung am 22. Mai 1925. Barmen.
  • Grebe, Dieter (1999): Bad Hermannsborn. Detmold.
  • Kaspar, Fred (1993): Brunnenkur und Sommerlust - Gesundbrunnen und Kleinbäder in Westfalen. Bielefeld.
  • Wiemann, Heinz (1968): Der Kurpark in Bad Hermannsborn. In: Der Gemeindebote. Amtliches Verkündigungsblatt der Gemeinde Schlangen, Heft 29/1968, Schlangen, Seite 4 - 7.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 196 - 199.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
Externe ID: LWL-GUP00102
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Kurpark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Fotos
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1924
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033644


In Karte anzeigen

2008: Baumallee Park-Klinik Bad Hermannsborn
2008: Park-Klinik Bad Hermannsborn
2008: Kurpark, Park-Klinik Bad Hermannsborn
2008: Kurpark, Park-Klinik Bad Hermannsborn
1999: Kurpark Bad Hermannsborn
1896: Hermannsborn