Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Username:  
Password:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Kupferhammerpark, Bielefeld
 

Mit der 1772 erfolgten Errichtung des Wohnhauses der Familie Nottebohm-Möller (sog. Schieferhaus) auf dem Gelände des Kupferhammers in Bielefeld-Brackwede wurde auch ein geometrischer Garten angelegt, der  im 19. Jahrhundert erweitert und zu einem Landschaftsgarten umgestaltet wurde.

Externe ID: T-P363N403-20080314-0005
Erfassungsdatum: 14.03.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



In Karte anzeigen

2001: Kupferhammerpark

Zugehöriges Objekt

Kupferhammerpark (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Firma Möller KG, 33649 Bielefeld. Der Park liegt nicht öffentlich zugänglich auf dem Werksgelände

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Randlage des Ostmünsterlandes, südlich vor dem Kamm des Teutoburger Waldes in der Talniederung der Lutter; 2 km westlich des Ortszentrums von Brackwede; etwa 8 Hektar.


Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Die Geschichte des Parks ist eng verbunden mit der Geschichte der 1827 gegründeten Lederfabrik und 1862 gegründeten Maschinenfabrik K. + Th. von Möller, die bis heute im Familienbesitz an dieser Stelle bestehen.

Gebäude und Ausstattung:
Fabrikantenpark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Mit Errichtung des Wohnhauses der Familie Nottebohm-Möller (sog. Schieferhaus) auf dem Gelände des Kupferhammers 1772 entstand, wie auf einer Zeichnung von 1840 erkennbar ist, ein geometrischer Garten aus Beeten mit Laubengang vor dem Haus. Seit Ende des 18. Jahrhunderts begannen Abraham Nottebohm, sein Schwiegersohn Theodor Adolf von Möller und dessen Sohn F.W. von Möller, sandige Heidegrundstücke um den Kupferhammer herum zu meliorieren und aufzuforsten. F.W. von Möllers Söhne teilten die Leidenschaft des Vaters für den Garten und die Landschaft. Nachdem sie die Unternehmensleitung übernommen hatten, errichtete Theodor Adolf von Möller 1873 eine Villa im klassizistischen Stil östlich des Firmengeländes. 1883 errichtete Karl von Möller eine Villa im Stil des Historismus am südwestlichen Parkrand. Der Hamburger Gartenarchitekt Jürgens, der auch den Park am Gut Böckel in Rödinghausen sowie das Umfeld der Sparrenburg in Bielefeld plante, legte um die Jahrhundertwende einen neuen Park an, in dessen Rahmen auch der vorhandene Garten am Schieferhaus umgestaltet wurde. Es entstand ein Landschaftsgarten, den die Fabrikgebäude und ein großer Teich in zwei Hälften teilte. Ein Wegenetz mit zahlreichen Brücken über der Lutter erschloss den Park. Weite Rasenflächen, blühende Sträucher und ausgewählte Baumpflanzungen bestimmten das Bild. Zwei Pavillons, Badeteich und Tennisplatz ergänzten den Park. 1906 baute der Sohn Theodors, G. v. Möller, eine weitere Villa, das "Gelbe Haus".

Die Karte der Preußischen Neuaufnahme von 1895 zeigt den Park in seiner wahrscheinlich größten Ausdehnung.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Teile des Parks und einzelne der historischen Gebäude wurden für Erweiterungen der Produktionsanlagen beansprucht und überbaut.

Auch wenn das Wegenetz deutlich extensiviert wurde, Teile des Parks durch die natürliche Entwicklung waldartigen Charakter angenommen haben, ist die Grundstruktur und landschaftliche Ausrichtung des Parks auch heute noch gut zu erkennen. Seine besondere Bedeutung ergibt sich aus der räumlichen Nähe von Produktionsanlagen, sozial- und firmengeschichtlich wichtigen Gebäuden und dem zugeordneten Privatpark. Der Pflegezustand entspricht dem jeweiligen privaten Nutzungsgrad einzelner Teilbereiche. Der umzäumte Park grenzt an die Lutteraue an, ein ökologisch hochwertiges Gebiet, das teilweise durch Fußwege mit Grünverbindung zum ebenfalls angrenzenden Schulzentrum durchzogen ist.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1895): Blatt 4016, Gütersloh. Herausgegeben 1895, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Schöne, Anja / Renda, Gerhard / Cohnen, Robert (Hrsg.) (2000): Fabrikantenvillen und ihre Gärten. In: Querbeet durch historische Gärten in Ostwestfalen-Lippe, Schriften der Historischen Museen der Stadt Bielefeld, Band 16, Bielefeld.
Externe ID: LWL-GUP00097
Erfassungsdatum: 01.02.2001
Kategorie: Fabrikantenvillengarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1883
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033616


In Karte anzeigen

2001: Kupferhammerpark
2001: Kupferhammerpark
1895: Bielefeld