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Klosteranlage Brenkhausen, Höxter
 

Vermutlich durch Abt Hermann I. von Corvey um 1247 als Zisterzienserinnenkloster gegründet. 1601 nahmen Benediktinerinnen das Kloster in Besitz. Nach der Säkularisation 1803 ging das Kloster in das Eigentum des Landesherren Wilhelm-Friedrich von Nassau-Oranien über und wurde als Gutsbetrieb genutzt. Nach mehreren Besitzerwechseln wurden die inzwischen stark restaurierungsbedürftigen barocken Klosterbauten 1970 vom Land Nordrhein-Westfalen übernommen und 1994 an die koptisch-orthodoxe Kirche verkauft.

Externe ID: T-P363N403-20080314-0004
Erfassungsdatum: 14.03.2008
Kategorie: Religion
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2001: Kloster Brenkhausen

Zugehöriges Objekt

Klostergarten Brenkhausen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Kirche und gotischer Ostflügel: Katholische Kirchengemeinde St. Johann Baptist, Propsteistr. 3, 37671 Höxter-Brenkhausen; Barocke Klausurgebäude: Koptisch-orthodoxes Kloster der Jungfrau Maria und des Heiligen Mauritius, Propsteistr. 1a, 37671 Höxter-Brenkhausen; Freiflächen: Stadt Höxter; die Außenanlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland; nordwestlich von Höxter, in der Ortslage Brenkhausen; Größe etwa 3 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Vermutlich durch Abt Hermann I. von Corvey um 1247 als Zisterzienserinnenkloster gegründet. Im 16. Jahrhundert erfolgte die Auflösung des Zisterzienserinnenkloster. 1601 nahmen Benediktinerinnen das Kloster in Besitz. Nach der Säkularisation 1803 ging das Kloster in das Eigentum des Landesherrn Wilhelm-Friedrich von Nassau-Oranien über und wurde als Gutsbetrieb genutzt. Die Kirche wurde Pfarrkirche der katholischen Gemeinde. Nach mehreren Besitzerwechseln wurden die inzwischen stark restaurierungsbedürftigen barocken Klosterbauten 1970 vom Land Nordrhein-Westfalen übernommen und 1994 an die koptisch-orthodoxe Kirche verkauft.

Gebäude und Ausstattung:
Aus der Gründungszeit zur Mitte des 13. Jahrhunderts stammen der Ostflügel und die Kirche als dreischiffige Basilika mit geradem Chorabschluss. Im Dreißigjährigen Krieg wurden große Teile des Klosters zerstört. In der Folgezeit wurden die Wirtschaftsgebäude neu errichtet und die Klosterkirche barockisiert. Zwischen 1710 und 1746 hat man die drei barocken Flügel im Norden, Westen und Süden neu erbaut. Der Kirchturm im Nordwesten wurde erst 1872 von der Kirchengemeinde errichtet.

Art der Grünanlage:
Historische Klostergartenanlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Auf das ursprünglich fast vollständig von einer Mauer umgebene Klostergelände gelangte man über zwei Zufahrten im Norden und Süden. Die Hauptzufahrt mit dem Torhaus befand sich im Norden. Im nördlichen Bereich der Anlage stand das mit der Kirche durch die vierflügeligen Klausurgebäude quadratisch abgeschlossene Kloster. Mehrere Wirtschaftgebäude lagen dem westlichen Abteigebäude unmittelbar gegenüber. Nach Süden schlossen sich eine Getreidemühle, eine Brennerei und ein großer Schafstall an. Die restliche Fläche im Süden und damit fast die Hälfte der gesamten Klosteranlage, nahmen der Baumgarten im Südwesten und der Konventgarten im Südosten ein. Das gesamte Klosterareal wurde von Bachlauf der Schelpe durchquert. Dieser versorgte die Brennerei, die Getreidemühle und die außerhalb des Klostergeländes liegende Sägemühle mit Wasser. Den nördlichen Abschluss des kleineren Gartens am gotischen Ostflügel bildete ein Gartenhaus, das zur Zeit des Barocks vermutlich als Orangerie genutzt wurde. In diesem Bereich hat es vermutlich einen repräsentativ gestalteten Garten gegeben. Die anderen Bereiche wurden sonst wohl hauptsächlich als Obst- und Gemüsegärten genutzt. Durch die Aufhebung des Klosters im 19. Jahrhundert und der anschließenden Nutzung als Domäne ist die klösterliche Gestaltung der Gärten wahrscheinlich schnell verlorengegangen.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die Außenanlagen des Klosters werden heute durch weite Rasenflächen mit nur noch wenigen älteren und einzelnen neu angepflanzten Bäumen charakterisiert. Die Freifläche der Klosteranlage ist nach dem Abriss aller Wirtschaftsgebäude und der ehemaligen Orangerie im Verlauf des 20. Jahrhunderts wesentlich erweitert worden. Das Außengelände wird heute als öffentliche Grünanlage genutzt. Im Jahr 2001 wurde die Neugestaltung der Flächen vor der Kirche und dem gotischen Flügel geplant.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25.000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4122, Holzminden. Herausgegeben 1896, Berlin, Neuherausgegeben von der Bezirksregierung Köln, Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Deppe, Günter (1993): Kloster Brenkhausen. Neues Leben blüht aus den Ruinen. In: Die Warte, 77/1993, Paderborn, Seite 9 - 10.
  • Mette, Michael (1993): Studien zu barocken Klosteranlagen in Westfalen. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen, Band 25. Zugleich: Münster, Universität, Dissertation, 1988, Bonn, Seite 96 - 98.
  • Kreis Höxter, Kreis Paderborn, Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) / Brehm, Oliver (Gesamtred.) (2000): Brenkhausen. Stadt Höxter. In: Klosterführer für die Kreise Höxter und Paderborn. Informationen und Tipps zu den Klöstern der Klosterregion, Höxter, Seite 37 - 40.
Externe ID: LWL-GUP00089
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Klostergarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1247
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033602


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2001: Kloster Brenkhausen
2000: Kloster Brenkhausen
1896: Kloster Brenkhausen