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Gut Patthorst, Steinhagen
 

Patthorst war ursprünglich Jagdschloss der Grafen von Ravensberg. Das Herrenhaus wurde 1773, wohl unter Verwendung von Bauteilen einer mittelalterlichen Burganlage, errichtet. Patthorst wird heute von den Besitzern als forstwirtschaftlicher Betrieb und Pferdehof geführt.

Externe ID: T-P363N403-20080314-0001
Erfassungsdatum: 14.03.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Gut Patthorst

Zugehöriges Objekt

Gutspark Patthorst, Steinhagen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum; die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ostmünsterland, südlich des Kammes des Teutoburger Waldes, etwa 2,5 km­ westlich des Ortskerns Steinhagen. Größe: etwa 2 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Patthorst war ursprünglich Jagdschloss der Grafen von Ravensberg. 1463 erhielt Wilhelm von Closter die Anlage zum Lehen. Durch das Fehlen männlicher Erben gelangte Patthorst 1823 durch Heirat der Erbin mit Kurt-Christian Eberstein in den Besitz dieser Familie, später genannt von Eller-Eberstein.

Nach einem Lageplan von 1822 hatte Patthorst zu dieser Zeit den Charakter einer für die Region typischen Wasserburg mit Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden auf einer Gräfteninsel. Etwa Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Anlage durch räumliche Trennung vom Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden umgestaltet. Patthorst wird heute von der Familie Eller-Eberstein als forstwirtschaftlicher Betrieb und Pferdehof geführt.

Gebäude und Ausstattung:
Das Herrenhaus wurde 1773, wohl unter Verwendung von Bauteilen einer mittelalterlichen Burganlage, von den letzten Closters errichtet. Im frühen 18. Jahrhundert erfolgte ein Umbau in die jetzige Form, die 1850 durch einen Saalanbau ergänzt wurde.

Es handelt sich um ein spätbarockes Herrenhaus, etwa zu zwei Drittel von einem breiten Wassergraben umgeben. Das Gebäude ist 8-achsig und zeigt unter einem flach geneigten Krüppelwalmdach schon klassizistisch anmutende Fassadenelemente. Die Haupt-Fassade hat einen Mittelrisalist, der durch einen flachen Dreiecksgiebel überdeckt ist. Von der Hauptfassade führt eine Freitreppe zur Zufahrt und in den Park.

Etwa 200 m westlich des Herrenhauses liegt das Erbbegräbnis mit einem Mausoleum des Domkapitulars Carl Heinrich v. Closter (erbaut 1818) und Großkreuz des Freiherrn Ernst v. Eberstein, wohl Schöpfer der Parkanlage.

Art der Grünanlage:
Historischer Gutspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Um 1845 erfolgte die Verlegung der Wirtschaftsgebäude von der Gräfteninsel zu ihrem jetzigen Standort etwa 100 m­­ nordöstlich des Herrenhauses. Der gewonnene Raum auf der Gräfteninsel sowie der anschließende Gemüsegarten wurden unter Verfüllung der nordwestlichen Gräfte zur Anlage eines Landschaftsparks genutzt.

Unmittelbar vor dem Gebäude befand sich eine mit Rundbeeten gegliederte Auffahrtfläche, die nach Nordwesten in einen Landschaftsgarten mit Schlängelwegen, Springbrunnen und zahlreichen exotischen Gehölzen überging. Der Park endete im Norden an einem Bachlauf, im Westen schloss er das Erbbegräbnis ein.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Kleiner Landschaftspark nördlich des Hauses, ausschließlich private Nutzung.

Quellenangaben

  • Redlich, Jörg (1964): Schloss Patthorst. Bericht zum Bauaufmaß vom 01. März 1964. Einschl. Lageplan 1822, 1864 und 1964. o.O.
  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4320, Willebadessen. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Maoro, Ernst (1986): Gut Patthorst in Steinhagen. In: Burgen,Schlösser Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 223 - 225.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Bluhm-Weinhold, Annemarie (2000): Wohnen und Wirtschaften in der Idylle von Haus Patthorst. In: Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh, Gütersloh, Seite 72 - 75.
Externe ID: LWL-GUP00070
Erfassungsdatum: 01.05.1999
Kategorie: Gutspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1845
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033560


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2002: Gut Patthorst
1900: Gut Patthorst
1895: Gut Patthorst
1860: Gut Patthorst