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Burgkomplex Blomberg
 

Stadt und Burg Blomberg wurden vermutlich Mitte des 13. Jahrhunderts durch den Edelherren Bernhard III. zur Lippe nach dem typischen Grundrissmuster lippischer Gründungstädte mit einer Mittelstraße und zwei Seitenstraßen angelegt, die von einer Straße durchquert werden. Die günstige geografische Lage am Schnittpunkt von drei großen Handelsstraßen machte Blomberg vom 14. bis ins frühe 16. Jahrhundert zur bevorzugten Residenz der lippischen Edelherren. Das mächtige Niedere Tor am südlichen Zugang zur Kernstadt wurde Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet und ist das einzig erhaltene Stadttor in Lippe. Die Stadtbefestigung hat sich an der gesamten Westseite erhalten. Die Burg gelangte im 18. Jahrhundert an die Grafen zu Schaumburg-Lippe. Erst 1962 wurde die Anlage vom schaumburg-lippischen Fürstenhaus an die Stadt Blomberg verkauft. Anfang 1970 übernahm der Landesverband Lippe die Burg und eröffnete 1974 ein Hotel und Restaurant in der Anlage.

Externe ID: T-P363N403-20080313-0001
Erfassungsdatum: 13.03.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2000: Blomberg, Burggarten

Zugehöriges Objekt

Burggärten Blomberg (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Burgkomplex: Landesverband Lippe, Postfach 540, 32635 Lemgo; Burgpromenade: Stadt Blomberg, Rathaus, 32825 Blomberg; die Außenanlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Lippisches Bergland; in landschaftlich reizvoller Lage östlich der Blomberger Ebene auf einem nach drei Seiten abfallenden Bergsporn am westlichen Rand der Altstadt; Schlossgarten etwa 0,5 Hektar; Weinberg etwa ein Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Nach der Überlieferung war Blomberg schon zur Zeit Karl des Großen eine wichtige Landmarke. Stadt und Burg wurden vermutlich Mitte des 13. Jahrhunderts durch den Edelherren Bernhard III. zur Lippe nach dem typischen Grundrissmuster lippischer Gründungstädte mit einer Mittelstraße und zwei Seitenstraßen angelegt, die von einer Straße durchquert werden. Die günstige geografische Lage am Schnittpunkt von drei großen Handelsstraßen machte Blomberg vom 14. bis ins frühe 16. Jahrhundert zur bevorzugten Residenz der lippischen Edelherren. Das mächtige Niedere Tor am südlichen Zugang zur Kernstadt wurde Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet und ist das einzig erhaltene Stadttor in Lippe. Die Stadtbefestigung hat sich an der gesamten Westseite erhalten. Die Burg gelangte im 18. Jahrhundert an die Grafen zu Schaumburg-Lippe. Erst 1962 wurde die Anlage vom schaumburg-lippischen Fürstenhaus an die Stadt Blomberg verkauft. Anfang der siebziger Jahre übernahm der Landesverband Lippe die Burg und eröffnete 1974 ein Hotel und Restaurant in der Anlage.

Gebäude und Ausstattung:
Die Burg ist eine dreiflügelige Anlage, die sich an die westliche Stadtbefestigung anlehnt und einen Binnenhof mit überdachtem Brunnen dicht umschließt. Die zweigeschossigen Gebäude haben teilweise Fachwerk-Obergeschosse. Ältester Bau ist der massive Südflügel, ehemals Palas mit großem Saal im Obergeschoss, aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Der Ost- und Nordflügel entstanden von 1560 bis 1569 und sind mit ornamentalem Schnitzwerk und für die Weserrenaissance typischen Fächerrosetten verziert. Der Nordwestflügel, ehemals Marstall stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts und das Brunnenhäuschen im Hof vom 1912. Am nördlichen Zugang zur Burg steht das 1572 errichtete ehemalige Pfortenhaus der Burg. Das später als Amtshaus genutzte Gebäude ist mit Fächerrosetten der Weserrenaissance verziert.

Art der Grünanlage:
Historische Gärten und Kulturlandschaftselemente.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die Burg nimmt in Blomberg die vorderste und höchste Stelle des Bergplateaus ein. An der West- und Südseite boten die Steilhänge, die etwa 50 m hoch über das Tal des Diestelbaches ansteigen, hervorragenden Schutz. Vor die nur relativ flach zur Stadt hin abfallenden Ostseite wurde eine Befestigung mit Wall und Graben angelegt. Auf dieser Fläche hat man vermutlich schon im späten 19. Jahrhundert den Burggarten angelegt. Er ist im Zusammenhang mit dem Ausbau der Burganlage zu einem Hotel- und Restaurantbetrieb in den 1970er Jahren neu gestaltet worden. Die von Mauern umgrenzten Freiflächen im Süden und Norden des Amtshauses waren traditionell der gärtnerischen Nutzung vorbehalten. Der südliche Garten wurde durch eine Terrasse gegliedert. Bis ins 19. Jahrhundert hinein erstreckten sich außerhalb der Stadtbefestigung entlang der gesamten Westseite verschiedene gärtnerische Anlagen. Vom Niederen Tor bis zur Weinpforte am nördlichen Burgzugang war der Weinberg und weiter nach Norden schloss sich der "Große Baumhof" an. Von der Mühle und dem Gut am Fuße des Berges führten Diagonalwege entlang des steilen Hanges zum Niederen Tor als südlichen Stadteingang oder zur Kuhpforte und zur Weinpforte mit einem vorgelagerten Rondell als Eingang zur Burg. Zwischen Mühle und Weinberg hatte man zudem einen kleinen Baumgarten angelegt. Nachdem der Weinberg im Verlauf des 19. Jahrhunderts nicht mehr bewirtschaftet wurde, hat man ihn aufgelassen und die Wege als Promenade mit Sitzplätzen und Aussichtspunkten ausgebaut.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der Burggarten ist heute eine moderne Grünanlage mit einem Umgangsweg, großzügigen Rasenflächen und verschiedenen Laub- und Nadelgehölzen am Randbereich. Der südliche Gartenbereich am Amtshaus wird mit der noch vorhandenen Terrasse als malerischer Privatgarten genutzt und fällt durch seine vielfältige Staudenbepflanzung auf. Der Gartenbereich nördlich vom Amtshaus ist eine von Mauern umgrenzte moderne Grünanlage, die ihren baulichen Bezugspunkt durch einen Halbschalenturm der ehemaligen Stadtbefestigung erhält. Der aufgelassene Weinberg und die beiden Baumgärten am westlichen Burghang sind im Laufe der Jahrzehnte verbuscht und in weiten Bereichen verwildert. Auf dem ursprünglich größtenteils offenen Hanggelände haben sich aber noch eine stattliche Anzahl von alten "geschneitelten Kopfbäumen" erhalten, die entlang des Weges vom Gut zur Burg und am Hang ein beachtens- und erhaltenswertes historisches Kulturlandschaftselement sind.

Weitere Abbildungen:
Westfalia Picta , Band 10, Seite 126 - 135

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4020, Willebadessen. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Schmitt, Michael / Schuchert, Patrick (2007): Lippe. In: Westfalia Picta, Band 10, Münster.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Meier, Burkhard / Hesterbrink, Bernhard (1998): Lippische Residenzen. Schlösser und Burgen zwischen Teutoburger Wald und Weser. Lippischer Heimatbund (Hrsg.), Detmold, Seite 59 - 65.
  • Maoro, Ernst (1986): Burg Blomberg in Blomberg. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 42 - 44.
  • Dehio, Georg (1969): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Teil Westfalen. Darmstadt, Neuaufl., Seite 57 - 59.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.2: Kreis Lippe. Zugleich CD-ROM, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00010
Erfassungsdatum: 18.11.1999
Kategorie: Burggarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Archivauswertung
Touristische Bedeutung: hoch - ist einen Umweg wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1880 - 1890
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033476


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2000: Schlossberg Blomberg
1967: Burggärten Blomberg
1896: Schloss Blomberg
Burggärten Blomberg