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Schlossanlage Alverdissen, Barntrup
 

Der Ort Alverdissen wurde zwischen 1290 und 1350 nach dem lippischen Dreistraßenschema durch den Grafen von Sternberg angelegt. Als Herrensitz der Grafschaft Sternberg wird eine Burg in Alverdissen erstmals 1396 urkundlich erwähnt. Im 17. Jahrhundert übernahm Graf Philipp zur Lippe, der spätere Graf zu Schaumburg-Lippe, das Besitztum. 1812 erwarb Fürstin Pauline zu Lippe das Schloss. Von 1879 bis 1969 war das Schloss Sitz des Amtsgerichtes. Nach umfassenden Modernisierungen von 1977 bis 1979 wird das Schloss als Nebenstelle des Staatsarchivs Detmold genutzt.

Externe ID: T-P363N403-20080306-0003
Erfassungsdatum: 06.03.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2001: Schloss Alverdissen

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Alverdissen, Barntrup (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Land Nordrhein-Westfalen, Staatsarchiv Detmold, Willi-Hofmann-Str. 2, 32756 Detmold; die Außenanlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Lipper Bergland; im Talraum der Exter am Rande des Dorfkerns; Größe etwa 1,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Der Ort Alverdissen wurde zwischen 1290 und 1350 nach dem lippischen Dreistraßenschema durch den Grafen von Sternberg angelegt. Als Herrensitz der Grafschaft Sternberg wird eine Burg in Alverdissen erstmals 1396 urkundlich erwähnt. Nach dem Aussterben der Grafen von Sternberg gelangte Alverdissen an die Edelherren zur Lippe. Im 17. Jahrhundert übernahm Graf Philipp zur Lippe, der spätere Graf zu Schaumburg-Lippe, das Besitztum. Noch als Kind legte sein Sohn Friedrich Christian 1662 den Grundstein für das Schloss. Sein Bruder Philipp Ernst I. begründete die in Alverdissen residierende Nebenlinie des Hauses Lippe. 1812 erwarb Fürstin Pauline zu Lippe das Schloss und bestimmte es als Sitz des Amtes Sternberg. Von 1879 bis 1969 war das Schloss Sitz des Amtsgerichtes. Nach umfassenden Modernisierungen von 1977 bis 1979 wird das Schloss als Nebenstelle des Staatsarchivs Detmold genutzt.

Gebäude und Ausstattung:
Nach der Zerstörung eines Vorgängerbaus, von dem die Kellergewölbe und die Grundmauern erhalten blieben, wurde das Schloss östlich des Dorfkerns in den Jahren 1662 bis 1663 als dreigeschossiger Barockbau mit Krüppelwalmdach und vorgezogenem Treppenturm mit geschweiftem Dach errichtet. Das Gebäude ist im 19. und 20. Jahrhundert mehrfach umgestaltet worden und zeigt sich heute als schlichter zweigeschossiger Rechteckbau mit Satteldach. Die ehemaligen Wohnund Wirtschaftsgebäude der Schlossanlage sind abgerissen.

Art der Grünanlage:
Historische Gartenanlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Vermutlich wurde in Alverdissen zur Erbauungszeit des Gebäudes im 17. Jahrhundert auch ein Garten angelegt. Ob es sich um einen aufwendig gestalteten Ziergarten oder nur um einen Nutzgarten handelte, kann bisher nicht eindeutig beantwortet werden. Ein 1626 gestochener und von der "Fruchtbringenden Gesellschaft" in Köthen herausgegebener Kupferstich zeigt als Emblemata der lippischen Landesherren eine Alverdissen zugeschriebene Ansicht mit einem regelmäßigen Renaissancegarten, der von hohen Laubengängen umgeben war. Da die Bauzeit des Schlosses und die Entstehung des Blattes aber um fast 40 Jahre auseinanderliegen, handelt es sich vermutlich nur um einen Idealentwurf. Sicher ist aber, das Graf Philipp-Ernst II. zu Lippe-Alverdissen Mitte des 18. Jahrhunderts das Schloss als ländliche Repräsentationsanlage nutzte. Der Graf war Kommandeur der fürstbischöflichen Militäreinheiten in Münster und sicherte seine Macht in Alverdissen und der Umgebung durch Amtmänner und mehrere Soldaten. Für diese Zeit ist ein Gärtner mit Hilfskräften zur Pflege der Gartenanlagen belegt, so dass eine aufwendige Gestaltung der gärtnerischen Anlagen zu vermuten ist. Zwei während der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandene Planzeichnungen vom Schloss und vom Dorf Alverdissen zeigen schließlich die Fläche des Schlossgartens im Osten und Norden der Anlage. Der Schlossgarten nahm gut 2/3 der Gesamtfläche ein. Der gesamte südwestliche Bereich war der Schlosshof mit mehreren Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und einem auf der Höhe des Schlosses nach Nordwesten versetzten großen Stallgebäude.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die Schlossanlage wird im Süden und Westen von einer Bruchsteinmauer begrenzt. Auf dem ehemaligen Schlosshof, der inzwischen in eine pflegeleichte Grünanlage umgestaltet wurde, findet sich ein bemerkenswerter Altbaumbestand hauptsächlich aus dem 19. Jahrhundert. Der Bereich des ehemaligen Schlossgartens liegt deutlich tiefer als der Hof mit dem Schloss und wird nach Osten und Norden durch den Lauf der Exter begrenzt. Auf der Fläche hat man in den letzten Jahren eine Streuobstwiese angelegt.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1910): Blatt 3920, Extertal (Bösingfeld). Herausgegeben 1910, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.2: Kreis Lippe. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Maoro, Ernst (1986): Schloss Alverdissen in Barntrup. Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 19 - 21.
  • Low-von Schopf, Regine (2000): Renaissance- und Barockgärten in Ostwestfalen-Lippe. In: Querbeet durch historische Gärten in Ostwestfalen-Lippe, Schriften der Historischen Museen der Stadt Bielefeld, Anja Schöne (Hrsg.), Band 16, Bielefeld.
  • Meier, Burkhard / Hesterbrink, Bernhard (1998): Lippische Residenzen. Schlösser und Burgen zwischen Teutoburger Wald und Weser. Lippischer Heimatbund (Hrsg.), Detmold, Seite 73 - 79.
Externe ID: LWL-GUP00145
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1662 - 1700
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033420


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2001: Schlosspark Alverdissen
1910: Barntrup