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Schloss Reelkirchen, Blomberg
 

1523 übernahm Hermann von Mengersen das Dorf Reelkirchen und einen Meierhof als Lehen des Bischofs von Paderborn. 1566 wurde ein Wohnhaus auf der Insel gebaut. Das heutige Herrenhaus stammt von 1755. Auf der Ostseite der Gräfteninsel sind noch ein kleineres Gärtnerhaus aus Fachwerk und auf der Südseite die wehrhafte Vorburg mit einem Wachturm aus dem 17. Jahrhundert vorhanden. Die Tordurchfahrt mit der Steinbrücke stammt aus dem 18. Jahrhundert. Ringsherum ist es durch einen Wassergraben und Hecken geschützt.

Externe ID: T-P363N403-20080303-0009
Erfassungsdatum: 03.03.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1998: Schloss Reelkirchen

Zugehöriges Objekt

Schlossgarten Reelkirchen, Blomberg (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Lipper Bergland; am Nordrand der Ortschaft an der Bundesstraße 1 zwischen Bad Meinberg und Blomberg; Größe etwa 1 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Hermann von Mengersen übernahm 1523 das Dorf und einen Meierhof als Lehen des Bischofs von Paderborn. 1550 hat er einen Platz im Bereich des Mühlenbruchs mit einer Gräfte umzogen und auf der Insel eine Zehntscheune errichtet. Die Sicherung der Gräfteninsel erfolgte über eine Zugbrücke. Da die Familie von Mengersen ihren Stammsitz in Rheder hatte, wurde erst 1566 ein Wohnhaus auf der Insel errichtet. Ab 1617 war die Wasserburg mit dem Gutsbetrieb an die Familie von Bruchhausen verpfändet, die dort bis 1750 lebte. 1755 übernahm wieder die Familie von Mengersen die Anlage und errichtete das heutige Herrenhaus. Seit dieser Zeit ist die Anlage wieder im Familienbesitz und wurde vor allem im 20. Jahrhundert häufig verpachtet.

Gebäude und Ausstattung:
Katharina von Mengersen ließ 1755 ein neues zweigeschossiges Herrenhaus mit Mansarddach errichten. Der Fachwerkbau wurde später verputzt. Auf der Ostseite der Gräfteninsel sind noch ein kleineres Gärtnerhaus aus Fachwerk und auf der Südseite die wehrhafte Vorburg mit einem Wachturm aus dem 17. Jahrhundert vorhanden. Die Tordurchfahrt mit der Steinbrücke stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Art der Grünanlage:
Historischer Schlossgarten.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Ob auf der Gräfteninsel mit der Errichtung des neuen Herrenhauses zur Mitte des 18. Jahrhunderts auch ein Garten angelegt wurde, ist bisher nicht bekannt. Vermutlich wurde die Anlage erst im 19. Jahrhundert gestaltet, zumal auch zeitgenössische Berichte aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts einen "schönen Garten mit Wandelgängen" beschreiben. Die Nutzung des kleinen Fachwerkhauses auf der Gräfteninsel als Gärtnerhaus und der repräsentative Anspruch der adeligen Schlossbewohner dieser Zeit lässt auf eine aufwendige Gestaltung der gärtnerischen Anlagen schließen. Die Ortschronik von Reelkirchen erwähnt für das Jahr 1935 die Renovierung des Gebäudes und die Instandsetzung des Parks auf der Gräfteninsel durch die Familie von Mengersen. Sie ließ auch nach dem 2. Weltkrieg eine Gärtnerei auf der nördlichen Fläche oberhalb der Gräfte einrichten. Die Arbeitskräfte der Gärtnerei waren gleichzeitig mit der Pflege des Parks beauftragt. Der Gärtnereibetrieb wurde schon vor einigen Jahrzehnten wieder aufgegeben.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die gärtnerische Anlage auf der Gräfteninsel wird heute durch den alten Laubbaumbestand und zahlreiche jüngere Koniferen bestimmt. An der Zufahrt des Herrenhauses im Norden ist zentral ein großes Rondell für die Wechselbepflanzung angelegt worden. Die einstmals intensiv bewirtschafteten Gärtnereiflächen außerhalb der Gräfteninsel sind verwildert.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4020, Willebadessen. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Wehrmann, Volker (zusammengestellt u. bearbeitet) (1985): Burgen, Schlösser, Herrensitze, Kirchen, Bauernhöfe, Bürgerhäuser in Lippe. Lippischer Heimatbund (Hrsg.), Detmold.
  • Peter, August-Wilhelm (1970): LIPPE - Eine Heimat- und Landeskunde. Mit Beiträgen von Hans-Friedrich Gorki und Wilhelm Süvern; Hersg. vom Lippischen Heimatbund. Lippische Heimatbücher, Detmold, 500 S, Seite 146 - 148.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.2: Kreis Lippe. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Plöger, Heinrich / Plöger, Berta (1967): Reelkirchen - Geschichte eines lippischen Kirchdorfes. Reelkirchen, Seite 177 - 194.
Externe ID: LWL-GUP00142
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlossgarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1750 - 1850
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033322


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1998: Schloss Reelkirchen
1998: Schloss Reelkirchen
1910: Blomberg