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Sowjetischer Ehrenfriedhof, Schloß Holte-Stukenbrock
 

Das "Stalag (Stammlager) Senne 326 VI/K" war eines der größten Kriegsgefangenenlager der deutschen Wehrmacht. Etwa zwei Millionen sowjetische Kriegsgefangene, in den letzten Kriegsjahren auch Franzosen, Polen, Jugoslawen und Italiener, führte ihr qualvoller Weg durch das Lager. Als sichtbares Zeugnis hat sich der Friedhof erhalten, auf dem von 1941 bis 1945 die Toten des Lagers begraben wurden. Die genaue Zahl der Toten ist nicht bekannt. Die Angaben schwanken zwischen 40.000 und 65.000. Während anfangs die Toten in Einzelgräbern auf dem Friedhof begraben wurden, bestattete man später wegen der hohen Sterblichkeit in Sammelgräbern. Nach der Befreiung des Lagers im April 1945 errichteten ehemalige Gefangene auf dem Friedhof im Gedenken an ihre umgekommenen Kameraden ein zehn Meter hohes Ehrenmal. Von 1960 bis 1964 wurde die Gedenkstätte im Auftrag der Landesregierung Nordrhein-Westfalen neu gestaltet und erweitert. Aus verstreuten Gräbern in Ostwestfalen sind 788 sowjetische Kriegstote hierher umgebettet worden.

Seit 1996 befindet sich auf dem ehemaligen Lagergelände, der heutigen Landespolizeischule, in dem denkmalgeschützten Arrestgebäude eine Dokumentationsstätte mit einer Dauerausstellung. Nicht nur für Schulklassen besteht die Möglichkeit einer Führung. 

Externe ID: T-P363N403-20080303-0003
Erfassungsdatum: 03.03.2008
Kategorie: Religion
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2008: Sowjetischer Ehrenfriedhof

Zugehöriges Objekt

Sowjetischer Ehrenfriedhof, Schloß Holte Stukenbrock (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Land Nordrhein-Westfalen; die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Senne; im südöstlichen Gemeindegebiet von Schloß Holte-Stukenbrock; Größe etwa 2 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
In der typischen Sennelandschaft mit weiten Heideflächen und Kiefernwäldern liegt der Sowjetische Ehrenfriedhof. An dieser Stelle befand sich während des 2. Weltkrieges eines der größten Kriegsgefangenenlager der deutschen Wehrmacht. Etwa zwei Millionen sowjetische Kriegsgefangene, in den letzten Kriegsjahren auch Franzosen, Polen, Jugoslawen und Italiener, führte ihr qualvoller Weg durch das "Stalag (Stammlager) Senne 326 VI/K". Als sichtbares Zeugnis hat sich der Friedhof erhalten, auf dem von 1941 ­­-­ 1945 die Toten des Lagers begraben wurden.

Das, nur etwa 50 Meter von der Landstraße entfernte Grundstück, hatte die deutsche Wehrmacht 1939 erworben. Im März 1941 begannen die Planungen zur Errichtung des 45 Hektar großen Kriegsgefangenenlagers. Im Mai desselben Jahres erfolgte die Einzäunung des Lagerbereiches, wobei man zuerst die Bevölkerung in Unwissenheit ließ. Anfang Juli erreichten die ersten Transporte mit Kriegsgefangenen die Bahnhöfe in Schloß Holte, Hövelriege und Hövelhof. Von dort mussten die Gefangenen dann zu Fuß in das Lager marschieren.

Aufgrund der schlechten Versorgung starben Tausende an Hunger und Krankheiten. Die genaue Zahl der Toten ist nicht bekannt. Die Angaben schwanken zwischen 40.000 und 65.000. Während anfangs die Toten in Einzelgräbern auf dem Friedhof begraben wurden, bestattete man später wegen der hohen Sterblichkeit in Sammelgräbern.

Nach der Befreiung des Lagers im April 1945 errichteten ehemalige Gefangene auf dem Friedhof im Gedenken an ihre umgekommenen Kameraden ein zehn Meter hohes Ehrenmal. An dem Obelisken mit drei großen Sowjetsternen sind Schrifttafeln in russischer, englischer und deutscher Sprache angebracht. Die Spitze bildet ein russisch-orthodoxes Kreuz.

Von 1960 bis 1964 wurde die Gedenkstätte im Auftrag der Landesregierung Nordrhein-Westfalen neu gestaltet und erweitert. Aus verstreuten Gräbern in Ostwestfalen sind 788 sowjetische Kriegstote hierher umgebettet worden.

Gebäude und Ausstattung:
Im Zentrum des Friedhofs steht über den Sammelgräbern eine Kreuzgruppe, die der Paderborner Bildhauer Josef Rikus aus einem Sandsteinmonolith geschaffen hat. Von ihm stammt auch am Eingang eine niedrige, zweiflügelige Toranlage mit jeweils fünf bronzenen Nägeln, die symbolisch auf die Gefangenschaft und die Leiden des Krieges hinweisen. Gedenktafeln in russischer und deutscher Schrift mahnen alle Besucher des Friedhofes: "Sorget Ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibt, Frieden zwischen den Menschen, Frieden zwischen den Völkern."

Art der Grünanlage:
Historischer Friedhof.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der Friedhof liegt heute in einem Mischwald aus Eichen, Birken und Kiefern, der mit Wacholder sowie Schneeball- und Eibensträuchern durchsetzt ist. Ein niedriger Jägerzaun umgrenzt den Friedhof. Im Randbereich reihen sich die Einzelgräber aneinander. Vor jedem Grabstein wächst eine kleine Polsterstaude aus Vergissmeinnicht. Bei anderen Gräbern sind die Grabsteine mitten im Rasen aufgestellt. Einfache Rasenwege und Wege mit Natursteinplatten erschließen die schlichte Anlage.

Seit 1996 befindet sich auf dem ehemaligen Lagergelände, der heutigen Landespolizeischule, in dem denkmalgeschützten Arrestgebäude eine Dokumentationsstätte mit einer Dauerausstellung. Nicht nur für Schulklassen besteht die Möglichkeit einer Führung. Bei der Auswahl der verschiedenen Ausstellungsthemen orientierte man sich vorrangig an der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen. Ein Förderverein kümmert sich sowohl um die Dokumentationsstätte als auch um den Ehrenfriedhof.

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Literaturangaben

  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Mühldorfer-Vogt, Christian (1997): Die Dokumentationstätte Stalag 326. Möglichkeiten der regionalen Geschichtsforschung und -arbeit. In: Der Minden-Ravensberger, Minden, Seite 150 - 152.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 81-83.
  • Siedenhans, Michael (o.J.): Das Kriegsgefangenenlager in Stukenbrock-Senne. (Stalag 326 VI/K) von 1941 bis 1945. In: Mitte der Senne Schloß Holte-Stukenbrock: Ein Heimatbuch, Gütersloh.
  • Becker, Waldemar (1992): Das sowjetische Ehrenmal bei Stukenbrock. In: Die Warte 74/1992, Paderborn, Seite 8.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Busch, Werner / Potthoff, Günther (1997): Nicht nur Gräber als Erinnerung - Dokumentationsstätte "Stalag 326 (VI K) Senne". In: Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh, Gütersloh, Seite 111 - 114.
Externe ID: LWL-GUP00183
Erfassungsdatum: 13.09.1999
Kategorie: Ehrenfriedhof
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1941
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033196


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2008: Sowjetischer Ehrenfriedhof
1999: Sowjetischer Ehrenfriedhof
1999: Sowjetischer Ehrenfriedhof
1999: Sowjetischer Ehrenfriedhof
1999: Sowjetischer Ehrenfriedhof
2008: Sowjetischer Ehrenfriedhof