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Schlossanlage Tatenhausen, Halle
 

Das Rittergut Tatenhausen wird 1491 erstmals urkundlich erwähnt, 1524 gelangt es in den Besitz der Familie Korff-Schmiesing, der es auch heute noch gehört. 1540 wird die Anlage als Wasserburg in der heutigen Form errichtet. Um 1740 kam es zu Umbauten und dem Bau einer Orangerie im Park. Von 1800 bis 1900 wurde in Tatenhausen ein Mineral- und Moorbad betrieben.

Externe ID: T-P363N403-20080303-0002
Erfassungsdatum: 03.03.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2006: Schloss Tatenhausen

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Tatenhausen, Halle (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich, aber Teilbereiche von außen relativ­ gut einsehbar.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ostmünsterland, im Talraum des Laibachs, etwa 3,5 ­km südwestlich des Stadtzentrums von Halle, angrenzend größere Waldgebiete (Tatenhauser Wald), Größe etwa 4,8 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Das Rittergut Tatenhausen wird 1491 erstmals urkundlich erwähnt, 1524 gelangt es in den Besitz der Familie Korff-Schmiesing, der es auch heute noch gehört.

1540 wird die Anlage als Wasserburg in der heutigen Form errichtet. Um 1740­ kommt es zu Umbauten und dem Bau einer Orangerie im Park.

Von etwa 1800 bis 1900 wurde in Tatenhausen ein Mineral- und Moorbad betrieben.

Gebäude und Ausstattung:

  • Schloss: Vollständig von Gräften umgebenes Wasserschloss, erbaut 1540 in Anlehnung an Formen des Weserrenaissance-Baumeisters Jörg Unkair, vielleicht sogar ein Werk von ihm. Barocker Umbau des Westflügels 1740, gleichzeitig Entwicklung eines dreigeschossigen Torhauses an der westlichen Zufahrt. Unbebauter Teil der Gräfteninsel weitgehend als Hoffläche genutzt.
  • Orangerie: 1738 (u.U.­ auch erst 1751) nach einem Entwurf von Johann Conrad Schlaun im Park östlich des Schlosses errichtet. 1 ½-geschlossiger ovaler Mittelbau mit ausgebautem Mansarddach und beiderseits anschließenden rechteckigen Seitenflügeln. Der Bau stellte eine Verschmelzung eines Gartenhauses mit zwei Treibhausannexen dar. Im Mittelteil befand sich ein Gartensaal. Die äußere Form der Orangerie ist bis heute erhalten, die weitgehend im Fachwerk konstruierte Vorderseite ist heute verputzt. 1948 wurde das ursprünglich zur Aufbewahrung exotischer Pflanzen sowie als Gartenhaus und Gerätekammer Gebäude zu Wohnzwecken umgebaut. Die damals gewählte Raumaufteilung ist auch nach einzelnen Renovierungen bis heute erhalten.
  • Bad: Von den Anlagen des ehemaligen Bades sind die (teils ungenutzten) Gebäude des Badehauses und des Moorbadehauses sowie das auch heute noch so genutzte Gast- und Logierhaus entlang der Versmolder Straße erhalten. Ursprünglich wurden Teile der Gebäude als Schlossmühlen genutzt, ein Abzweig des Laibachs wird auch heute noch durch den Damm der Versmolder Straße zum Mühlenteich aufgestaut.

    Das Torhaus des Schlosses wurde zeitweise als Logierhaus des Bades genutzt. Die Moorentnahmestelle (Naturdenkmal Torfkuhle) liegt nordöstlich des Schlosses am Laibach, der Mineralbrunnen östlich des Schlosses im Wald.

Art der Grünanlage:
Historischer Schlosspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Über die Geschichte der Gartenanlage ist wenig bekannt, da das Privatarchiv Tatenhausen bisher nicht erfasst und aufgearbeitet wurde. Es ist davon auszugehen, dass südlich der Orangerie bis zum Mühlenteich ein Orangerieparterre angelegt war.

Um 1820 dürfte im Zusammenhang mit dem Ausbau des Bades eine Allee zwischen Badehäusern und Brunnen angelegt sein. Der Park wird zu dieser Zeit wohl als Landschaftspark gestaltet gewesen sein, er konnte von den Kurgästen genutzt werden. Der Müller beklag zu dieser Zeit, dass er den Mahlbetrieb einschränken muss, damit die Teiche noch mit Wasser gefüllt seien und so den Brunnengästen eine schöne Aussicht gäben. Am Logierhaus befand sich ein Garten mit Sitzgelegenheiten für über 100 Personen.

Die preußische Neuaufnahme von 1895 zeigt den Park eingeteilt in einen geometrischen Nordteil und einen landschaftlichen Südteil in der Umgebung der Orangerie. Der geometrische Gartenteil ist als Nutzgarten einzustufen, der landschaftliche Teil weist charakteristische Schlangenwege, Solitärgehölze und Baumgruppen auf.

Von der Orangerie läuft eine Wegeachse als Bestandteil der Geometrie des Nutzgartens in die freie Landschaft. Eine zweite Wegeachse beginnt an einer Brücke über die Gräfte an der Nordostecke des Schlosses zu einem Platz am Parkrand zwischen Nutz- und Landschaftsgarten. Von hieraus laufen sternförmige vier­ Wege in den angrenzenden Wald ­ bzw. zum Torfstich. Der Park geht nach Norden und Osten somit langsam in die umgebende Landschaft über.


Heutiger Zustand / Nutzung:
Die zu Beginn des Jahrhunderts vorhandene Grundstruktur ist kaum noch erkennbar. Im landschaftlich gestalteten Südteil sind zahlreiche Altbäume erhalten, die in waldähnliche Gehölzbestände eingebettet sind, im Umfeld der Orangerie sind Teile für die private Gartennutzung hergerichtet. Dabei wurde südlich vor der Orangerie durch Rasen und Wege die Grundstruktur eines Orangerieparterres angedeutet. Das übrige Wegenetz ist weitgehend verschwunden.

Nördlich der Orangerie in Teilen des Landschaftsparks und im ehemaligen Nutzgartenbereich herrschen ausgedehnte Rasenflächen vor, in der Nordostecke sind Teiche angelegt worden.

Die von der Orangerie ausgehende Achse ist vor Kurzem als Weg wiederhergestellt und durch Anpflanzung einer Allee entsprechend ihrer ursprünglichen Gliederungsfunktion betont worden.

Sonstiges:
Die an das Schloss angrenzenden Flächen des Tatenhauser Waldes sind vom Land NRW als Schutzgebiete nach der europäischen FFH-Richtlinie gemeldet worden.

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Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1895): Blatt 3915, Bockhorst. Herausgegeben 1895, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Linten, Claudia Simone (1997): Orangerien in Westfalen. Europäische Hochschulschriften Reihe 28, Kunstgeschichte, Band 327. Zugleich: Münster, Universität, Dissertation, Frankfurt/Main.
  • Kaspar, Fred (1993): Brunnenkur und Sommerlust - Gesundbrunnen und Kleinbäder in Westfalen. Bielefeld, Seite 123 - 139.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Meisel, Sofie (1961): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 83/84 Osnabrück-Bentheim. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 83/84, Bonn-Bad Godesberg.
  • Maoro, Ernst (1986): Schloss Tatenhausen in Hörste. In: Burgen, Schlösser, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 112 - 114.
  • Großmann, Ulrich (1984): Östliches Westfalen. DuMont-Kunst-Reiseführer, Köln, 2. durchgesehene Aufl., Seite 65.
Externe ID: LWL-GUP00163
Erfassungsdatum: 19.09.1999
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1540
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033182


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2006: Schlosspark Tatenhausen
2006: Schlosspark Tatenhausen
1999: Schlosspark Tatenhausen
1998: Schlosspark Tatenhausen
1999: Schlosspark Tatenhausen
2006: Tatenhausen
1895: Halle