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Klosteranlage Herzebrock
 

Schon um 860 wurde in Herzebrock ein Kloster als Kanonissenstift für die Töchter des niederen Adels gegründet. 1208 erfolgte die Umwandlung in ein Benediktinerinnenkloster. Die Klosterkirche diente nicht nur dem Konvent für die täglichen Andachten, sondern war seit 1475 auch Pfarrkirche des Dorfes. Die etwa 3,8 ha große Klosteranlage war einst mit einer umlaufenden Außenmauer von der Außenwelt abgeschlossen. Mehr als die Hälfte der Anlage war zudem mit einer Gräfte und verschiedenen Teichen umgeben. Am Ende des 17. und zum Beginn des 18. Jahrhunderts setzte im Kloster eine rege Bautätigkeit ein. Zu dieser Zeit erfolgten der Neubau der Konventgebäude und des Pfarrhauses sowie der Umbau des Laienschwesternhauses. Mit der Säkularisation im Jahre 1803 wurde das Kloster aufgehoben. Bis auf die katholische Pfarrkirche und das große Pfarrhaus mit den dazugehörigen Gartenflächen ging die gesamte Anlage in das Eigentum des Grafen von Bentheim-Tecklenburg über.
Die von der Klosterstraße erschlossene Gesamtanlage kann in zwei voneinander getrennte Bereiche untergliedert werden. Den Kernbereich des Klosters bilden die Kirche mit den erhaltenen Konventgebäuden und einem weitläufigen Konventgarten. Im Norden des Gartens finden sich noch zwei Fischteiche des Klosters und ein Abschnitt der Gräfte. Westlich der Kirche schließen sich das Laienschwesternhaus und der ehemalige "Fräuleingarten" an. Der Bereich des Gartens ist inzwischen von einem Kindergarten mit seinen Außenflächen überbaut. Östlich der Klosterstraße liegt das Pastorat mit seinen großen Gartenflächen.
Die Flächen der ehemaligen Nutzgärten des Klosters wurden seit den 1970er Jahren zu einer öffentlichen Grünanlage umgestaltet.

Externe ID: T-P363N403-20080227-0002
Erfassungsdatum: 27.02.2008
Kategorie: Religion
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2005: Kloster Herzebrock

Zugehöriges Objekt

Klostergarten Herzebrock (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Prinz zu Bentheim-Tecklenburg, Steinweg 16, 33378 Rheda-Wiedenbrück; Katholische Kirchengemeinde Herzebrock, Klosterstr. 6, 33442 Herzebrock-Clarholz; Teilflächen sind von der Gemeinde Herzebrock-Clarholz angepachtet worden, die Außenanlagen sind öffentlich zugänglich

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Gütersloher Sandebene/Ostmünsterland; am nördlichen Ortsrand von Herzebrock, Größe etwa 3,8 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Schon um 860 wurde in Herzebrock ein Kloster als Kanonissenstift für die Töchter des niederen Adels gegründet. 1208 erfolgte die Umwandlung in ein Benediktinerinnenkloster. Die Klosterkirche diente nicht nur dem Konvent für die täglichen Andachten, sondern war seit 1475 auch Pfarrkirche des Dorfes.

Die etwa 3,8 Hektar große Klosteranlage war einst mit einer umlaufenden Außenmauer von der Außenwelt abgeschlossen. Mehr als die Hälfte der Anlage war zudem mit einer Gräfte und verschiedenen Teichen umgeben. Am Ende des 17. und zum Beginn des 18. Jahrhunderts setzte im Kloster eine rege Bautätigkeit ein. Zu dieser Zeit erfolgten der Neubau der Konventsgebäude und des Pfarrhauses sowie der Umbau des Laienschwesternhauses.

Mit der Säkularisation im Jahre 1803 wurde das Kloster aufgehoben. Bis auf die katholische Pfarrkirche und das große Pfarrhaus mit den dazugehörigen Gartenflächen ging die gesamte Anlage in das Eigentum des Grafen von Bentheim-Tecklenburg über.

Gebäude und Ausstattung:
Ältestes Bauteil der Kirche ist der romanische Westturm aus dem 12. Jahrhundert. 1474 wurde das romanische Kirchenschiff durch ein gotisches Langhaus ersetzt. Zum Beginn des 20. Jahrhunderts erweiterte man die Kirche zur kreuzförmigen Basilika.

Einige Teile des Kreuzganges und der Konventsgebäude sowie ein freistehendes Ökonomiegebäude und das Pfortenhaus des Klosters wurden nach der Säkularisation abgebrochen. Im Bereich des Pfortenhauses haben sich am nördlichen Abschluss der eindrucksvollen Klostermauer noch zwei Sandsteinpfeiler der einstigen Klosterpforte erhalten. Nicht weit davon stellte man eine barocke Betsäule auf, die ursprünglich von einem anderen Standort stammt.

Art der Grünanlage:
Historische Klosteranlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die von der Klosterstraße erschlossene Gesamtanlage kann in zwei voneinander getrennte Bereiche untergliedert werden. Den Kernbereich des Klosters bilden die Kirche mit den erhaltenen Konventsgebäuden und einem weitläufigen Konventsgarten. Im Norden des Gartens finden sich noch zwei Fischteiche des Klosters und ein Abschnitt der Gräfte. Westlich der Kirche schließen sich das Laienschwesternhaus und der ehemalige "Fräuleingarten" an. Der Bereich des Gartens ist inzwischen von einem Kindergarten mit seinen Außenflächen überbaut.

Östlich der Klosterstraße liegt das Pastorat mit seinen großen Gartenflächen. Von hier aus gelangen die Besucher durch den südlichen Eingang am alten Pfarrhaus vorbei in die Gartenanlagen. Im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts haben die durch verschiedene Pächter und Pastoren genutzten Gartenanlagen viel von ihrem historischen Charme verloren. Mehrere alte Obstbäume und Eichen sowie in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts angepflanzte Walnussbäume geben den Besuchern noch eine ungefähre Vorstellung vom nützlichen Charakter der Anlagen.

Ebenso wie die Gärten hat sich das vormals land- und forstwirtschaftlich genutzte Umfeld des Klosters mit seinem historischen Dorfkern deutlich verändert. Jahrhunderte lang war das malerische Ensemble harmonisch in die weite Landschaft eingebettet. Durch umfangreiche Neubauten der letzten Jahrzehnte erhalten die Gartenanlagen am Kloster immer mehr die Funktion einer "grünen Insel". Als Konsequenz hat daher die Gemeindeverwaltung die Flächen der ehemaligen Nutzgärten des Klosters seit den 70er Jahren zu einer öffentlichen Grünanlage umgestaltet.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Mit einer 1999 durchgeführten Bestandsaufnahme und Entwicklungsplanung für den gesamten Bereich hatte man in Herzebrock mit ersten Aktivitäten zur notwendigen Verbesserung des Erscheinungsbildes der historischen Klosteranlage angefangen. Sehenswert ist auch der stimmungsvolle Kirchhof mit seinen alten Linden im Zentrum des Dorfes.

Pläne zur behutsamen Instandsetzung und Aufwertung des Gartens wurden 2000 beschlossen. Die Planung - von Halke Lorenzen, Blomberg - sah vor, durch die Umgestaltung zu verdeutlichen, dass die neu geschaffenen Bereiche in ihrer Gesamtheit früher überwiegend Nutzgartencharakter besessen hatten. Zeitgemäße Nutzungs- und Gestaltungsformen sollten die Anlage aber gleichzeitig für die Zukunft sichern. Dieses Konzept wurde zwischen 2002 und 2004 umgesetzt. So wurden die Gräfte und die Fischteiche entschlammt sowie die entsprechenden Uferbereiche zugänglicher gestaltet. Nach umfangreichen Rodungen gab es wieder deutliche Sichtbeziehungen zwischen Garten und Klostergebäuden. Der ehemalige Kreuzganghof sowie das gesamte Wegesystem wurden umgestaltet. Nach Abschluss der Arbeiten erhielten die Klostergärten einige Monate Gelgenheit, sich wieder zu begrünen und schließlich im Herbst 2005 mit einem zweitägigen Fest feierlich wiedereröffnet..

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1895): Blatt 4115, Rheda-Wiedenbrück (Wiedenbrück). Herausgegeben 1895, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Meisel, Sofie (1960): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 97 Münster. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 97, Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 68-71.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Schmidt, Hauke (1999): Der Klostergarten Herzebrock. Universität/Gesamthochschule Paderborn, Abt. Höxter, Diplomarbeit, Höxter.
Externe ID: LWL-GUP00094
Erfassungsdatum: 05.05.1999
Kategorie: Klostergarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: hoch - ist einen Umweg wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 860
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033098


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2009: Kloster Herzebrock
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