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Gut Bustedt, Hiddenhausen
 

Die wehrhafte Wasserburg wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts errichtet und diente als Verwaltungssitz des Amtes Enger und zum Schutz der Grafschaft Ravensberg. Die Bustedter Wasserburg gehört zu dem in Westfalen weit verbreiteten Burgentyp, der aus zwei Inseln besteht. Heute ist sie Sitz des Biologiezentrums Gut Bustedt.

Externe ID: T-P363N403-20080226-0001
Erfassungsdatum: 26.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Biologiezentrum Gut Bustedt

Zugehöriges Objekt

Biologiezentrum Gut Bustedt, Hiddenhausen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Gemeinde Hiddenhausen, Rathausstraße 1, 32120 Hiddenhausen. Die Außenanlagen sind öffentlich zugänglich, Größe etwa 3,5 Hektar.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ravensberger Land; Gut Bustedt liegt im Talraum des Brandbaches westlich von Hiddenhausen an der Straße nach Enger.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:

Die wehrhafte Wasserburg wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts errichtet und diente als Verwaltungssitz des Amtes Enger und zum Schutz der Grafschaft Ravensberg. Die Bustedter Wasserburg gehört zu dem in Westfalen weit verbreiteten Burgentyp, der aus zwei Inseln besteht. Der eigentlichen Hauptburg mit Turm und zweiflügeligem Wohngebäude ist eine Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden vorgelagert. Die Hauptburg ist nur über die Vorburg erreichbar.

1647 gelangte die Grafschaft Ravensberg an das preußische Brandenburg. Der "Große Kurfürst" Friedrich Wilhelm übertrug 1649 Gut Bustedt dem damaligen Kommandanten der Sparrenburg, dem Rittmeister Wolf Ernst von Eller. Er ließ die Burg nach seinen Wünschen umgestalten und vermutlich auch um den Ostflügel erweitern. Bis zum Verkauf der gesamten Gutsanlage an das Amt Hiddenhausen im Jahre 1964 blieb die Burg im Besitz der Familie von Eller, später Eller-Eberstein.

Gebäude und Ausstattung:
Die Wasserburg beeindruckt noch heute durch ihre erhaltene Bausubstanz. Der mächtige mittelalterliche Burgturm, die hoch gemauerte Pforte am Hauptzugang und die breiten Gräften zeugen vom Stolz und der wehrhaften Vergangenheit der einstigen Bewohner.

Art der Grünanlage:
Historische Gartenreste aus dem 19. Jahrhundert., moderne Schau- und Mustergartenanlagen.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die Geschichte der Gärten beginnt in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, als im Zuge von erneuten Umbaumaßnahmen die Hausgräfte verfüllt wurde. Auf der so vergrößerten Insel wurden dann verschiedene Nutzgärten angelegt. Eine wesentlich aufwändigere Gartengestaltung ist für die Zeit um 1820 belegt. Die schon vorhandenen Obst- und Gemüsebeete erhielten eine Einfassung aus Pyramidenbäumen. Als zeittypische Gestaltungselemente wurden zwei offene Gartenlauben errichtet. Diese befanden sich in einem mit Sommerblumen, Stauden und Rosen bepflanzten Blumengarten. Zur Zeit des Biedermeiers fand so die behagliche und zweckmäßige Einrichtung der Wohnung ihre Fortsetzung im Garten. Als einzige Reste dieses Gartens sind heute die fünf geschnittenen Linden vorhanden, die den Burghof nach Süden begrenzen.

Die intensive Pflege des Gartens hatte wohl nur ein bis zwei Generationen lang Bestand. Nachdem die Eigentümer das Gut gegen Ende des 19. Jahrhunderts verpachteten, wurde nur noch ein kleiner Bereich östlich des Schlosses als Ziergarten gepflegt. Dort stand auch bis zum 2. Weltkrieg eine weinberankte Laube und eine weiße Holzbank.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Seit 1982 erfüllt das Biologiezentrum für Ostwestfalen-Lippe die Wasserburg mit neuem Leben. Durch die unmittelbare Lage des Gutes am Feucht- und Naturschutzgebiet "Bustedter Wiesen" entstand die Idee, hier für Lehrer und Schüler einen erlebnishaften Biologieunterricht anzubieten. Die umfassend restaurierten Gebäude dienen Schulklassen zu Unterrichtszwecken und als Schlafräume. Im Innenhof des Gutes finden im Sommer zahlreiche Musik- und Theaterveranstaltungen statt. Ebenso werden auf dem gesamten Areal Ritterspiele veranstaltet. Trotz der Randlage zu einem Industriegebiet liegt das Gut in einer traditionell von Hecken und Obstbäumen geprägten Wiesenlandschaft. Diese gibt im jahreszeitlichen Wechsel die Bedingungen für den ökologisch ausgerichteten Erlebnis- und Erfahrungshorizont. Auf dem südlich angrenzenden Feuchtwiesen- und Tümpelareal haben Kinder und Jugendliche zahlreiche Betätigungsmöglichkeiten. Als Schau- und Demonstrationsanlage ist auch ein großer Bauerngarten angelegt worden. Hier können die Schüler die verschiedenen Heilpflanzen, Gemüsesorten, Blumen und Stauden das ganze Jahr über kennenlernen. Nahe am Garten ist ein Sportplatz, der als Besonderheit einen lebendigen Ballfangzaun aus Weidenhölzern hat.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (Hrsg.) (1895): Blatt 3817, Bünde (Herford). Herausgegeben 1895, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 48-51.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Maoro, Ernst (1986): Wasserschloss Bustedt in Hiddenhausen. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen, Bielefeld, Seite 109 - 110.
  • Liesche, Franz (1987): Gut Bustedt - Kleine Geschichte des Gutes. Bustedt.
Externe ID: LWL-GUP00007
Erfassungsdatum: 31.08.1999
Kategorie: Bürgerpark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1751 - 1800
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033070


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1999: Biologiezentrum Gut Bustedt
1999: Gut Bustedt
1999: Biologiezentrum Gut Bustedt
1999: Biologiezentrum Gut Bustedt
1999: Biologiezentrum Gut Bustedt, Luftaufnahme
1895: Gut Hiddenhausen