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Schloss Holtfeld, Borgholzhausen
 

Das Rittergut Holtfeld wird 1380 erstmalig im Osnabrücker Lehnsregister genannt. Die Herren von Todrang, seit 1337 Burgmannen des Grafen von Ravensberg, waren die ersten Besitzer. Von 1497 bis zum Aussterben des Geschlechts 1863 gehörte die Wasserburg den Reichsfreiherren von Wendt. Zwischen 1863 und 1936 hatte die Anlage wechselnde Besitzer und war zu Beginn der 1930er Jahre stark verfallen. 1936 zog nach gründlicher Renovierung eine Landwirtschaftsschule ein, nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Schloss bis 1977 als Hotel. Heute wird es privat für Büros, Ausstellungsräume und als Wohnung genutzt.

Externe ID: T-P363N403-20080225-0009
Erfassungsdatum: 25.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2006: Schloss Holtfeld

Zugehöriges Objekt

Gärten am Schloss Holtfeld (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ostmünsterland, in der Hesselaue, südlich des Teutoburger Waldes und der Burgruine Ravensberg, Größe etwa 1,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Das Rittergut Holtfeld wird 1380 erstmalig im Osnabrücker Lehnsregister genannt. Die Herren von Todrang, seit 1337 Burgmannen des Grafen von Ravensberg, waren die ersten Besitzer. Von 1497 bis zum Aussterben des Geschlechts 1863 gehörte die Wasserburg den Reichsfreiherren von Wendt. Zwischen 1863 und 1936 hatte die Anlage wechselnde Besitzer und war zu Beginn der 1930er Jahre stark verfallen. 1936 zog nach gründlicher Renovierung eine Landwirtschaftsschule ein, nach dem 2. Weltkrieg diente das Schloss bis 1977 als Hotel. Heute wird es privat für Büros, Ausstellungsräume und als Wohnung genutzt.

Gebäude und Ausstattung:
Das Renaissance-Herrenhaus von 1599 bis 1602 ist ein verputzter Bruchsteinbau mit Kreuzstockfenstern, nur durch Gesimse gegliedert. Lediglich die Giebel sind aus Quadern gemauert. Man hat sie mit Beschlagwerkdekor versehen, durch den sich eine vollständige Ornamentfläche ergibt, der südliche Giebel mit moderneren Formen. Der rechteckige Bau mit einem quadratischen Eckturm sowie einem Erker hatte ursprünglich auch einen Treppenturm. Am Fenster neben dem Eingang befinden sich Wappen, eine für die Renaissance typische Ahnengalerie. Das turmartige Torgebäude in der Reihe der äußeren Wirtschaftsgebäude entstand 1705, das innere 1632. Der Vorhof wird von Wirtschaftsgebäuden eingefasst, darunter ein Fachwerkbau mit Fächerrosetten (Ende 16. Jahrhundert).

Art der Grünanlage:
Ehemaliger Schlosspark, weitgehend verloren oder durch Gartenflächen für Privatnutzung ersetzt.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Ein kleines Wappen am Hauptgebäude sowie der Zeitpunkt der Errichtung des Torhauses (1705) und des 120 m weiter nach Osten gelegenen Pforthauses (1705) lassen auf eine umfangreiche Umgestaltung der Burganlage in dieser Zeit schließen. Diese Umgestaltung mittelalterlicher Burganlagen mit unregelmäßiger Stellung der Bauten und Wegeleitungen zu herrschaftlichen, von französischem Geschmack des 18. Jahrhunderts bestimmten Anlagen, mit einer durchgeführten Mittelachse mit gartenkünstlerischer Absicht erfolgte um 1700 in weiten Teilen Westfalens.

In diesem Zusammenhang wurde zwischen dem Pforthaus und dem Torhaus ein Garten angelegt. Ein um 1740 datiertes Gemälde zeigt einen von Gräben, flacher Mauer und Baumreihen umgebenen Garten mit geometrischem Wegenetz und einer zentralen Achse zwischen den beiden Eingangsbauten. Erkennbar ist ebenfalls eine Gartenlaube.

Diese Gartenanlage ist verschwunden, der Zeitpunkt ihrer Aufgabe ist unbekannt, bereits die Preußische Uraufnahme von 1837 zeigt hier keine Gartensignatur mehr.

Die Karte der Preußischen Neuaufnahme von 1895 zeigt noch die als Mittelachse ausgeprägte Zufahrt zwischen Pforthaus und Torhaus mit einer Alleesignatur. Gartenflächen sind auf der inneren Gräfteninsel und südlich des Schlosses dargestellt. Die äußere Gräfte ist in dieser Karte nicht verzeichnet und war wohl verschüttet.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die ehemalige Gartenfläche wird heute als landwirtschaftliche Fläche genutzt, die axiale Zufahrt ist aufgehoben und nur noch als leichte Wölbung innerhalb der Grünlandflächen erkennbar. Die Anlage wird durch eine neue Zufahrt von Süden her erschlossen. Die äußere Gräfte ist wieder hergestellt, so dass der Eindruck der Wasserburg wieder erstanden ist. Auf der Gräfteninsel sowie auf einer nördlich an die Gräfte anschließenden Fläche, die durch eine Brücke mit der Insel verbunden ist, gibt aller Baumbestand den privat genutzten Garten einen landschaftlichen Charakter.

Bemerkenswert ist eine Eichenallee an dem südlich des Schlosses verlaufenden mehrfach abknickenden Wirtschaftsweg ("Schlossallee").

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1895): Blatt 3915, Bockhorst. Herausgegeben 1895, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Meisel, Sofie (1961): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 83/84 Osnabrück-Bentheim. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 83/84, Bonn-Bad Godesberg.
  • Schmitt, Michael (Bearb.) (2002): Minden-Ravensberg Stadt Bielefeld - Kreis Gütersloh Kreis Herford - Kreis Minden-Lübbecke. In: Westfalia Picta, Band 7, Münster, Seite 112 - 113.
  • Maoro, Ernst (1986): Haus Holtfeld im Kreis Gütersloh. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 138 - 140.
  • Jänecke, Wilhelm (1927): Holtfeld und Wulften, zwei westfälische Wasserburgen von Anfang und Ende des 17. Jahrhunderts. In: Denkmalpflege und Heimatschutz, 29. Jg., Berlin.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Großmann, Ulrich (1984): Östliches Westfalen. DuMont-Kunst-Reiseführer, Köln, 2. durchgesehene Aufl., Seite 65.
Externe ID: LWL-GUP00036
Erfassungsdatum: 30.08.1999
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1705 - 1740
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033014


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2006: Schloss Holtfeld
2006: Schloss Holtfeld
1999: Eichenalle am Schloss Holtfeld
1895: Schloss Holtfeld
Schloss Holtfeld