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Haus Brinke, Borgholzhausen
 

Haus Brinke ist einer der ältesten Rittersitze im Ravensberger Land und wurde bereits 1231 zum ersten Male erwähnt. Kern der ursprünglich von zwei Inseln gebildeten Anlage ist das 1674 auf der einen Insel errichtete zweiflügelige schlichte Herrenhaus. Vor der äußeren Gräfte liegt der große Wirtschaftshof mit weiteren Gebäudeteilen aus dem 17. Jahrhundert. Am Haus Brinke befinden sich historische Gartenelemente mit moderner Gestaltung.

Externe ID: T-P363N403-20080225-0008
Erfassungsdatum: 25.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Haus Brinke

Zugehöriges Objekt

Gärten am Haus Brinke, Borgholzhausen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Außenanlagen und Kapelle sind öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ravensberger Land, am Nordrand des Teutoburger Waldes; nordöstlich von Borgholzhausen, Größe etwa 3,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Haus Brinke ist einer der ältesten Rittersitze im Ravensberger Land und wurde bereits 1231 zum ersten Male erwähnt. Kern der ursprünglich von drei Inseln gebildeten Anlage ist das 1674 auf der einen Insel errichtete zweiflügelige schlichte Herrenhaus. Es wurde von Rembert Jost von Kerssenbrock und seiner Gemahlin Sybilla Walburga, geb. von Korff, gen. Schmising gebaut. Die innere Gräfte wurde im Laufe der Zeit teilweise verfüllt.

Gebäude und Ausstattung:
Westlich des Herrenhauses, auf der äußeren Insel, steht eine ungewöhnliche neoromanische Kapelle aus dem Jahre 1898. Sie nimmt mit ihrer Gestaltung und den Bauformen die großen mittelalterlichen Kirchenbauten zum Vorbild. Vor der äußeren Gräfte liegt der große Wirtschaftshof mit weiteren Gebäudeteilen aus dem 17. Jahrhundert. Um auf den Hof zu gelangen, müssen die Besucher über eine  Brücke durch das Torhaus gehen, an dessen Torflügel eine stattliche Anzahl von Schwarzwildklauen festgenagelt sind. Sie sind noch heute ein archaisches Symbol für das vom Landesherren verliehene Jagdrecht.

Art der Grünanlage:
Historische Gartenelemente mit moderner Gestaltung.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Bis auf mehrere alte Bäume gibt es auf der großen Hauptinsel keine Hinweise auf eine historische Garten- oder Parkanlage.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Auffällig wird die östliche Ausfahrt vom Wirtschaftshof in den angrenzenden Wald von einer alten Lindenallee gerahmt.
Zwei mächtige alte Linden markieren an der Brücke den Übergang zum Wirtschaftshof. Sonst hat man den unbefestigten Bereich hauptsächlich mit Rasen eingesät. Zwischen dem Herrenhaus und der Schlosskapelle ist ein kleiner Garten eingefügt worden. Historische Relikte korrespondieren hier mit einer gärtnerischen Gestaltung, die Assoziationen zur ostasiatischen Gartenkultur hervorrufen. In dem Steingarten gruppieren sich um einen kleinen Teich verschiedene Zwerggehölze und asiatische Steinlaternen. Die kontrastierende Wirkung der exotischen Gartenelemente wird zudem durch ein Arrangement von gegenständlichen Bronzeskulpturen gesteigert.

Erweitert wird diese ungewöhnliche Gartengestaltung im Bereich der nordwestlich vom Haus Brinke verlaufenden Holzbachaue. Hier sind in den 1990er Jahren zwei größere Teiche und eine Bepflanzung mit ursprünglich aus Asien stammenden Bambusarten und Nadelbäumen angelegt worden. Die historischen Bestandteile stehen in einem spannungsvollen Dialog mit gärtnerischen Gestaltungselementen, die den fernöstlichen Einfluss nicht verbergen wollen.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1895): Blatt 3816, Spenge (Neuenkirchen). Herausgegeben 1895, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 63 - 65.
  • Maoro, Ernst (1986): Schloss Brinke in Borgholzhausen. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestalen-Lippe, Bielefeld, Seite 47 - 50.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Meisel, Sofie (1961): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 83/84 Osnabrück-Bentheim. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 83/84, Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00032
Erfassungsdatum: 30.08.1999
Kategorie: Gutspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: gering - ist einen Besuch vor Ort wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1674
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033000


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1999: Haus Brinke
1999: Haus Brinke
1999: Haus Brinke
1999: Haus Brinke
1999: Haus Brinke
1999: Haus Brinke
1895: Haus Brinke