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Haus Möhler, Herzebrock-Clarholz
 

Das bereits im 11. Jahrhundert erwähnte Rittergut gelangte durch eine Erbschaft am Anfang des 18. Jahrhunderts an den baltischen Zweig der Freiherren von Kettler. Als Sommerresidenz ließ Carl Emilio von Kettler von 1710 bis 1715 den barocken Neubau errichten. Die im Inneren wohl nie ganz vollendete Residenz wurde nur wenige Jahrzehnte von dem Adelsgeschlecht bewohnt. Nach mehreren Besitzerwechseln gelangte 1830 das Anwesen an die Herzöge von Croy, die es wiederum weiter veräußerten. Die heutigen Eigentümer haben die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts stark vernachlässigte Anlage mit großem Aufwand restauriert und einen kleinen Teil des einstmals prachtvollen Barockgartens neu angelegt.

Externe ID: T-P363N403-20080225-0006
Erfassungsdatum: 25.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Haus Möhler

Zugehöriges Objekt

Gartenanlage Haus Möhler, Herzebrock-Clarholz (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Außenbesichtigung möglich, der rekonstruierte Gartenbereich nur nach vorheriger Anmeldung.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Gütersloher Sandebene/Ostmünsterland, zwischen Herzebrock und Oelde, Größe etwa 3,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Das bereits im 11. Jahrhundert erwähnte Rittergut gelangte durch eine Erbschaft am Anfang des 18. Jahrhunderts an den baltischen Zweig der Freiherren von Kettler. Als Sommerresidenz ließ Carl Emilio von Kettler von 1710 bis 1715 den barocken Neubau errichten. Die im Inneren wohl nie ganz vollendete Residenz wurde nur wenige Jahrzehnte von dem Adelsgeschlecht bewohnt. Nach mehreren Besitzerwechseln gelangte 1830 das Anwesen an die Herzöge von Croy, die es wiederum weiter veräußerten. Die heutigen Eigentümer haben die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts stark vernachlässigte Anlage mit großem Aufwand restauriert und einen kleinen Teil des einstmals prachtvollen Barockgartens neu angelegt.

Gebäude und Ausstattung:
Über die Baugeschichte des 1710 - 1715 errichteten barocken Gebäudes ist wenig bekannt. Zwei zu diesem Zeitpunkt mit erbaute Seitenflügel wurden Mitte des 19. Jahrhunderts abgebrochen. Der erhaltene prächtige und elegante Mittelbau weicht sehr von anderen gleichzeitig erbauten westfälischen Herrenhäusern ab, er zeigt eine auffällige Verwandtschaft mit Barockschlössern der Mark Brandenburg. Zu den Gebäuden gehört ein Gebäude für die Wasserkunst sowie eine Kapelle an der Zufahrt.

Art der Grünanlage:
Rekonstruierter Barockgarten.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Von dem vermutlich nur teilweise ausgeführten Barockgarten sind mehrere Entwürfe bekannt. Die zwischen 1721 und 1727 gefertigten Pläne zeigen in verschiedenen Varianten eine geometrische Gesamtanlage nach französischem Vorbild. Die Entwürfe sahen beispielsweise an der Gartenfront der barocken Residenz einen Lustgarten mit Broderieparterres, Bosketts und einem zentralen Spiegelweiher vor. In den Seitenpartien und an den Ufern der Gräfte waren geometrisch exakt geschnittene Hecken oder Alleen geplant, die sich wie grüne Wände zu Räumen zusammenschlossen.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Auf die Initiative und das Engagement der heutigen Eigentümer gehen die Bestrebungen zurück, nach der umfassenden Restaurierung des Gebäudes auch den Garten in seiner barocken Erscheinung neu erlebbar zu machen. Die Zufahrt zum Herrenhaus führt heute durch eine Allee mit kleinkronigen Kugelakazien. Der repräsentative Anspruch an die gärtnerische Gestaltung wird durch barockisierende Rasenspiegel, die mit niedrigen Buchsbaumhecken eingefasst sind und durch die Nachbildungen der historischen Pflanzschalen verdeutlicht. Direkt vor dem Haupteingang hat man in der Art eines barocken Vierpassbrunnens, ein mit Buchsbaum eingefasstes Rosenbeet angelegt, in dessen Zentrum eine Sonnenuhr aufgestellt ist. An der Gartenseite des Hauses finden die Besucher auf der Gräfteninsel ein kleines  rekonstruiertes Parterre, dessen Beete mit ornamental geschnittenen Buchsbaumhecken eingefasst und mit hellem Kies ausgelegt sind. Zu beiden Seiten der Freitreppe ist jeweils ein Laubengang mit Kletterrosen angelegt worden. Zudem schmücken verschiedene Kletterrosen das Geländer der Gräfte. Zur Ausstattung dieses Bereichs hat man als barockisierende Nachbildungen zwei kleine Springbrunnen, geschwungene Steinbänke und einige Kleindenkmäler aufgestellt. Südlich der Gräfte wird die umzäunte Fläche des einstigen Barockgartens heute hauptsächlich als Wildgehege genutzt. Genau in der verlängerten Mittelachse des Hauses hat sich in der Wiese der eingetiefte Spiegelweiher des barocken Gartens erhalten. Nach dem Vorbild der damaligen Gartenentwürfe sind in diesem Bereich zwei Alleen nochmals mit Kugelakazien neu angepflanzt worden. Zahlreiche Kopien englischer Gartenvasen aus der Grafschaft Kent ergänzen die Gestaltung und ermöglichen so die Vorstellung von einer barocken Gartenanlage.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1895): Blatt 4115, Rheda-Wiedenbrück (Wiedenbrück). Herausgegeben 1895, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Fleitmann, Wilhelm (1969): Haus Möhler - Abglanz vergangener Pracht. In: Unsere Heimat - Kreis Beckum, Beckum, Seite 47 - 52.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Schopf, Regine von (1988): Barockgärten in Westfalen. Worms.
  • Meisel, Sofie (1960): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 97 Münster. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 97, Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster.
Externe ID: LWL-GUP00022
Erfassungsdatum: 30.08.1999
Kategorie: Gutspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Archivauswertung
Touristische Bedeutung: gering - ist einen Besuch vor Ort wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1721 - 1727
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032972


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1999: Haus Möhler
1999: Haus Möhler
1999: Haus Möhler
1895: Haus Möhler