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Gut Oberbehme, Kirchlengern
 

Das Rittergut Behme besteht seit dem 12. Jahrhundert. Nach dem Vorgängerbau einer mittelalterlichen Wasserburg erfolgte im 18. und 19. Jahrhundert der Umbau zu einem eingeschossigen Herrenhaus. Das dreiflügelige Hauptgebäude ist von Gräften umgeben.

Der historische Landschaftspark im Umfeld der Gräften ist durch ausgedehnte Rasenflächen und einen alten Baumbestand charakterisiert. Etwa in der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde ein Teil des Parks aufgegeben, er stellt sich heute als Wald dar.

Externe ID: T-P363N403-20080225-0003
Erfassungsdatum: 25.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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Gut Oberbehme

Zugehöriges Objekt

Gutspark Oberbehme, Kirchlengern (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ravensberger Hügelland, in einer Geländesenke am Westrand des Werretales im südlichen Gemeindegebiet von Kirchlengern; Größe etwa 2 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Das Rittergut Behme besteht laut einer Hebeliste der Abtei Herford seit dem 12. Jahrhundert. Ab 1426 gelangte das Gut in das Eigentum der Familie von Quernheim. 1826 erwarb Arnold Friedrich von Laer das Anwesen, das bis heute von der Familie bewohnt wird.

Gebäude und Ausstattung:
Nach dem Vorgängerbau einer mittelalterlichen Wasserburg erfolgte im 18. und 19. Jahrhundert der Umbau zu einem eingeschossigen Herrenhaus mit Mansardendach. Ein Erweiterungsbau erfolgte 1911. Das dreiflügelige Hauptgebäude ist von Gräften umgeben, der nordöstliche Torflügel und der südlich angrenzende Flügel wurden als Wohn- und Verwaltungsgebäude genutzt, im nordwestlichen Flügel befand sich eine Brennerei.

Art der Grünanlage:
Historischer Gutspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die Flurkarte vom Ende des 17. bzw. frühen 18. Jahrhunderts zeigt südlich der Gräfteninsel die Anlage eines axialen Gartens, der in der Kartenlegende als "Krautgarten" bezeichnet ist. Der Plan von 1820 zeigt die gleiche Fläche mit regelmäßiger Wegeführung als Blumengarten. Im westlichen Anschluss daran wird die Fläche als "das alte Bosquet" bezeichnet. Vermutlich handelt es sich bei diesen beiden Flächen um den Restbestand eines barocken Gartens. In der nördlichen Verlängerung des Gartens zeigt ein detaillierte Plan von 1820 einen großen Nutzgarten ("der große Küchengarten hinter dem Bosquet") mit einem ovalen Wasserbecken oder Teich. Als nördlichen Abschluss der gärtnerischen Anlagen zeigt der Plan wiederum eine landschaftliche Gestaltung mit Schlängelwegen und einem runden Wasserbecken bzw. Brunnen oder Teich im Zentrum ("das neue Bosquet"). Gegen Ende des 19. Jahrhunderts sind die einzelnen Gartenbereiche nicht mehr deutlich voneinander getrennt und werden durch ein großzügiges Wegesystem miteinander verbunden.

Nach Aufgabe der Brennerei wurden 1911 die nördlichen Gebäudeflügel als Wohnungen für die Eigentümerfamilie umgebaut. Die Hauptgartenrichtung wurde von den ehemaligen Wohnbereichen in den Südflügeln auf die Nordseite verlagert und eine Brücke über die Gräfte zu einem Sitzplatz angelegt.

Etwa in der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der nordwestliche Parkteil aufgegeben, er stellt sich heute als Wald dar.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der historische Landschaftspark wird um die Gräften herum durch ausgedehnte Rasenflächen und einen alten Baumbestand charakterisiert. Der nordwestliche Parkbereich ist verwaldet und somit kaum noch als Park erkennbar. Vom 1911 errichteten Vorbau des nördlichen Gebäudeflügels führt eine weiße Holzbrücke über die Gräfte zu einem intensiv gepflegten Gartenbereich, der von der Familie privat genutzt wird.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (Hrsg.) (1895): Blatt 3817, Bünde (Herford). Herausgegeben 1895, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Schopf, Regine von (1988): Barockgärten in Westfalen. Worms.
  • Seick, Carsten (1996): Studien zu landschaftlichen Gärten und Parks in Westfalen-Lippe unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen privater Auftraggeber. Münster, Westfälische Wilhelm-Universität Münster, Dissertation, Band 1 - 4, Band 3, Seite 442.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Kolbus, Carl (1950): Löhner Chronik. Herford, Seite 102-103.
  • Trippler, Helmut (1982): Kirchlengern in alten Ansichten. Zaltbommel/NL.
Externe ID: LWL-GUP00067
Erfassungsdatum: 30.06.1999
Kategorie: Gutspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1690 - 1710
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032930


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2000: Gut Oberbehme
2000: Gut Oberbehme
2000: Gut Oberbehme
1895: Gut Oberbehme