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Grünanlage Luttenberg, Herford
 

Zwischen den historischen Stadtteilen Altstadt und Stiftberg der Stadt Herford gelegener historischer Landschaftspark.

Externe ID: T-P363N403-20080222-0013
Erfassungsdatum: 22.02.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Luttenberg

Zugehöriges Objekt

Luttenberg, Herford (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Stadt Herford, Postfach 2843, 32046 Herford. Die Anlagen sind öffentlich zugänglich.
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Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Am Ortsrand des Ravensberger Hügellandes am Übergang zum Lipper Bergland auf einer exponierten Hügelkuppe oberhalb des Werretales. Lage zwischen den historischen Stadtteilen Altstadt und Stiftberg der Stadt Herford. Größe etwa. 3,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Die sich heute im Wesentlichen als einheitlicher Park darstellende Grünfläche hat zwei völlig verschiedene geschichtliche Wurzeln.

  1. Luttenberg
  2. Der Luttenberg als deutlich exponierte Hügelkuppe gilt als germanische Gerichtsstätte, auf der sich vermutlich ein vorchristliches Heiligtum befand. Wahrscheinlich war diese Kuppe in früher Zeit Standort einer St. Michael-Kapelle in unmittelbarer Nähe des Marienstifts.

    Auf dem Stiftberg wurde im 9. Jh. ein Frauenstift für den niederen sächsischen Adel eingerichtet. Besondere Bedeutung erlangte dieses Stift durch die "Vision", eine Legende, nach der im Jahre 1011 einem Hirtenjungen auf dem Stiftberg die Jungfrau Maria in strahlendem Lichterglanz erschien. Diese Erscheinung war Ausgangspunkt für den Bau einer neuen, 1180 vollendeten Hallenkirche und eines bis heute lebendigen Volksfestes, der "Vision". Auf dem Luttenberg wurde während der Markttage der "Herforder Vision" die Friedensfahne als Zeichen des Marktfriedens aufgezogen. Der Luttenberg ist vollständig als Bodendenkmal geschützt.

  3. Schützenhofpark

Dieser Park ist aufs engste mit der 1832 gegründeten und noch heute bestehenden Herforder Schützengesellschaft verbunden.

Bereits 1844 wurde ein Schützenfest auf dem Hang des Luttenberges gefeiert, 1859 erwarb die Schützengesellschaft und die Stadt Herford die Flächen und errichtete in Anlehnung an eine vorhandene und mit erworbene Gaststätte den Schützenhof. Gleichzeitig beginnen erste Arbeiten am Park. Das Gebäude des Schützenhofes ist in der Folge mehrfach umgebaut und erweitert worden und bietet noch heute für die Stadt Herford ein Zentrum für Tagungen und Feste, es ist gleichzeitig Sitz der Nordwestdeutschen Philharmonie.


Gebäude und Ausstattung:
An den Gebäuden des Schützenhofes befand sich zur Parkseite ab 1884 bis Ende der 1950er Jahre eine große Terrasse mit Veranda und Musikpavillon. Diese Einrichtungen wurden 1960 abgerissen, die Flächen teils mit Erweiterungsbauten bebaut oder in Parkplätze umgewandelt. Im Park befinden sich mehrere Gedenksteine.

Art der Grünanlage:
Historischer Landschaftspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Über die Grünanlage auf dem Luttenberg ist wenig bekannt. Es ist davon auszugehen, dass er bereits im 19. Jahrhundert als öffentliche Grünfläche galt. Der Magistratsbericht der Verwaltung Herford für die Jahre 1884 bis 1887 berichtet in dem Absatz über städtische Bäume, dass eine der vier uralten Linden auf dem Luttenberg 1886 abgebrannt sei. Der Zeitpunkt der Anlage von Treppen, Rundwegen sowie eines festen Sitzplatzes auf der Kuppe ist nicht zu ermitteln.

Nach Erwerb des Schützenhofes wird 1861 eine erste Linde zu Ehren des preußischen Königs gepflanzt. Die Parkanlage wurde in einem ersten Abschnitt 1881 hergestellt, die preußische Landesaufnahme von 1895 zeigt den Park in seiner ersten Ausdehnung. 1895 wurden angrenzende Grundstücke erworben, in den folgen Jahren wurde der Park zu seiner heutigen Größe entwickelt.

In den Jahren 1959/60 erfolgte ein grundlegender Umbau des Schützenhofes, der auch die gebäudenahen Parkteile erfasste.

Heutiger Zustand / Nutzung:

  1. Luttenberg
  2. Der Luttenberg stellt sich als lichter Gehölzbestand dar. Auf der Kuppe sind noch zwei der ursprünglich vier "Visions-Linden" vorhanden, das Alter wird auf ungefähr 300 Jahre geschätzt. Eine weitere Altlinde steht am Hang zur Luttenbergstraße.

  3. Schützenhofpark

Der Park am Schützenhof ist gekennzeichnet durch einen lockeren Altbaumbestand in gepflegten Rasenflächen. Herausragend sind eine Gruppe alter Kastanien, einige Eichen sowie Kiefern. Die Zuordnung von Gebäude/Gastronomie ist unbefriedigend (Hinterhofcharakter), das Wegenetz ist teilweise in schlechtem Zustand.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1895): Blatt 3818, Herford. Herausgegeben 1895, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Dallmann, Gerhard (2001): Lieblich-lind duften die Lindenbäume "tausend-jährige" Linden in Minden-Ravensberg-Lippe. Legenden und Wirklichkeit. Herford-Hiddenhausen.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00123
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Stadtwald
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: gering - ist einen Besuch vor Ort wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1859 - 1895
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032874


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2000: Luttenberg - Schützenhofpark
1999: Luttenberg - Schützenhofpark
1895: Luttenberg