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Schloss Haddenhausen
 

Die Ursprünge des Gutes Haddenhausen liegen vermutlich im 11. Jahrhundert. Auf einer Gräfteninsel wurde zwischen 1613 und 1616 ein Weserrenaissance-Schloss mit zwei kleinen Gärten errichtet.

Externe ID: T-P363N403-20080222-0007
Erfassungsdatum: 22.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2007: Gut Haddenhausen

Zugehöriges Objekt

Gärten am Schloss Haddenhausen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation und Lage:
Am Übergang des Rothenuffler Lößhangs (Nordhang des Wiehengebirges) in die moorige Bastau-Niederung, am Nordrand der Ortschaft Haddenhausen.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Die Ursprünge des Gutes Haddenhausen liegen wohl im 11. Jahrhundert, denn bereits 1254 erwarb der Bischof von Minden die Freigrafschaft Stemwede und das Gut Haddenhausen und belehnte damit das Ministerialgeschlecht von Haddenhausen. Um 1460 wurde das Gut in einer Fehde zwischen den Bischöfen von Minden und Osnabrück zerstört. Ab 1457 war das Gut im Eigentum der Familie von Münchhausen. Als die Reformation in Minden eingeführt wurde, wurde Johann v. Münchhausen zum Vorfechter des Katholizismus und zettelte bewaffnete Konflikte mit der Stadt Minden an, die 1530 mit seiner Niederlage und der Zerstörung der Burg endeten. Nach langem Streit um den Besitz und der Zerrüttung der Vermögensverhältnisse wurde das Gut 1610 an die mit den Münchhausens verwandte Familie von der Bussche-Lohe verkauft. Johann von der Bussche ließ dann das heute noch stehende Schloss errichten. Das Schloss befindet sich bis heute im Besitz dieser Familie, ist jedoch verpachtet.

Gebäude und Ausstattung:
Auf einer Gräfteninsel liegt das zwischen 1613 und 1616 vom Baumeister Eberhard Wilkenings errichtete Weserrenaissance-Schloss. An der zweiflügeligen Schlossanlage finden sich mit einem Erker, einem Treppenturm und vielen Ornamenten alle typischen Elemente der Weserrenaissance. Es bestehen enge bauliche Verwandtschaften zum Schloss Wendlinghausen, welches zur gleichen Zeit durch den gleichen Baumeister für die Familie von Münchhausen errichtet wurde. Ein steinerner Renaissance-Torbogen aus Bossensteinen mit zahlreichen Ornamenten ziert die Zufahrt zum Schloss. Südlich des Schlosses liegen Wirtschaftsgebäude sowie eine Kapelle aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Art der Grünanlage:
Schlossgärten auf Gräfteninsel.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Eine größere Garten- oder Parkanlage hat am Schloss Haddenhausen nie bestanden. Die Preußische Landesaufnahme von 1896 zeigt das Schloss umgeben von kleinen Wäldchen und Wiesen. Eine Allee führt von der Hauptstraße zum Schloss. Auf der Gräfteninsel liegt südlich und östlich des Schlosses ein Garten, der zum Schlosshof durch eine etwa zwei Meter hohe Mauer abgetrennt ist. In diesem Garten sind wohl im 19. Jahrhundert einzelne Bäume angepflanzt worden, die sich bis heute zu markanten Altbäumen entwickelt haben.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Auf der Gräfteninsel sind einige sehr schöne Altbäume erhalten, so eine Blutbuche, Eichen, Platane, Linde, Eibe und Bergahorn. An der Gräfte beherrscht eine Trauerweide das Bild. Die Allee zur heutigen Bundesstraße B 65 ist vor einigen Jahren erneuert worden. Die Gräften und Teiche auf dem Gelände sind von hohem ökologischem Wert und werden sowohl hinsichtlich der Tier- als auch der Pflanzenbestände im Biotopkataster NRW geführt.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 3718, Bad Oeynhausen (Oeynhausen). Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.
  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 3719, Minden. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Maoro, Ernst (1988): Gut Haddenhausen. In: Burgen, Schlösser, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 97 - 98.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • o. A. (1964): Beiträge zur Geschichte des Schlosses Haddenhausen. In: Mindener Heimatblätter, 36. Jg. 1964, Heft 5/6, Minden.
Externe ID: LWL-GUP00035
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlossgarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1896
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032790


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2007: Gut Haddenhausen
2007: Gut Haddenhausen
2007: Gut Haddenhausen
2007: Gut Haddenhausen
1896: Gut Haddenhausen