Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Benutzername:  
Passwort:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Ellerburg, Espelkamp
 

1475 wird das Gut erstmalig genannt, Eigentümer war Hardecke von Münch. 1510 wurde das Gut unter seinen beiden Söhnen aufgeteilt, die zweite Hälfte bildete das auch heute noch bestehende benachbarte Gut Benkhausen. Im 30-jährigen Krieg gab es im Jahr 1633 ein Gefecht zwischen kaiserlichen und schwedisc­hen Truppen um die Burg. In der weiblichen Erbfolge gelangte das Gut nach langem Streit an die Familie von Ripperda. Der preußische Offizier Friedrich Wilhelm Freiherr von Ripperda, der zeitweise in der Festung Minden stationiert war, ließ wohl um 1795 die Gebäude neu erbauen. 1825 erwarb der Mindener Regierungspräsident Freiherr Karl von der Horst das Gut. Das Gut ist bis heute im Besitz dieser Familie, wird aber seit langer Zeit nicht mehr genutzt, die Gebäude sind stark baufällig. An der Ellerburg finden sich noch Relikte eines historischen Gutsparks. Der Name der Burg ist wohl auf die in der feuchten Niederung der großen Aue weit verbreiteten Erlen (Eller) zurückzuführen.

Externe ID: T-P363N403-20080218-0008
Erfassungsdatum: 18.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



In Karte anzeigen

2004: Gut Ellerburg

Zugehöriges Objekt

ehemaliger Gutspark Ellerburg, Espelkamp (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum; derzeit ungenutzt, Teilflächen aus Sicherheitsgründen gesperrt, Teilflächen eingeschränkt öffentlich zugänglich.
­
Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Am Übergang der Alsweder Niederung zur Rahdener Geest nur schwach ausgeprägter Talraum der Großen Aue, westlicher Ortsrand von Fiestel; Größe etwa 4 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Der Name der Burg ist wohl auf die in der feuchten Niederung der großen Aue weit verbreiteten Erlen (Eller) zurückzuführen.

1475 wird das Gut erstmalig genannt, Eigentümer war Hardecke von Münch. 1510 wurde das Gut unter seinen beiden Söhnen aufgeteilt, die zweite Hälfte bildete das auch heute noch bestehende benachbarte Gut Benkhausen. Im 30-jährigen Krieg gab es im Jahr 1633 ein Gefecht zwischen kaiserlichen und schwedischen Truppen um die Burg. In der weiblichen Erbfolge gelangte das Gut nach langem Streit an die Familie von Ripperda. Der preußische Offizier Friedrich Wilhelm Freiherr von Ripperda, der zeitweise in der Festung Minden stationiert war, ließ wohl um 1795 die Gebäude neu erbauen. Nach dem die Familie in finanzielle Schwierigkeiten gekommen war, erwarb 1825 der Mindener Regierungspräsident Freiherr Karl von der Horst das Gut. Das Gut ist bis heute im Besitz dieser Familie, wird aber seit langer Zeit nicht mehr genutzt, die Gebäude sind stark baufällig.

Gebäude und Ausstattung:
Das stark baufällige dreiflügelige Herrenhaus liegt auf einer kleinen Gräfteninsel, die Gräften waren zum Zeitpunkt der Bestandsaufnahme (Sommer 1999) trocken. Auf den Hof führt eine repräsentative Steinbrücke. Zu dem Komplex gehört nördlich des Herrenhauses die "Ellerburger Mühle", eine Wassermühle, die vom zum Teil aufgestauten Umfluter der Großen Aue getrieben wurde.

Art der Grünanlage:
Historischer Gutspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die preußische Neuaufnahme von 1896 zeigt ein vom Mühlengraben umgebenes Areal, unterhalb dessen das Herrenhaus mit Gräften, ein Mühlenteich sowie Gartenflächen dargestellt sind, daneben auch Wiesenflächen. Nach dem heutigen Altbaumbestand zu urteilen, sind zumindest größere Teile dieses Areals parkartig gestaltet gewesen. Nach Angaben des Fördervereins Ellerburg wurde bereits 1835 der "schöne Park neu geordnet".

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die Flächen stellen sich heute als extensiv genutzte Wiesen und geschlossene Gehölzbestände dar. Sowohl in den Wiesenflächen als auch in den jüngeren Gehölzbeständen sind Altbäume vorhanden, die als Restelemente des Parks angesehen werden können.

Am Südostrand des Geländes verläuft eine Kastanienallee, die heute ihren Endpunkt in einer mächtigen Platane am Rande eines Gewässers findet. Ursprünglich verband diese Allee die Ellerburg über ein südwestlich in der Feldflur liegendes Erbbegräbnis mit dem Schloss Hollwinkel. Im Bereich des Gebäudes stehen drei sehr alte Linden, besonders hervorzuheben die etwa 400 Jahre alte Linde im Burghof.

Sonstiges:
Die ehemals zur Ellerburg gehörenden landwirtschaftlichen Flächen südlich der Burg bis zum Mittellandkanal wurden vor einigen Jahren vom Land NRW aufgekauft. Das heutige Naturschutzgebiet "Ellerburger Wiesen" bildet mit seinen ökologisch hochwertigen Feuchtwiesen und Gehölzstrukturen gleichzeitig ein Dokument der historischen Kulturlandschaft der feuchten Alsweder Niederung.

Im März 2007 erstellte das LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen im Auftrag der Stadt Espelkamp ein Gutachten "Die Ellerburg - Handlungs- und Nutzungskonzeptkonzept unter Einbeziehung der Freiflächen. Dieses Gutachten kam zu dem Resultat, dass es keine Chance für eine Sanierung der Ellerburg gibt.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 3617, Lübbecke. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Schmitt, Michael (Bearb.) (2002): Minden-Ravensberg Stadt Bielefeld - Kreis Gütersloh Kreis Herford - Kreis Minden-Lübbecke. In: Westfalia Picta, Band 7, Münster, Seite 118 - 119.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Dallmann, Gerhard (2001): Lieblich-lind duften die Lindenbäume "tausend-jährige" Linden in Minden-Ravensberg-Lippe. Legenden und Wirklichkeit. Herford-Hiddenhausen.
Externe ID: LWL-GUP00052
Erfassungsdatum: 02.11.2000
Kategorie: Gutspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1825 - 1835 bis 2006
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032676


In Karte anzeigen

2007: Gut Ellerburg
2007: Gut Ellerburg
2006: ehem. Gut Ellerburg
1896: Gut Ellerburg
1875: Gut Ellerburg