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Schlossanlage Ovelgönne, Bad Oeynhausen
 

Ovelgönne gehört zu den ältesten Adelssitzen Ostwestfalens und wird bereits 922 erstmals als königlicher Meyerhof im Besitz des Paderborner Klosters Abdinghof erwähnt. Das barocke Schlossgebäude wurde 1740 errichtet. Nach wechselvoller Geschichte begann ab 1981 die Stadt Bad Oeynhausen mit der Renovierung und dem Ausbau des Schlosses als Bürgerzentrum. Der ehemalige Schlossgarten ist heute nicht mehr vorhanden.

Externe ID: T-P363N403-20080218-0007
Erfassungsdatum: 18.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2007: Schloss Ovelgönne

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Ovelgönne, Bad Oeynhausen - Eidinghausen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Stadt Bad Oeynhausen, Schwarzer Weg 6, 32549 Bad Oeynhausen. Die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ravensberger Hügelland; im nördlichen Stadtgebiet von Bad Oeynhausen.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Ovelgönne gehört zu den ältesten Adelssitzen Ostwestfalens und wird bereits 922 erstmals als königlicher Meyerhof im Besitz des Paderborner Klosters Abdinghof erwähnt.

Das Schloss war vom 14. Jahrhundert bis 1663 im Eigentum der Familie von Münchhausen, danach bis 1738 im Eigentum der Familie von Schloer (genannt Gehle). 1738 erwarb die Familie von Weißenfels das Gut und baute es ab 1740 zur barocken Anlage aus. Nach 1883 hatte das Gut häufig wechselnde bürgerliche Besitzer, es wurde 1891 aus der Matrikel der Rittergüter gestrichen. Nach Abholzung der Parkanlage um 1920 verfiel die Anlage zusehends.

Die ehemalige Gemeinde Eidinghausen erwarb 1940 das Schloss, um eine Dorfgemeinschaftsanlage zu errichten. Die Pläne wurden nicht realisiert, ab 1946 diente das Schloss als Krankenhaus und Altenheim. Große Teile des Schlossareals wurden bis etwa 1960 als Gewerbeflächen veräußert. 1969 beschloss der Rat der Gemeinde, Schloss und Grundstück als Gewerbeflächen zu verkaufen. Der Vollzug dieses Beschlusses scheiterte an der kommunalen Neugliederung und der Eingemeindung nach Bad Oeynhausen. 1977 wurde die Nutzung als Altenheim beendet, ab 1981 begann die Stadt Bad Oeynhausen mit der Renovierung und dem Ausbau des Schlosses als Bürgerzentrum.

Gebäude und Ausstattung:
Barockes Schlossgebäude aus verputztem Bruchsteinmauerwerk 1740 unter Johann Friedrich von Weißenfels erbaut. Hofseite mit Mittelrisalit und zweiflügeliger Freitreppe, Gartenseite ohne Risalit. Vor dem Gartenportal Terrasse im Hochparterre und anschließende einflügelige Freitreppe. Die Terrasse wurde 1855 mit einem Wintergarten überbaut, der bei der Renovierung 1981 entfernt wurde.

Im ehemaligen Schlossgarten befand sich südlich der Gräfte ein 1866/67 erbautes Mausoleum, 1963 abgebrochen.

Der Zustand des Gräftenbereichs südlich des Schlosses im Übergang zum Garten lässt sich nach einer Chromolithographie Deiters von 1865 gut rekonstruieren: Gräftenmauer auf der Gartenseite des Schlosses in Bruchstein gefasst, Geländer der Schlossinsel mit aufgesetzter barocker Balusterbrüstung, gegliedert durch Pfeiler. Auf neun Baluster folgt ein Pfeiler. Brüstung der Parkbrücke mit schmiedeeisernem Geländer. Auf den 10 steinernen Pfeilern der Brücke je eine Terrakotta-Vase (Torso 1982 aus der Gräfte geborgen).

Das Balustergeländer wird von Seib (1983) der Zeit des Schlossbaus um 1740 zugeschrieben und ist heute verschwunden. Das Geländer der Brücke stammt nach demselben aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Diesem Brückengitter wurde während der Restaurierung ab 1981 das gesamte Gräftengeländer auf der Gartenseite nachempfunden.

Art der Grünanlage:
Wasserschloss mit Grünanlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Der ursprüngliche barocke Garten befand sich südlich der Gräfteninsel. Auf historischen Karten (1837; 1841/ 1858) ist ein mit kreuzförmigem Wegeraster ausgestatteter Park erkennbar, der vermutlich noch die barocke Gestaltung darstellt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die barocke Anlage in einen Landschaftsgarten umgestaltet. Genaue Unterlagen über die ursprüngliche Gestaltung und Umgestaltung sind bisher nicht bekannt. Die Preußische Landesaufnahme von 1896 zeigt einen Park, der sich nun auch auf den Bereich im Norden und Osten der Gräfteninsel erstreckt, wobei der größte Teil des Parks nach wie vor im Süden des Schlosses liegt. Es ist ein die Gräfteninsel umschließendes Wegesystem erkennbar und im südlichen Parkbereich eine doppelt-kreisförmige Wegeführung in Form einer Acht. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Park "abgeholzt" und verschwand.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der ehemalige Schlossgarten ist heute nicht mehr vorhanden. Die große Freifläche wird als Sportplatz genutzt. Vor dem Schloss wurden Parkplätze und eine moderne Grünanlage angelegt.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 3718, Bad Oeynhausen (Oeynhausen). Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.
  • Landesvermessungsamt NRW (Hrsg.) (1837-1855): Urmesstischblatt 1837 Blatt 3718, Bad Oeynhausen. Bonn-Bad Godesberg.

Literaturangaben

  • Seib, Gerhard (1983): Heinrich Deiters Chromolithographie des Hauses Ovelgönne. In: An Weser und Wiehen. Beiträge zur Kultur und Geschichte einer Landschaft, Minden, Seite 225 - 228.
  • Bartling, Gerhard (1984): Wasserschloss Ovelgönne in Eidinghausen. In: Der Minden-Ravensberger, 56 Jg., Minden, Seite 37 - 38.
  • Maoro, Ernst (1986): Schloss Ovelgönne in Bad Oeynhausen. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 11 - 14.
  • Seib, Gerhard (1983): Zur Geschichte des Schlosses Ovelgönne in Bad Oeynhausen-Eidinghausen. o.O.
  • Schmitt, Michael (Bearb.) (2002): Minden-Ravensberg Stadt Bielefeld - Kreis Gütersloh Kreis Herford - Kreis Minden-Lübbecke. In: Westfalia Picta, Band 7, Münster, Seiten 294 und 296.
  • Seib, Gerhard (1983): Haus Ovelgönne - das Baudenkmal und seine Geschichte. In: Schloss Overgönne - Vom Wasserschloss in Eidinghausen zum Bürgerhaus der Stadt Bad Oeynhausen, Bad Oeynhausen, Seite 15 - 38.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
Externe ID: LWL-GUP00158
Erfassungsdatum: 30.08.1999
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: gering - ist einen Besuch vor Ort wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1740
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032662


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2007: Schloss Ovelgönne
2007: Schloss Ovelgönne
1896: Bad Oeynhausen
Schloss Ovelgönne
1837: Bad Oeynhausen