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Schlossanlage Wietersheim, Petershagen
 

Erste Erwähnung des Gutes um 1323. Die Anlage wurde jahrhundertelang als Rittergut des Johanniterordens genutzt.  Infolge der geografischen Lage an der Grenze des Fürstbistums Minden mit der Grafschaft Schaumburg sowie der Lage unmittelbar am Weserufer war Wietersheim häufig in Grenzstreitigkeiten verwickelt und wurde dementsprechend häufig in Mitleidenschaft gezogen. Im 30jährigen Krieg wurde das Gut völlig zerstört. 1799 endet die Nutzung als Komturei mit dem Verkauf an den Mindener Domkapitular und Landrat von Cornberg, unter ihm erfolgte der Umbau von Vorläuferbauten zum heutigen Schloss. Danach wechselnde Besitzer, u. a. ­Jérôme Bonaparte.  Im April 1945 wurde das Schlossgebäude durch Beschuss zerstört. Die ehemalige Gartenstruktur des Schlossparks ging mit der Abholzung in der Nachkriegszeit vollständig verloren, der heutige Garten ist eine danach entstandene Neuanlage.­

Externe ID: T-P363N403-20080218-0004
Erfassungsdatum: 18.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Schlosspark Wietersheim

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Wietersheim, Petershagen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Norddeutsche Tiefebene, am Nordwestrand des Dorfes Wietersheim, unmittelbar am Ufer der Weser gelegen. Größe der Schlossanlage etwa 2 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Erste Erwähnung des Gutes um 1323. Die Anlage wurde jahrhundertelang als Rittergut des Johanniterordens genutzt (sogenannte Komturei oder Kommende) und war vermutlich ursprünglich mit Graben und Wall gesichert. Infolge der geografischen Lage an der Grenze des Fürstbistums Minden mit der Grafschaft Schaumburg sowie der Lage unmittelbar am Weserufer war Wietersheim häufig in Grenzstreitigkeiten verwickelt und wurde dementsprechend häufig in Mitleidenschaft gezogen. Im 30jährigen Krieg wurde das Gut völlig zerstört. 1799 endet die Nutzung als Komturei mit dem Verkauf an den Mindener Domkapitular und Landrat von Cornberg, unter ihm erfolgte der Umbau von Vorläuferbauten zum heutigen Schloss. Danach wechselnde Besitzer, ­u. a.­ Jérôme Bonaparte, der Wietersheim einer Tochter vermachte. Im April 1945 wurde das Schlossgebäude durch Beschuss zerstört und im folgenden Winter kam es zum Verlust der alten Gehölze im Schlosspark.


Gebäude und Ausstattung:
Die ursprüngliche Gutsanlage bestand aus Fachwerkgebäuden, lediglich eine Kapelle (erbaut im späten 15. Jahrhundert) wurde in Massivbauweise errichtet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Kapelle unter Nutzung ihrer baulichen Grundsubstanz in ein Schlossgebäude umgebaut. Es entstand in den Jahren zwischen 1799 und 1810 ein kompakter achtseitiger Bau im klassizistischen Stil. Ursprünglich war das Gebäude dreistöckig und mit einem Mittelrisalit auf der Nordseite versehen. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde es lediglich zweistöckig wieder aufgebaut.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die westlich und südwestlich des Schlossgebäudes gelegenen, überalterten Wirtschaftsgebäude abgerissen.

Art der Grünanlage:
Gutspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die Schlossanlage liegt in einem Dreieck zwischen Weserufer und dem Bachlauf der Schnedicke.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden drei Gartenbereiche erwähnt, die zwischen Gutsgebäuden und Weserufer lagen und mit Flechthecken eingefriedet waren: Ein Lustgarten mit Kirschbäumen und zwei weitere Baumgärten mit Obstbäumen, von denen einer als Küchengarten diente.

Ende des 19. Jahrhunderts wird erstmalig eine gestaltete Gartenanlage kartografisch festgehalten. Vom Schloss verlaufen radial drei Wege nach Süden, zwischen denen sich zwei größere Grünflächen befinden. Im Süden wird diese Anlage vermutlich von einem Gehölzriegel abgeschlossen.

Im Winter 1945/46 wird ein Großteil der Bäume im Schlosspark zur Brennholzgewinnung abgeholzt.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die ehemalige Gartenstruktur ging mit der Abholzung in der Nachkriegszeit vollständig verloren, der heutige Garten ist eine danach entstandene Neuanlage.

Der Schlosspark stellt sich heute als extensiv gestaltet und genutzt dar. An das Haus schließt sich im Süden eine Rasenfläche an, die von etwa 40- bis 50-jährigem Baumbestand mit Unterholz gesäumt wird. In der Nähe des Hauses sind die Gehölzflächen intensiver, teilweise mit immergrünen Sträuchern gestaltet.

Im Südteil des Gartens wird ein kleiner Wasserlauf von einer weißen Holzbrücke überspannt. Zum Weserufer führen Treppen hinab. Es finden sich noch einige historische Ausstattungsdetails wie eine Putte, Steinbänke und -vasen im Garten.

Der Garten weist einen mäßigen Pflegezustand auf und neigt in den entlegenen Bereichen zur Verwilderung.

Quellenangaben

  • Landesvermessungsamt NRW (Hrsg.) (1837): Urmeßtischblatt Blatt 3619. Bonn-Bad Godesberg.
  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 3619, Petershagen. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Seick, Carsten (1996): Studien zu landschaftlichen Gärten und Parks in Westfalen-Lippe unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen privater Auftraggeber. Münster, Westfälische Wilhelm-Universität Münster, Dissertation, Band 1 - 4, Band 4.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Brepohl, Wilhelm (1984): Johanniter-Komturei und Schloss Wietersheim. In: 1200 Jahre Petershagen 784 - 1984. Beiträge zur Kultur und Geschichte, Petershagen, Seite 82 - 85.
  • Schmitt, Michael (Bearb.) (2002): Minden-Ravensberg Stadt Bielefeld - Kreis Gütersloh Kreis Herford - Kreis Minden-Lübbecke. In: Westfalia Picta, Band 7, Münster.
  • Deutscher Heimatbund (Hrsg.) (1992): Erfassung der historischen Gärten und Parks in der Bundesrepublik Deutschland. Stand Februar 1992. Meckenheim, 3. neubearbeitete und erweiterte Auflage.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00171
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1701 - 1720
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032620


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1999: Schloss Wietersheim
1896: Petershagen
Minden
Schloss Wietersheim
1837: Petershagen