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Gut Rothenhoff, Porta Westfalica
 

Südwestlich der Porta Westfalica bei Costedt in der Weseraue gelegene Gutsanlage mit historischer Parkanlage im Stil des englischen Landschaftsparks.

Externe ID: T-P363N403-20080218-0003
Erfassungsdatum: 18.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Gut Rothenhoff

Zugehöriges Objekt

Gutspark Rothenhoff, Porta Westfalica-Costedt (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
In der breiten Weseraue, ca. 3,5 km südwestlich des Weserdurchbruchs durchs Wiehengebirge an der Porta Westfalica am Rande der Streusiedlung Costedt; Größe etwa 2,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Gut Rothenhoff ist seit 1230 nachgewiesen. Es war eines der Hofgüter des Bischofs von Minden und ging mit der Auflösung des Fürstbistums Minden in den Besitz des preußischen Staates als dessen Rechtsnachfolger über. 1822 wurde das Gut an einen Bremer Kaufmann veräußert, durch Zukauf von Ländereien wurde Rothenhoff 1848 Rittergut und der Eigentümer Mitglied des preußischen Landtages. Von 1900 - 1915 wurden erste Kiesabgrabungen erschlossen, zurzeit der Weimarer Republik erlebte die Landwirtschaft eine hohe Blüte, aber bereits 1930 begann wieder der Kiesabbau auf den Gutsflächen, der bis heute andauert. Wegen der fortschreitenden Auskiesung wurden 1971 die landwirtschaftlichen Flächen und Einrichtungen an Landwirte der Umgebung verkauft und verpachtet, das Herrenhaus und der Park werden privat genutzt.

Das Gut Rothenhoff ist eng mit der Militärgeschichte der letzten 400 Jahre verbunden. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde das Gut einem schwedischen Gesandten geschenkt, um die schwedische Zustimmung zur Übertragung des Fürstbistums Minden an Brandenburg zu erreichen. 1666 wurde die Schenkung rückgängig gemacht und der Gesandte Björnclou mit Geld entschädigt.

Im 7-jährigen Krieg waren wohl 1759, im Zusammenhang mit der Schlacht um Minden zwischen französischen und englischen Truppen, auf Rothenhoff 400 Husaren einquartiert. Unter Napoleon wurde Rothenhoff kaiserlich-französische Domäne, sie wurde dem bei Jena und Auerstädt erfolgreichen französischen General de la Houssay geschenkt. Auf dem Rückzug der Franzosen, in den Befreiungskriegen, war Rothenhoff kurze Zeit Quartier französischer Marinesoldaten unter General Prinz Eckmühl.

1945 wird Gut Rothenhoff von den Engländern besetzt und bis zur Verlegung ins Rheinland 1954 Sitz des Oberbefehlshabers der Rheinarmee. Die Generale Eisenhower und Montgomery weilten kurze Zeit hier.

Gebäude und Ausstattung:
Die Wirtschaftsgebäude und das Herrenhaus stammen aus der Epoche der Bremer Kaufmannsfamilie Cäsar, die das Gut von 1822 - 1915 besaß. Das Herrenhaus wurde als Neubau 1863 nach Plänen des königlichen Baumeisters Barring im spätklassizistischen Stil errichtet.

Art der Grünanlage:
Historischer Gutspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Der Park wurde im Stil des englischen Landschaftsparks im Zusammenhang mit dem Neubau des Herrenhauses 1863 angelegt. Er erstreckte sich nach der Karte der Kgl. Preußischen Landesaufnahme östlich und nördlich des Herrenhauses.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die Parkteile nördlich des Herrenhauses sind nicht mehr vorhanden. Sie wurden in Acker umgewandelt.

Der Park östlich des Hauses hat seinen Charakter weitgehend gewahrt. Weite Rasenflächen mit einzelnen Altbäumen vor einer repräsentativen Terrasse am Haus gehen in randliche Gehölzgruppen und Altbaumbestände über. Nach Süden ist der Park mit einer Mauer begrenzt, nach Osten und Norden geht er durch Hecken begrenzt in landwirtschaftliche Flächen über. Das Gebäude ist zurzeit unbewohnt und ungenutzt. Der Park befindet sich durch entsprechende Initiative des Eigentümers in einem hervorragenden Pflegezustand.

Weitere Informationen:

Weitere Abbildungen: Westfalia Picta, Band 7, Seite 356 - 358

Siehe auch Internetauftritt (s. unten Quellenangaben) des Parkeigentümers www.rothenhoff.de 

Quellenangaben

  • Harms (Hrsg.) (o.J.): http://www.rothenhoff.de/. Zuletzt aufgerufen am 08.03.2012, Porta Westfalica.
  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 3719, Minden. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Schrader, Wilhelm (1979): Costedt. In: Stadt Porta Westfalica, Porta Westfalica.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Münstermann, Albert / Wolfgang, Heinrich (o.J.): Porta Westfalica - Porträt einer Landschaft. Porta Westfalica.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Schmitt, Michael (Bearb.) (2002): Minden-Ravensberg Stadt Bielefeld - Kreis Gütersloh Kreis Herford - Kreis Minden-Lübbecke. In: Westfalia Picta, Band 7, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00074
Erfassungsdatum: 13.09.1999
Kategorie: Gutspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1863
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032606


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2000: Gut Rothenhoff
1896: Gut Rothenhoff
1864: Gut Rothenhoff