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Klosteranlage Marienfeld, Harsewinkel
 

Das Kloster gründeten 1185 Zisterzienser aus dem Kloster Hardehausen (Warburg). In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges hatten die Mönche das Kloster zeitweise aufgegeben. Zwischen 1699 und 1746 wurde es dann zu einer prachtvollen Barockanlage um- und ausgebaut. Nach der Säkularisation 1803 blieb die Kirche als Pfarrkirche bestehen. Das übrige Kloster wurde Domänenbetrieb, den die preußische Regierung 1829 verkaufte. Wesentliche Teile der barocken Gebäude wurden abgerissen und ein Teil der umgebenden Gewässer trockengelegt. 1852 erwarb die Familie Korff auf Haus Harkotten das Gut.
Freiherr von Korff verkaufte ab 1953 größere Teile der landwirtschaftlichen Flächen für die Ansiedlung von Wohnhäusern für Flüchtlinge und Vertriebene. Durch einheitliche Bausatzungen ist mit dem neuen Ort Marienfeld nördlich der Klosteranlage ein interessantes Dokument der Baukultur im Nachkriegsdeutschland entstanden.
Die barocke Gartenanlage entstand in der Zeit des Abts Oesterholt zwischen 1717 und 1746. Die Gartenanlage bestand aus einem 3-geteilten Abtgarten östlich der Kirche sowie einem Konventgarten südlich der Gebäude. Die barocke Anlage ist nicht mehr vorhanden.

Externe ID: T-P363N403-20080217-0003
Erfassungsdatum: 27.02.2008
Kategorie: Religion
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2008: Kloster Marienfeld

Zugehöriges Objekt

Klostergarten Marienfeld (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
In Teilen Privateigentum. Die Außenanlagen sind weitgehend öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ostmünsterland, am südlichen Siedlungsrand von Marienfeld. Größe der ehemaligen Gartenanlagen etwa 1 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Das Kloster gründeten 1185 Zisterzienser aus dem Kloster Hardehausen (Warburg). Es wurde auf einer flachen Sanderhöhung im sumpfigen Urstromtal der Lutter und weiterer Bäche angelegt. Bis ins 19. Jahrhundert war die Klosteranlage weitgehend von Teichen, Gräben und Wasserläufen aus der frühen Kultivierung umgeben. Im Dreißzigjährigen Krieg hatten die Mönche das Kloster zeitweise aufgegeben. Zwischen 1699 und 1746 wurde es dann zu einer prachtvollen Barockanlage um- und ausgebaut. Nach der Säkularisation 1803 blieb die Kirche als Pfarrkirche bestehen. Das übrige Kloster wurde Domänenbetrieb, den die preußische Regierung 1829 an den Kaufmann Tenge verkaufte. Dieser ließ wesentliche Teile der barocken Gebäude abreißen und einen Teil der umgebenden Gewässer trockenlegen. 1852 erwarb die Familie Korff auf Haus Harkotten das Gut.

Freiherr von Korff verkaufte ab 1953 größere Teile der landwirtschaftlichen Flächen für die Ansiedlung von Wohnhäusern für Flüchtlinge und Vertriebene. Durch einheitliche Bausatzungen ist mit dem neuen Ort Marienfeld nördlich der Klosteranlage ein interessantes Dokument der Baukultur im Nachkriegsdeutschland entstanden.

Gebäude und Ausstattung:
Das abgebildete Gemälde von Dünkunft (Ende 18. Jahrhundert) zeigt die Gesamtausdehnung der barocken Anlage, mit der Kirche im Zentrum. Der Kirchenbau wurde um 1200 begonnen. 1222 fand die Weihe statt. Der Bau hat als einzig erhaltene Zisterzienserkirche in Westfalen im Übergang von der Romanik zur Gotik große kunstgeschichtliche Bedeutung.

Die Klostergebäude als 4-flügelige Anlage südlich der Kirche wurden in den Jahren 1699 unter den Äbten Culemann, Rulle, Gallenkamp und Oesterholt im barocken Stil errichtet, ebenso die nördlich vorgelagerten Wirtschaftsgebäude.

Mit Ausnahme des nur in seiner äußeren Struktur erhaltenen Abteigebäudes, unmittelbar neben der Kirche, wurden die barocken Bauten bereits 1829 wegen ihres schlechten Bauzustandes abgerissen.

Die Wirtschaftsgebäude sind der Struktur nach noch vorhanden, sind aber durch vielfältige Umbauten und Ergänzungen für andere Nutzungen hergerichtet.

Art der Grünanlage:
Ehem. barocker Klostergarten, Friedhof.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die barocke Gartenanlage entstand in der Zeit des Abts Oesterholt zwischen 1717 und 1746.

Die Gartenanlage bestand aus einem 3-geteilten Abtgarten östlich der Kirche mit einer zentralen Mittelachse in Nord-Südrichtung sowie einem Konventgarten südlich der Gebäude.

Der Abtgarten wurde östlich von einer Gräfte begrenzt. Die Hauptgliederung besteht aus drei Parterres mit rechtwinkeligem Wegenetz. Das nördliche Orangerieparterre erstreckt sich vor einem Gartenhaus in der zentralen Achse sowie zwei seitlich dazu angeordneten Orangerien.

Das Hauptparterre wurde von geschnittenen Hecken und dem Wirtschaftsgebäude begrenzt. Die Binnenstruktur des Hauptparterres zeigt ein einfaches Muster aus acht rechteckigen Beetfeldern mit pyramidalen Formbäumen an den Wegekreuzen.

Das südliche Parterre wurde durch das Gebäude des Krankenhauses um eine Achse in der Breite reduziert. Das südliche Lustgebäude oder Gartenhaus bildet hier den Point de Vue der Mittelachse.

Diese Mittelachse wird südlich des Gartenhauses als seitliche Begrenzung des anschließenden Konventgartens aufgenommen.

Der Konventgarten bildet mit zwei rechtwinkligen und zwei diagonalen Wegen ein geometrisches Muster aus mit Buchsbaum eingefassten Beete. Aus der Mittelachse führt eine Brücke über den Bachlauf zu einer jenseits gelegenen Plantage.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die barocke Anlage ist nicht mehr vorhanden. Der Bereich des Orangerieparterres ist mit Wohnhäusern bebaut. Im Bereich des Hauptparterres finden sich Gärten in Zuordnung zu Wohnungen in den früheren Wirtschaftsgebäuden sowie landwirtschaftlich genutztes Grünland. Auf den Flächen des südlichen Parterres und des Konventgartens befindet sich heute der Friedhof der Kirchengemeinde.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1897): Blatt 4015, Harsewinkel. Herausgegeben 1897, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Mette, Michael (1993): Studien zu barocken Klosteranlagen in Westfalen. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen, Band 25. Zugleich: Münster, Universität, Dissertation, 1988, Bonn, Seite 37-42.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Schmidt, Adolf (1983): Gemeinschaftsleben der Bürger prägt das Bild Marienfelds. In: Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh, Gütersloh.
  • Mühlen, Franz (1985): 800 Jahre Kloster Marienfeld und die Ausstrahlung seiner frühen Architektur. In: Heimat-Jahrbuch Kreis Gütersloh, Gütersloh.
Externe ID: LWL-GUP00096
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Klostergarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1717 - 1746
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032564


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