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Gut Crollage, Holzhausen
 

Das Rittergut Crollage wird erstmalig 1350 als Lehen des Klosters Herford im Zusammenhang mit einer Mühle erwähnt. Um 1510 gelangte das Gut durch Heirat in den Besitz der Familie von Langen, die anstelle der verfallenen Gutsgebäude das Schloss im Stil der Weserrenaissance als dreiflügelige Anlage mit Treppentürmen im Hofwinkel errichten ließ. Baumeister war Jakob Kölling, Schüler und Nachfolger des berühmten Baumeisters Jörg Unkair. Zwischen 1664 und 1668 ließ Gerhard Jan von Ledebur das Schloss unter Beibehaltung des Baustils erweitern und umbauen. Weitere Umbauten erfolgten 1856 sowie eine umfassende Renovierung nach 1968. Am Gut Crollage besteht eine historische Parkanlage.

Externe ID: T-P363N403-20080215-0002
Erfassungsdatum: 15.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2007: Gut Crollage

Zugehöriges Objekt

Gutspark Crollage, Holzhausen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Im Talraum des Mühlenbachs (Aue), der einen natürlichen Pass durch den südlich angrenzenden Kamm des Wiehengebirges schafft, etwa 1,5 ­km­ südlich von Holzhausen, frei in der Landschaft; Größe des heutigen Parks unter 1 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Das Rittergut Crollage wird erstmalig 1350 als Lehen des Klosters Herford im Zusammenhang mit einer Mühle erwähnt. Der Ritter Bertold von Haren wird als erster Eigentümer genannt. Nach verschiedenen Eigentümerwechseln kam es 1623 in den Besitz der Familie von Ledebur. Nach mehr als 300 Jahren verkaufte die Familie von Ledebur das Gut 1968 an den Dipl.-Landwirt H. Rafflenbeul, der erhebliche Mittel in die Renovierung des Schlosses und die Modernisierung und Erweiterung des landwirtschaftlichen Betriebes investierte.

Gebäude und Ausstattung:
Um 1510 gelangte das Gut durch Heirat in den Besitz der Familie von Langen. Herbort von Langen, ein bekannter Landsknechtsführer des 16. Jahrhunderts, ließ aus dem Verdienst seiner Tätigkeiten anstelle der verfallenen Gutsgebäude das Schloss im Stil der Weserrenaissance errichten. Baumeister war Jakob Kölling, Schüler und Nachfolger des berühmten Baumeisters Jörg Unkair. Es handelt sich um eine dreiflügelige Anlage mit Treppentürmen im Hofwinkel sowie typischen Giebeln der Weserrenaissance. Gerhard Jan von Ledebur ließ das Schloss 1664 bis 1668 unter Beibehaltung des Baustils erweitern und umbauen. Weitere Umbauten erfolgten 1856, eine umfassende Renovierung nach 1968.

Art der Grünanlage:
Historischer Gutspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Einzige Quelle zur Geschichte des Gutsparks ist die Preußische Landesaufnahme von 1896. Sie zeigt einen dreiteiligen Park. Ein gebäudenaher Garten wird durch einen an zwei Stellen überbrückten breiten Graben mit einem landschaftlich gestalteten Park östlich des Schlosses verbunden. Dieser Park ist durch Wiesen, Baumgruppen und ein dichtes Netz von Wegen gekennzeichnet. Weiter östlich schließt ein von Wegen durchzogenes Wäldchen an, dass nach Osten zur Bahn hin in den Wirtschaftswald übergeht. Dieser Park gehörte mit einer Ausdehnung von etwa vier Hektar zu den großen Gutsparkanlagen der Region.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die ehemalige Dreiteilung des Parks ist heute noch erkennbar. Am Schloss selbst befindet sich ein relativ kleiner, gut gepflegter Park, der trennende Wassergraben mit einem Brückentor, Resten einer Allee aus Pyramideneichen sowie mit alten Platanen am Ostrand des Parks sind erhalten. Der ehemalige Landschaftspark wird heute als Wiese/Pferdeweide genutzt, randlich sind einige Altbäume erhalten. Der Waldteil stellt sich heute als forstlich bewirtschafteter Eichen-Buchen-Wald dar.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 3717 Kirchlengern (Quernheim). Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Besserer, Dieter (1987): Beiträge zur Geschichte des Rittergutes Crollage. In: Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jg. 59, Minden.
  • Besserer, Dieter (1990): Herbort von Langen - Westfälischer Landsknechtsführer im 16. Jahrhundert und Erbauer des Schlosses Crollage. In: Der Minden-Ravensberger, 62 Jg., Minden.
  • Bartocha, Heinz (1985): Gut Crollage im Lübbecker Land. In: Der Minden-Ravensberger, 57. Jg., Minden.
  • Bartocha, Heinz (1986): Gut Crollage in Holzhausen. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 120 - 128.
Externe ID: LWL-GUP00049
Erfassungsdatum: 31.01.2000
Kategorie: Gutspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1510
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032536


In Karte anzeigen

2007: Gutspark Crollage
1998: Gut Crollage
1930: Gut Crollage
1896: Gut Crollage