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Botanischer Garten Minden
 

Der "Botanische Garten" in Minden ist 1951 durch die Umgestaltung des "Alten Friedhofs" entstanden.

Externe ID: T-P363N403-20080214-0002
Erfassungsdatum: 14.02.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Alter Friedhof - Botanischer Garten

Zugehöriges Objekt

Botanischer Garten Minden (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Stadt Minden, Postfach 3080, 32387 Minden. Die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Norddeutsche Tiefebene; nördlich des Wiehengebirges direkt an der Weser; westlich des Stadtkerns; Größe etwa 5,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Im Gegensatz zu den Botanischen Gärten in Bielefeld und Gütersloh ist der Mindener zuerst nicht als solcher angelegt worden. Er entstand aus der Umgestaltung des "Alten Friedhofs" in einen Park.

Die Geschichte der gärtnerischen Anlage beginnt zur Zeit der Besetzung Mindens durch die Napoleonischen Truppen. Zur Vermeidung von Seuchen in der dicht bebauten und engen Stadt hatte der französische Militärkommandant die Beerdigung von Toten innerhalb der Stadtmauer verboten. 1808 legte deshalb die Martini-Kirchengemeinde außerhalb der befestigten Stadt einen Begräbnisplatz an. Nach dem Abzug der Franzosen wurde Minden ab 1814 zu einer massiven preußischen Festung ausgebaut. Die Gestaltung des Friedhofs ergab sich durch die Lage im "Rayon", einem 600 m breiten unbebauten Schussfeld. So war die Errichtung von Mauern, hohen Einfassungen und aufrecht stehenden Grabsteinen untersagt. Grabplatten und Gedenksteine durften die maximale Höhe von 0,54 m nicht überschreiten.

Gebäude und Ausstattung:
Trotz der strengen "Rayon-Bestimmung" wurde 1826 das bemerkenswerte Hauptportal an der Ostseite des Friedhofes errichtet. Die dreiteilige klassizistische Portalanlage markiert den Übergang vom "weltlichen Diesseits" ins "paradiesische Jenseits".

Art der Grünanlage:
Historische Grünanlage mit modernen Elementen.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Nach mehrfachen Erweiterungen erreichte der Friedhof 1837 weitgehend seine heutige Ausdehnung. Die Erschließung der Anlage erfolgte durch ein rechtwinkliges Wegesystem mit einem zentralen Rondell. Nach dem Abbruch der Befestigungsanlagen in den Jahren 1873/74 wurde der Friedhof an die städtische Verwaltung übertragen. Zu dieser Zeit erhielt die Anlage auch ihre typische symmetrische Gestaltung. Ebenso wurden entlang der Hauptwege mehrere Alleen mit Linden angelegt und umfangreiche Baumpflanzungen vorgenommen.

Bis zur Einweihung des Nordfriedhofs im Jahre 1904 wurde auf dem "Alten Friedhof" kontinuierlich bestattet. Danach erfolgten nur noch Urnenbeisetzungen in Erbbegräbnissen. In den 20er Jahren des Jahrhunderts nahm man dann die schrittweise Veränderung des Friedhofs in eine Parkanlage vor.

Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde 1951 der Park zum Botanischen Garten und Lehrgarten mit Heideflächen und landschaftsgärtnerisch geformten kleinen Berg-, Teich- und Tallandschaften umgestaltet. Ebenso erfolgte die großzügige Anlage von neuen Blumenrabatten und Staudenbeeten. Die Reste dieser Schaugärten sind zur 1200-Jahr-Feier der Stadt Minden revitalitisiert worden. In jüngster Zeit sind zudem ein Botanischer Lehrpfad und ein Steingarten, ein Rosengarten und ein Wassergarten neu angelegt worden.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Heute ergänzen sich der alte Baumbestand und die kreuzförmigen Alleen des einstigen Friedhofs harmonisch mit den Themengärten und kleinen Landschaftsszenerien des Botanischen Gartens. Am nordwestlichen Rand des Parks wird heute der sogenannte "Rote Platz" als "Forum der Kunst" genutzt.

Erhalten haben sich in der Anlage noch etwa 260 historische Grabdenkmäler. Sie bilden einen wichtigen Beitrag zur Sozialgeschichte Mindens und sind zum Teil von hohem künstlerischen Wert. Bedeutend für den Park ist auch der alte Baumbestand. Weit über neunhundert größere Laub- und Nadelbäume ergeben in ihrer Mischung ein kontrastreiches und vielfältiges Bild. Die kleinen offenen Rasenflächen mit Gehölz- und Staudenpflanzungen und der alte Baumbestand haben neben ihrer gestalterischen Qualität auch als "Grüne Oase" unmittelbar am Stadtkern von Minden einen hohen ökologischen Wert.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 3719, Minden. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Orzschig, Christiane (1998): Die Liebsten ruhen schon lange - Der Alte Friedhof in Minden. Bielefeld.
  • Witzlau, Jürgen (1998): Vom Friedhof zum Park. Universität/Gesamthochschule Paderborn, Abteilung Höxter (Diplomarbeit), Höxter.
  • o.A. (1951): Der neue Botanische Garten. In: Mindener Tageblatt 17.05.1951, Minden.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 23 - 25.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00009
Erfassungsdatum: 29.10.1999
Kategorie: Botanischer Garten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1951
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032479


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1999: Alter Friedhof - Botanischer Garten
1999: Botanischer Garten
1999: Alter Friedhof - Botanischer Garten
1896: Alter Friedhof Minden