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Schlossanlage Haldem, Stemwede
 

Schloss Haldem ist ein altes Rittergut der Bischöfe von Minden mit Entstehungszeit im 13. oder 14. Jahrhundert. Seit 1959 "Trinkerheilanstalt", aus der sich bis heute die renommierte Klinik Haldem als Maßregelvollzugseinrichtung zur Behandlung und Rehabilitation Suchtkranker entwickelt hat. Das Schlossgebäude stammt in seinen Ursprüngen als Barockbau aus dem Jahr 1703. Es wurde durch die vielfältigen Nutzungsänderungen ständig umgebaut und verändert, so dass heute nur die äußere Form stellenweise an den ursprünglichen Bau erinnert. Auf dem Gelände sind nach 1960 zahlreiche Klinik- und Wirtschaftsgebäude errichtet worden. In den gebäudenahen Bereichen finden sich heute moderne Grünanlagen sowie Sportanlagen. Im Bereich des ehemaligen Landschaftsparks erstreckt sich ein Wäldchen aus jüngeren Laubbäumen mit Wegen und Bänken.

Externe ID: T-P363N403-20080213-0010
Erfassungsdatum: 13.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2007: Schloss Haldem

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Haldem, Stemwede (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Westf. Klinik Schloss Haldem. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
An den nördlichen Ausläufern des Stemweder Berges am Übergang in den Leverner Geest am Westrand des Ortsteils Haldem; Größe etwa 8 Hektar.
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Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Schloss Haldem ist ein altes Rittergut der Bischöfe von Minden mit Entstehungszeit im 13. oder 14. Jahrhundert. Es ist seit dem Jahr 1400 eng mit der Familie von der Horst verbunden, bis es 1830 an den Preuß. Generalleutnant Freiherr von der Busche verkauft wurde. Die Familie von der Horst zog sich in das unweit gelegene Schloss Hollwinkel zurück. 1878 entstand nach dem testamentarischen Willen des Herrn von der Busche im Schloss ein Stift für unverheiratete Töchter der Familien von der Busche und von Stammer. 1910 ging das Schloss noch einmal an einen Freiherrn von der Horst über, der im Schlosspark den Freitod wählte. Von 1927 bis 1935 war das Schloss im Besitz eines Neffen des ehemaligen Reichskanzlers von Bethmann-Hollweg. 1935 erwarb die Provinz Westfalen das Schloss. Nach einem Umbau wird es Sitz einer Gebietsführerschule der Hitlerjugend. Nach dem 2. Weltkrieg war das Schloss von den Briten besetzt, war kurzzeitig Lehrerbildungsanstalt und seit 1959 "Trinkerheilanstalt", aus der sich bis heute die renommierte Klinik Haldem als Maßregelvollzugseinrichtung zur Behandlung und Rehabilitation Suchtkranker entwickelt hat.

Gebäude und Ausstattung:
Das Schlossgebäude stammt in seinen Ursprüngen als Barockbau aus dem Jahr 1703. Es wurde durch die vielfältigen Nutzungsänderungen ständig umgebaut und verändert, so dass heute nur die äußere Form stellenweise an den ursprünglichen Bau erinnert. Auf dem Gelände sind nach 1960 zahlreiche Klinik- und Wirtschaftsgebäude errichtet worden.

Art der Grünanlage:
Historischer Schlosspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Hinweise auf die gärtnerische Gestaltung zur Zeit der Familie von der Horst liegen nicht vor. Es ist jedoch anzunehmen, dass zum Barockschloss aus dem frühen 18. Jahrhundert auch eine barocke Gartenanlage gehört hat. Aus der Zeit der Familie von der Busche stammt eine ­Lithographie, welche die Ostseite des Parks als Rasenfläche mit anschließendem Landschaftsgarten darstellt. Die Preußische Landesaufnahme 1910 zeigt das als Karolinen-Stift bezeichnete Schloss in Gartenanlagen. Südlich und östlich des Schlosses sind Nutz- und Wirtschaftsgärten dargestellt, die im Süden einen Teich anschließen. Östlich des Schlosses erstreckt sich ein ungefähr 3 Hektar großer Landschaftspark mit den für die Zeit üblichen Baumgruppen und Schlängelwegen. Am Übergang des Wirtschaftsgartens zum Landschaftspark ist eine hügelartige Erhöhung dargestellt, die wohl als Aussichts- oder Lindenhügel interpretiert werden kann.

In der Zeit als HJ-Gebietsführerschule wurden Teile des Parkgeländes als Schießbahn genutzt, der Aussichtshügel diente als Kugelfang und wird seit dem als "Kanonenhügel" bezeichnet. Der Teich wurde als Badeanstalt genutzt. Es ist davon auszugehen, dass in dieser Zeit, spätestens während der britischen Besatzung der Landschaftspark bis auf wenige erhaltene Altbäume zerstört wurde.

Heutiger Zustand / Nutzung:
In den gebäudenahen Bereichen finden sich heute moderne Grünanlagen mit teils ansprechender Gartenarchitektur (Brunnen) sowie Sportanlagen. Im Bereich des ehem. Landschaftsparks erstreckt sich ein Wäldchen aus jüngeren Laubbäumen mit Wegen und Bänken. Einzig erhaltene Elemente des historischen Parks sind eine Linde und eine Blutbuche, der Teich sowie der Kanonenhügel.

Aufgrund der spezifischen Situation als Klinik im Maßregelvollzug ist eine Besichtigung der Anlagen nicht möglich.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 3516, Lemförde. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Bartocha, Heinz (1986): Schloss Haldem in Haldem. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 100 - 102.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00151
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1700 - 1749
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032423


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2001: Schlosspark Haldem
2001: Schlosspark Haldem
1896: Stemwede
Schloss Haldem