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Schlossanlage Willebadessen
 

Bereits 1149 wurde ein Benediktinerinnenkloster in Willebadessen gegründet. Die romanische Klosterkirche wurde vor allem während der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts durchgreifend verändert. Zu dieser Zeit entstanden auch ein großer Teil der barocken Konventgebäude und die verschiedenen, locker um die zentrale Klosteranlage gruppierten Ökonomiebauten. Nach der Säkularisation im Jahre 1810 erwarb der Freiherr von Spiegel zu Borlinghausen das Kloster.  Nach dem Abriss des südlichen Konventflügels zog er schließlich 1873 mit seiner Familie in die inzwischen als Schloss genutzten Räumlichkeiten ein. Enorm hohe Restaurierungs- und Unterhaltungskosten der Schlossanlage erforderten im 20. Jahrhundert neue Überlegungen hinsichtlich der Nutzung der gesamten Anlage. Zudem hatte Willebadessen mit der Ernennung zum Luftkurort im Jahre 1975 die Auflage erhalten, einen Kurpark einzurichten. Von engagierten Privatleuten wurde in einem ehemaligen Stallgebäude des Klostergutes eine Hofgalerie eingerichtet und im Zusammenhang mit der Aktion "Kunst aufs Land" im Haus des Gastes publikumswirksame Ausstellungen mit Werken bekannter Künstler wie Marc Chagall, Salvadore Dali und Pablo Picasso veranstaltet. Der bisherige Eigentümer des Schlosses, Freiherr von Wrede, schenkte das Schloss der Stiftung und verkaufte der Stadt Willebadessen das Außengelände zur Anlage eines Kurparks.

Externe ID: T-P363N403-20080213-0007
Erfassungsdatum: 13.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Skulpturenpark
1999: Willebadessen
1999: Skulptuenpark Willebadessen

Zugehöriges Objekt

Skulpturenpark Willebadessen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Stadt Willebadessen, Postfach 1162, 34435 Willebadessen; der Park ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Ostrand des Eggegebirges; südlich des Ortszentrums; Größe der Anlage etwa 7 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Bereits 1149 wurde ein Benediktinerinnenkloster in Willebadessen gegründet. Die romanische Klosterkirche wurde vor allem während der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts durchgreifend verändert. Zu dieser Zeit entstanden auch ein großer Teil der barocken Konventsgebäude und die verschiedenen, locker um die zentrale Klosteranlage gruppierten Ökonomiebauten. Die gesamte Klosteranlage war an drei Seiten von unterschiedlich breiten Gräften mit doppelter Umfassungsmauer umgeben.

Nach der Säkularisation im Jahre 1810 erwarb der Freiherr von Spiegel zu Borlinghausen das Kloster. Durch Erbfolge gelangte die Anlage 1871 an den Freiherrn von Wrede. Nach dem Abriss des südlichen Konventflügels zog er schließlich 1873 mit seiner Familie in die inzwischen als Schloss genutzten Räumlichkeiten ein.

Enorm hohe Restaurierungs- und Unterhaltungskosten der Schlossanlage erforderten im 20. Jh. neue Überlegungen hinsichtlich der Nutzung der gesamten Anlage. Zudem hatte Willebadessen mit der Ernennung zum Luftkurort im Jahre 1975 die Auflage erhalten, einen Kurpark einzurichten. Von engagierten Privatleuten wurde in einem ehemaligen Stallgebäude des Klostergutes eine Hofgalerie eingerichtet und im Zusammenhang mit der Aktion "Kunst aufs Land" im Haus des Gastes publikumswirksame Ausstellungen mit Werken bekannter Künstler wie Marc Chagall, Salvadore Dali und Pablo Picasso veranstaltet.

Der bisherige Eigentümer des Schlosses, Freiherr von Wrede, schenkte das Schloss der Stiftung und verkaufte der Stadt Willebadessen das Außengelände zur Anlage eines Kurparks.

Gebäude und Ausstattung:
In der Anlage befinden sich zahlreiche Gebäude aus verschiedenen Epochen.

Ältestes Bauwerk ist die ehemalige Klosterkirche. Als romanische Pfeilerbasilika im 12. Jahrhundert errichtet, erlebte sie im 15. und 18. Jahrhundert erhebliche Umbauten.

Angrenzend um einen Innenhof die vierflügelige Anlage der barocken Konvents- und Abteigebäude aus dem frühen 18. Jahrhundert; der südliche Flügel wurde 1871 abgebrochen, so dass die Anlage heute nach Süden offen ist. Heutige Nutzung für Ausstellungen und als Wohnungen.

Prägende Gebäude sind weiterhin das Torhaus (1801), die ehemalige Schmiede (heute Haus des Gastes/Tourist-Information), die ehem. Ackerscheune (heute mit modernem Anbau Tagungszentrum der Auslandsgesellschaft) sowie Ökonomie- und Wohngebäude.

Die Fundamente und Reste einer ehemaligen Mühle sind in der Gestaltung des Parks einbezogen. Das Gesamtgebäude des ehem. Klosters ist von einer Mauer umgeben.

Art der Grünanlage:
Historischer Landschaftspark und moderner Kur- bzw. Skulpturenpark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Innerhalb des abgeschlossenen Klosterbezirks existierten im 18. Jahrhundert mehrere kleine Gärten. Bis heute hat sich davon nur noch der größtenteils von einer Mauer umgrenzte Bereich des einstigen "Äbtissinnengartens" südlich der Konventgebäude erhalten.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde unmittelbar am Schloss ein kleiner Landschaftspark angelegt. Auf dem leicht abfallenden Gelände im südöstlichen Bereich des Schlosses ist er noch heute am alten Baumbestand erkennbar.

Die landschaftlich reizvolle Lage von Willebadessen am Osthang des Eggegebirges und das historische Ambiente der ausgedehnten Kloster- und Schlossanlagen führte zu dem Vorschlag, einen Park mit Skulpturen europäischer Bildhauer anzulegen. Im Schloss und Park sollte sich der "europäische Gedanke" durch die gesammelten Werke europäischer Künstler manifestieren. Am 5. Mai 1979, dem Tag der ersten Direktwahl zum Europaparlament, wurde der "Europäische Skulpturenpark" mit einer Sonderausstellung im Schloss und insgesamt 33 im Park aufgestellten Plastiken feierlich eröffnet. Unter den zahlreichen Werken europäischer Bildhauer befanden sich als Leihgaben die Werke namhafter Künstler. Mit gegenständlichen Werke waren beispielsweise August Rodin, Aristide Maillol, Ernst Barlach, Gustav Seitz, Gerhard Marcks und mit abstrakten Objekten Bernhard Heiliger und Otto Hajek vertreten. Der Höhepunkt der Ausstellungsaktivitäten war im Sommer 1981 zu verzeichnen. Im Freilichtmuseum des Parks und im Schloss waren über 200 Skulpturen ausgestellt. Mehr als 100 000 Besucher fanden den Weg nach Willebadessen, um in der ländlichen Idylle die Werke der bildenden Kunst zu betrachten. Noch bis 1988 fanden im Skulpturenpark viel beachtete Workshops junger Bildhauer und im Schloss attraktive Ausstellungen mit internationalen Künstlern statt. Wegen fehlender ideeller und finanzieller Unterstützung ruhen seit gut einem Jahrzehnt die Aktivitäten der Stiftung. Seitdem werden die Ausstellungsräume im Schloss selten genutzt und zahlreiche Leihgaben im Park sind von den Eigentümern zurückgenommen worden.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Bei einem lohnenswerten Spaziergang finden die Besucher und Gäste heute vor allem im Bereich des einstigen Klosters noch verschiedene moderne Skulpturen. Außerhalb des Klosterbezirks fallen im weitläufigen Kurpark besonders die beiden Großplastiken "Zweiklang" aus Edelstahl von Hans Huschka und die Betonskulptur "Farbspiel" von Herbert Aulich auf.

Die in Willebadessen beheimatete Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen richtete 1994 mitten im Park in einer historischen Klosterscheune und einem modernen Anbau eine internationale Bildungsstätte ein. Das Tagungszentrum will der Kultur- und Bildungsarbeit in der gesamten Region neuen Auftrieb geben.

Seit dem Jahr 2000 entwickelt sich durch kleine Ausstellungen und ein Konzertprogramm wieder kulturelles Leben in den Gebäuden.

Literaturangaben

  • Saggel-Ures, Beata M. (1986): Schloss Willebadessen in Willebadessen. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 251.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 212 - 215.
  • Heisig, Johannes (1998): Zwanzig Jahre Europäischer Skulpturenpark Willebadessen (1978 - 1998). In: Jahrbuch Höxter 1998, Höxter, Seite 149 - 160.
  • Naumann, Elfriede (1990): Vom Kloster zum Handels-Center?. In: Die Warte, 67/1990, Paderborn, Seite 37 - 38.
  • Naumann, Elfriede (1994): Aus der Ackerscheune von 1738 wurde eine internationale Bildungsstätte. In: Die Warte, 84/1994, Paderborn, Seite 7 - 8.
Externe ID: LWL-GUP00182
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Kurpark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1701 - 1799
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032381


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2001: Kloster Willebadessen
2001: Skulpturenpark Willebadessen
1999: Skulptuenpark Willebadessen
2001: Skulpturenpark Willebadessen
1999: Skulpturenpark
1999: Willebadessen
1896: Willebadessen