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Schlossanlage Wehrden, Beverungen
 

Die ehemalige Wasserburg ist ab 1696 im Auftrag des Paderborner Fürstbischofs Hermann Werner Freiherr von Wolff-Metternich durch den prominenten westfälischen Frühbarockbaumeister Ambrosius von Oelde unter Verwendung älterer Bauteile neu gestaltet worden. Im Park befindet sich ein mittelalterlich anmutender Turm, der nach der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff benannt ist. Mehrere Reisen führten sie zwischen 1820 und 1843 nach Wehrden, wo sie ihre Verwandtschaft besuchte und im Turm wohnte.

Externe ID: T-P363N403-20080213-0005
Erfassungsdatum: 13.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1990: Schloss Wehrden

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Wehrden, Beverungen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Der Park ist nicht öffentlich zugänglich, mit Ausnahme des nordöstlichen Teils. Dieser grenzt direkt an den überregional bedeutsamen Radwanderweg R 99.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland; am Flussufer der Weser mit Blick auf den gegenüberliegenden Gebirgszug des Solling am nördlichen Ortsrand von Wehrden; Größe etwa 2 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Die ehemalige Wasserburg ist ab 1696 im Auftrag des Paderborner Fürstbischofs Hermann Werner Freiherr von Wolff-Metternich durch den prominenten westfälischen Frühbarockbaumeister Ambrosius von Oelde unter Verwendung älterer Bauteile neu gestaltet worden. Im Park befindet sich ein mittelalterlich anmutender Turm, der nach der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff benannt ist. Mehrere Reisen führten sie zwischen 1820 und 1843 nach Wehrden, wo sie ihre Verwandtschaft besuchte und im Turm wohnte.

Gebäude und Ausstattung:
Frühbarocker Schlossbau von 1696, mit späteren Anbauten, Gutsgebäude des 18. und 19. Jahrhunderts mit Taubenturm, Reste einer ehemaligen Gärtnerei, Drosteturm aus dem frühen 17. Jahrhundert, Reste eines Kegelhäuschens.

Die Gebäude werden teils als Wohnungen genutzt, für das Schlossgebäude wird eine dauerhafte Nutzungsmöglichkeit gesucht.

Art der Grünanlage:
Historischer Landschaftspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Den heute gut erhaltenen Park ließ 1895 die Familie von Wolff-Metternich durch den Kölner Gartenarchitekten Friedrich Schulz anlegen. Der im Schloss verwahrte Gestaltungsplan zeigt mit der weitgeschwungenen Wegeführung und Gruppierung der Gehölz- und Baumdurchpflanzungen den Einfluss der Lenné-Meyerschen Schule.

Der Park wird durch eine flache Flutmulde in zwei Teile geteilt. Der östlich dieser Mulde zur Weser hin liegende Parkteil wurde nach dem 2. Weltkrieg aufgegeben und verwilderte bzw. wurde in Wald umgewandelt, 2003 jedoch wieder hergerichtet.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der schlossnahe Parkteil stellt sich heute als gepflegte Rasenfläche mit Altbaumbestand und Resten des alten Wegesystems dar. Die auffälligen Solitärbäume wurden vermutlich noch vor der Entstehung des Parks im direkten Schlossumfeld angepflanzt. Bemerkenswert sind im Frühjahr zur Blütezeit die alten Magnolien und Tulpenbäume. Mehrere Pyramiden-Stieleichen, ein großer Ginkgo und mächtige, immergrüne Douglasien und Hemlockstannen heben sich aus dem historischen Pflanzenbestand hervor. Raritäten sind eine Süntelbuche und eine Lorbeereiche.
Im verwaldeten Parkteil waren noch Altbäume und Reste des Wegesystems vorhanden. Dieser wurde 2003 in Anlehnung an die Ausgangsplanung von 1895 teilweise wieder hergestellt. Eine Flutmulde trennt den öffentlichen vom privaten Parkteil.

Weitere Abbildungen:
Westfalia Picta, Band V, Seite 141 - 151.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25.000 - Uraufnahme (1896): Blatt 4222, Höxter. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Matzner, Florian / Schulze, Ulrich (1997): Barock in Westfalen - Ein Reiseführer. Kulturlandschaft Westfalen, Band 3, Münster, 2. unveränderte Auflage, Seite 48.
  • Hövermann, Jürgen (Bearb.) (1963): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 99 Göttingen. Bonn-Bad Godesberg.
  • Stiegele, Bernd (1990): Der historische Landschaftspark am Schloss Wehrden. Universität/Gesamthochschule Paderborn, Abtl. Höxter (Dipl.-Arb.), Höxter.
  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld, Seite 141 - 151.
  • Reichardt, Christoph (1998): Annette von Droste-Hülshoff - die Dichterin im Wesertal. In: Geschichte aus und um Beverungen, Bd. 9, Beverungen.
  • Gering, Rainer (1995): Der "Annette von Droste-Hülshoff-Turm" in Wehrden. In: Jahrbuch Kreis Höxter, 1995, Höxter, Seite 223 - 227, Seite 223 - 227.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 209 - 211.
  • Seick, Carsten (1996): Studien zu landschaftlichen Gärten und Parks in Westfalen-Lippe unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen privater Auftraggeber. Münster, Westfälische Wilhelm-Universität Münster, Dissertation, Band 1 - 4, Bd. 3, Seite 443 f.
Externe ID: LWL-GUP00167
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Landschaftsgarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Fotos
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Auswertung historischer Karten
  • Archivauswertung
Touristische Bedeutung: hoch - ist einen Umweg wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1895
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032353


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2009: Schlosspark Wehrden
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2003: Schlosspark Wehrden
1913:
1896: Beverungen