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Schlossanlage Vörden, Marienmünster
 

Bereits im 14. Jahrhundert wurde in Vörden eine Höhenburg zum Schutz des nicht weit entfernten Benediktinerklosters Marienmünster errichtet. Im 16. Jahrhundert erwarb Cord von Haxthausen die Höhenburg. Anstelle der mittelalterlichen Burganlage wurde um 1730 ein barockes Herrenhaus erbaut. Das schlichte Hauptgebäude wird von einem weitläufigen Wirtschaftshof umgebenen. Im Westen wird der steile Schlosshang durch eine mächtige, zweistufige Terrassenanlage abgefangen. Bis heute ist die Schlossanlage im Eigentum der Familie von Haxthausen geblieben.

Externe ID: T-P363N403-20080213-0004
Erfassungsdatum: 13.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2009: Schlosspark Vörden

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Vörden, Marienmünster (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Der Schlosspark ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland, Talaue der Brucht, westlich der Ortschaft Vörden; Größe etwa 3 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Bereits im 14. Jahrhundert wurde in Vörden eine Höhenburg zum Schutz des nicht weit entfernten Benediktinerklosters Marienmünster errichtet. Vor der Burg befestigte man die regelmäßig angelegte Siedlung an dem Weg nach Marienmünster zusätzlich mit dem wehrhaft ausgebauten Mönchehof. Im 16. Jahrhundert erwarb Cord von Haxthausen die Höhenburg. Trotz der zwischenzeitlichen Verpfändung an die Paderborner Fürstbischöfe ist die Schlossanlage bis heute im Eigentum der Familie von Haxthausen geblieben.

Gebäude und Ausstattung:
Anstelle der mittelalterlichen Burganlage wurde um 1730 ein barockes Herrenhaus erbaut. Das schlichte Hauptgebäude wird von einem weitläufigen Wirtschaftshof umgebenen, auf dem ein inzwischen selten gewordener Taubenturm auffällt.

Im Westen wird der steile Schlosshang durch eine mächtige, zweistufige Terrassenanlage abgefangen.

Art der Grünanlage:
Historischer Schlosspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Parks gibt es bisher kaum Hinweise.

Eine historische Ansicht aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt das Schloss in idyllischer Umgebung mit einer hohen Stützmauer am steil abfallenden Schlosshang. Auf einer topografischen Landkarte von 1896 lässt sich außerdem im Tal der Brucht ein zeittypischer Landschaftspark mit Umgangsweg, verschiedenen Gehölzgruppen und zwei Teichen erkennen.

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sicherte man den Schlosshang durch eine weitere, fast fünf Meter hohe Terrassenmauer aus Natursteinen. Zwischen den beiden mächtigen Stützmauern entstand eine große Grasterrasse, die heute für die jährlichen Schützenfeste des Ortes genutzt wird. Von der Terrasse gelangt man über eine zentrale Treppe in den etwa drei Hektar großen Park. Einige alte Solitärbäume lassen heute noch ein wenig von der Schönheit des Landschaftsparks erkennen. Am westlichen Abschluss der Anlage hat man den überwiegend mit einheimischen Laubgehölzen bepflanzten Park mit mehreren, inzwischen ausgewachsenen Koniferen aufgelockert.

Nach dem 2. Weltkrieg hat man zudem einige Bereiche des Parks zur Holzgewinnung aufgeforstet. Besonders in den 1960er Jahren verlor die Anlage zunehmend ihren landschaftlichen Parkcharakter. Nach dem Tode des letzten Schlossbewohners derer von Haxthausen wurden die Parkwiesen mit ihrem alten Baumbestand als landwirtschaftliche Nutzfläche verpachtet. Seitdem wurden die Wiesen an der Brucht meistens als Viehweide genutzt.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Ein Großteil der Gebäude und zahlreiche Schlossräume sind als Wohnungen und Gewerberäume vermietet. Der vollständig asphaltierte Schlosshof entspricht leider nicht dem würdigen Charakter dieser beachtlichen Schlossanlage.

Mit der Anerkennung von Vörden als Erholungsort hat die Stadtverwaltung vor einigen Jahren den Park gepachtet. Seitdem wird ein Durchgangsweg regelmäßig gepflegt, so dass die Besucher und Erholungsgäste das beeindruckende Schlossensemble vom Park aus betrachten können. In jüngster Zeit erlangte Vörden den Status eines Luftkurortes, der Schlosspark soll künftig auch als Kurpark dienen.

In den Jahren 2000/2001 wurde der Park im Sinne einer annähernden Wiederherstellung eines typischen Landschaftsparks umfassend restauriert. Die Gehölzbestände wurden ausgelichtet, die Architekturelemente freigestellt, das Wegesystem erneuert sowie der ehem. vorhandene Teich wiederhergestellt. Die restaurierte Parkanlage wurde am 24.05.2001 mit einem Bürgerfest eingeweiht.

Weitere Abbildungen:
Westfalia Picta, Band V, S. 332-336.

Quellenangaben

  • Brombach, Günter (1999): Eine repräsentative Anlage. In: Neue Westfälische, 09.10.1999, Bielefeld.
  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4121, Schieder-Schwalenberg (Schwalenberg). Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.
  • Bendfeld, Dirk (1999): Schlosspark im Glanze der EXPO 2000. In: Neue Westfälische 23.12.1999, Bielefeld.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Alber-Longère, Christine (1986): Schloss Vörden in Marienmünster. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 173 - 174, Seite 173 - 174.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 186 - 189.
  • Matzner, Florian / Schulze, Ulrich (1995): Barock in Westfalen - Ein Reiseführer. 1. Auflage, Münster, Seite 108.
  • Hövermann, Jürgen (Bearb.) (1963): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 99 Göttingen. Bonn-Bad Godesberg.
  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld.
Externe ID: LWL-GUP00166
Erfassungsdatum: 11.01.2000
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: hoch - ist einen Umweg wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1730
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032339


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2009: Schlosspark Vörden
2001: Schlosspark Vörden
2009: Schlosspark Vörden
1999: Schlosspark Vörden
1999: Schlosspark Vörden
1896: Höxter
Gut Vörden