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Schlossanlage Ulenburg, Löhne
 

Ulenburg ist ein aus einem Meierhof hervorgegangener Rittersitz, für den erstmalig 1441 Johann von Quernheim genannt wird. Zwischen 1568 und 1570 ließ Hilmar von Quernheim ein Wasserschloss im Stil der Weserrenaissance errichten. Nach dem Tod Hilmar von Quernheim wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer. Im Jahr 1927 erwarb die Heil- und Pflegeanstalt Wittekindshof das Anwesen. Seitdem wird die Anlage zusammen mit den ehemaligen Gutsgebäuden als diakonische Einrichtung mit Wohn- und Arbeitsstätten genutzt.

Externe ID: T-P363N403-20080213-0002
Erfassungsdatum: 12.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2006: Schlosspark Ulenburg

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Ulenburg, Löhne (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Wittekindshof, Diakonische Einrichtung für Geistigbehinderte, Zur Kirche 2, 32549 Bad Oeynhausen; der Park ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ravensberger Land; nordwestlich von Löhne; im Tal des Mennighüffer Mühlenbaches (Naturschutzgebiet); Größe etwa 5,4 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Ulenburg ist ein aus einem Meierhof hervorgegangener Rittersitz, für den erstmalig 1441 Johann von Quernheim genannt wird. Zwischen 1568 und 1570 ließ Hilmar von Quernheim ein Wasserschloss im Stil der Weserrenaissance errichten. Das für den Bau benötigte Kapital erwarb er sich als Söldner- und Landsknechtsführer auf zahlreichen Kriegsschauplätzen in Europa. Nach dem Tod Hilmar von Quernheim wechselte das Schloss bis 1791 mehrfach den Besitzer. Ab 1791 bis 1927 gehörte das Gut der ­Familie von Borries, unterbrochen durch eine Phase von 1846 bis 1865, in der ein russischer Fürst Handjery Eigentümer war. Im Jahr 1927 erwarb die Heil- und Pflegeanstalt Wittekindshof das Anwesen. Seitdem wird die Anlage zusammen mit den ehemaligen Gutsgebäuden als diakonische Einrichtung mit Wohn- und Arbeitsstätten genutzt.

Zu den schönsten Alleen in ganz Nordrhein-Westfalen zählt die Ulenburger Allee. Sie verbindet auf eine Länge von ungefähr zwei Kilometern das Schloss mit dem ehemaligen Rittergut Haus Beck im Ortsteil Menninghüffen.

Gebäude und Ausstattung:
Die Ulenburg ist aus einem mittelalterlichen Gräftenhof hervorgegangen. Anstelle des Hofes entstand das Weserrenaissanceschloss zwischen 1568 und 1570 für Hilmar von Quernheim. Durch Erweiterungsbauten im 17. Jahrhundert sowie einige An- und Umbaumaßnahmen zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt das Gebäude sein heutiges Aussehen.

Art der Grünanlage:
Historischer Schlosspark, Allee.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:

Zwischen der Gräfte und dem Mühlenbach stand bis zur 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts der Gutshof. Er wurde nach dem Abriss jenseits des Baches im Nordwesten neu errichtet. Auf der freigewordenen Fläche entstand anschließend der Park. Der Landschaftspark und der gärtnerisch gestaltete Bereich auf der Gräfteninsel haben heute einen wundervollen alten Baumbestand. Besondere Aufmerksamkeit verdient an der Zufahrt zum Schloss eine um 1450 gepflanzte Linde. Aus der Entstehungszeit des Parks stammen ebenfalls noch einige große Eichen und Nadelbäume. Insgesamt ist er aber durch den Bau von mehreren Gebäuden in jüngerer Zeit erheblich verändert und verkleinert worden.

Die Ulenburger Allee beginnt im südwestlichen Anschluss an den Schlosspark. Sie ist nicht einheitlich bepflanzt, sondern in verschiedene Abschnitte gegliedert. Unmittelbar südlich vom Schloss sind mehrere stattliche Eichen mit einem Alter von über 200 Jahren die ältesten Bäume. Einige von ihnen haben einen Stammumfang von mehr als 4 m. Auf den weiteren Abschnitten finden sich jüngere Eichen, Kastanien, Linden sowie einzelne Eschen und Robinien. Zahlreiche Bäume sind etwa 140 Jahre alt. Vor ungefähr 80 Jahren wurde der Endabschnitt der Allee mit Linden und Kastanien angelegt.

Die ursprünglich vom Schloss in Richtung Häver führende Buchenallee wurde 1811 zu napoleonischer Zeit angelegt. Sie musste schon vor einigen Jahrzehnten wegen Pilzbefall und Straßenausbau gefällt werden.

Heutiger Zustand / Nutzung:

Der Park ist in seiner Grundstruktur als Landschaftspark gut zu erkennen, insbesondere im Parkteil östlich der Gräfte stehen einzelne bemerkenswerte Altbäume, sowohl Nadel- als auch Laubgehölze, in weiten Rasenflächen. Eine 1772 gepflanzte Ulme musste nach einem Sturmschaden 1999 gefällt werden.

Die Gartenanlage auf der Gräfteninsel ist durch ein Rasenrondell mit Sommerblumenbepflanzung gekennzeichnet.

In den letzten Jahren sind die nördlichen Bereiche am Park zu Freizeit- und Sportflächen behindertengerecht ausgebaut worden. Hier finden im Sommer öffentliche Musik- und Theatervorstellungen statt.

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Quellenangaben

  • o.A. (1983): Fast alle 580 Bäume der Ulenburger Allee drohen zu verfaulen. In: Neue Westfälische, 30.03.1983, o.O.
  • o.A. (1967): Ulenburger Kastanienallee muss der neuen Landstraße 777 weichen. In: Freie Presse 24.01.1967, o.O.
  • o.A. (1950): Deutschlands berühmteste Buchenallee. In: Freie Presse 17. April 1950, o.O.
  • o.A. (1983): Allee lieber unter Naturschutz stellen. In: Löhner Zeitung, 12.04.1983, o.O.
  • o.A. (1999): Vergessenes Jubiläum - 700 Jahre Ulenburg. In: Neue Westfälische 20.07.1999, o.O.
  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 3718, Bad Oeynhausen (Oeynhausen). Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Lohmann, Horst / Garl, August (1991): Löhne in alten Ansichten. Löhne.
  • Maoro, Ernst (1986): Ulenburg im Kreis Herford. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 141 - 142.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 46 - 48.
  • bearb. von Ludorff, Albert (1908): Kreis Herford. Die Bau- und Kunstdenkmäler in Westfalen, Band 24, Münster.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Harms, Harry (o.J.): Gehölze im Ulenburger Schlosspark: Beschreibung der beschilderten Bäume. Hiddenhausen-Sundern.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Schmitt, Michael (Bearb.) (2002): Minden-Ravensberg Stadt Bielefeld - Kreis Gütersloh Kreis Herford - Kreis Minden-Lübbecke. In: Westfalia Picta, Band 7, Münster, Seite 188 - 191.
  • Kreis Herford (Hrsg.) (1993): Ulenburger Allee - Einschätzung der Baumallee auf ihre ND-Würdigkei hin. Herford.
  • Gaul, Otto (1974): Die Ulenburg als Wasserschloss der Weserrenaissance und ihre Baugeschichte. In: Beiträge zur Heimatkunde der Stadt Löhne. Sonderheft 1, Löhne.
Externe ID: LWL-GUP00164
Erfassungsdatum: 31.08.1999
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Fotos
  • Archivauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1568 - 1570
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032311


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2006: Schlosspark Ulenburg
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2006: Schloss Ulenburg
Schlosspark Ulenburg
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