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Schlossanlage Barntrup
 

Das Weserrenaissancegebäude wurde Ende des 16. Jahrhunderts errichtet. Der imposante zweigeschossige Rechteckbau wurde trotz der wehrhaft angeordneten Ecktürme nicht zur Verteidigung gebaut, sondern diente ausschließlich Wohnzwecken.

Externe ID: T-P363N403-20080213-0001
Erfassungsdatum: 12.02.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2000: Barntrup

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Barntrup (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Der Schlosshof ist öffentlich. Der Park ist nicht zugänglich, aber von außen gut einsehbar.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe

Weserbergland/Lipper Bergland, am nordwestlichen Stadtrand; Größe etwa 1,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Von 1584 bis 1591 wurde das Weserrenaissancegebäude im Auftrag der Anna von Canstein errichtet. Sie war die Witwe des Freiherrn Franz von Kerssenbrock, der sein Geld als Söldnerführer während der französischen Hugenottenkriege verdiente. Reiche Erträge aus seinen Gutsanlagen in der Grafschaft Mansfeld (Sachsen-Anhalt) und die rege Kreditvergabe an Landesherren und Städte ermöglichten die Finanzierung der stattlichen Schlossanlage. Der imposante zweigeschossige Rechteckbau wurde trotz der wehrhaft angeordneten Ecktürme nicht zur Verteidigung gebaut, sondern diente ausschließlich Wohnzwecken.

Gebäude und Ausstattung:
Mit seinen zierlichen Volutengiebeln und der reichen Gliederung durch Gebälke, Pilaster und Zierquadern ist das Schloss ein typischer Bau der Weserrenaissance. Bestandteile des Schlossgartens sind ein aufgemauertes Wasserreservoir und ein Aussichtspavillon.


Art der Grünanlage:
Historischer Schlossgarten.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die Entwicklung der historischen Freiflächengestaltung am Schloss Barntrup lässt sich am besten an zwei Plänen aus dem 18. und 19. Jahrhundert verdeutlichen. Auf dem ersten Plan von 1784 sind als gärtnerische Anlagen das Bosquett, ein Kohlgarten, der Baumgarten und der durch eine Mauer oberhalb vom Bosquett abgetrennte Blumengarten benannt. Der zweite Plan von 1834 zeigt im Bereich des Blumengartens und des Baumgartens eine wesentlich differenziertere Gestaltung. Aus dem ehemaligen Blumengarten ist inzwischen ein Reitbahngarten entstanden. Am auffälligsten ist die Unterteilung des ehemaligen Baumgartens durch Hecken und verschiedene Beete. Er diente wohl als Nutz- und Ziergarten für die Bediensteten des Hauses. Hingegen ist der Bereich des heutigen Schlossgartens weiterhin als Bosquett und Gemüsegarten bezeichnet. Da jüngere Pläne nicht bekannt sind, ist die Entstehung des kleinen Landschaftsgartens an der Nordseite des Schlossgebäudes nicht genau zu datieren. Einen Hinweis gibt vielleicht eine weitausladende Eiche auf dem Schlosshof, die anlässlich einer Hochzeit im Jahre 1894 gepflanzt wurde. Vermutlich ist auch zu dieser Zeit der Schlossgarten entstanden.

Im Schlosshof stehen einige bemerkenswerte Einzelbäume, die im Zusammenspiel mit dem baulichen Ensemble ein ansprechendes Raumerlebnis schaffen. Im Zentrum des Hofes steht die Hochzeitseiche von 1894. Zwei beeindruckende Pyramideneichen und mehrere alte Eiben an der Schlossmauer runden das Bild ab. Bis vor einigen Jahren standen im Hof noch zwei alte Exemplare der Englischen Ulme, die vorzugsweise durch ihr weißbuntes Laub auffällt. Sie mussten wegen der Ulmenkrankheit abgeholzt werden. Es ist aber gelungen, aus den Wurzelstöcken zwei junge Ulmen zu ziehen, die vielleicht einmal die entstandenen Lücken schließen können.

Westlich vom Schlosshof ist ein Nutz- und Blumengarten, der im Norden von einer alten Gartenmauer begrenzt wird. Ebenso ist zu großen Teilen der gepflegte Schlossgarten von einer hohen Mauer umgeben. Er ist zu jeder Jahreszeit auf Kieswegen begehbar und hat eine ansehnliche Sammlung von dendrologischen Raritäten. Hervorzuheben sind zwei Esskastanien, eine gewaltige Federbuche, ein Amberbaum und zwei Marmor-Bergahornbäume. Die Ahornbäume mit ihren weiß-grünen Blättern wurden hauptsächlich um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Belgien gezüchtet.

Heutiger Zustand / Nutzung:
In den letzten Jahren mussten im Schlossgarten bereits einige alte Bäume wegen Krankheit oder Trockenheit gefällt werden. Daher hat der Eigentümer eine angrenzende Fläche mit in die Gartengestaltung einbezogen. Hier sind ausgewählte Nachzüchtungen der wertvollen Bäume aus dem Schlossgarten neu angepflanzt worden. Damit die alten Bäume auf dem Schlosshof und im Schlossgarten vor Trockenschäden bewahrt werden können, hat man ein System von Versickerungsleitungen und Zisternen angelegt, das von dem auf den Schlossdächern gesammelten Regenwasser gespeist wird. Diese vorbildlichen Maßnahmen ermöglichen durch gärtnerischen Sachverstand und Engagement für die gewachsene Gartensubstanz auch weiterhin einen Eindruck von der historischen Gartenkultur am Schloss Barntrup.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4020, Willebadessen. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Harms, Harry (1980): Gehölze in den Parkanlagen von Lippe - Schlosspark Barntrup. In: Lippische Mitteilungen für Geschichte und Landeskunde, Band 49, Detmold, Seite 245 - 248.
  • Kerssenbrock-Krosigk, Dedo von (1996): Schloss Barntrup - Ein adeliger Landsitz. In: "... zur zierde und schmuck angelegt..." Materialien zur Kunst- und Kulturgeschichte in Nord- und Westdeutschland, Band 22, Marburg.
  • Maoro, Ernst (1986): Schloss Barntrup in Barntrup. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 23 - 24.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 119 - 122.
Externe ID: LWL-GUP00146
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlossgarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1584 - 1591
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032297


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2001: Schloss Barntrup mit Park
1999: Schlosspark Barntrup
1999: Schloss Barntrup