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Stadtpark und Botanischer Garten Gütersloh
 

Der Stadtpark in Gütersloh wurde 1909 - 1914 als landschaftlich gestalteter Volkspark angelegt. Ab 1912 wurde die Parkanlage durch einen Blumengarten (Botanischer Garten) ergänzt, der in den folgenden Jahren mehrfach erweitert wurde.

Externe ID: T-P363N403-20080208-0002
Erfassungsdatum: 08.02.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2009: Botanischer Garten

Zugehöriges Objekt

Stadtpark / Botanischer Garten Gütersloh (Kulturlandschaft)

 

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Eigentümer und Zugänglichkeit:
Stadt Gütersloh, Postfach 2955, 33326 Gütersloh. Beide Anlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:­
Münsterländer Tieflandsbucht; südöstliches Stadtgebiet im Bereich der Dalkeniederung; Stadtpark etwa 12,5 Hektar, Botanischer Garten etwa 3 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Als Ort der Erholung, Entspannung und körperlichen Betätigung entstanden in zahlreichen industriell geprägten Städten Westfalens im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zahlreiche größere Parkanlagen. Die schnelle Industrialisierung der Städte und das rasche Anwachsen der Einwohnerzahl ging mit einer zunehmenden Verschlechterung der Lebensbedingungen weiter Bevölkerungskreise einher. Zur Verbesserung des Wohnumfeldes und als Ausgleich zur systematischen Ausbeutung von Mensch und Natur wurden daher oft unter der Regie der damals neu geschaffenen städtischen Grünflächenämter bürgernahe Parkanlagen gestaltet. In Gütersloh wurde die Anlage eines Stadtgartens außerhalb der Stadt erstmals im Jahre 1900 vom Verschönerungsverein ins Gespräch gebracht. Er sollte von den städtischen Einwohnern als Stätte gesellschaftlicher Kommunikation und als Ort der Erholung, Entspannung und körperlichen Betätigung genutzt werden.

Gebäude und Ausstattung:
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Art der Grünanlage:
Historischer Volkspark mit Blumengarten, moderne Themengärten.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die etwa 15,5 Hektar große Parkanlage besteht aus zwei unterschiedlich gestalteten Teilen: dem landschaftlich gestalteten Volkspark und dem angegliederten 3 Hektar großen Blumengarten.

Der Volkspark wurde in den Jahren zwischen 1909 und 1914 angelegt. Den Auftrag für die Planung des mehr als 12 Hektar großen Parks bekam der Gartenarchitekt Friedrich Wilhelm Schoedder aus Iserlohn. Unter seiner Aufsicht entstand eine Anlage nach dem Vorbild der LennéMeyerschen Schule. Weit geschwungene Wege, zahlreiche Gehölzgruppen und große Solitärbäume umschließen eine große, langgezogene Raumachse. Gepflegte Spazierwege und Ruheplätze boten der städtischen Bevölkerung naturnahe Angebote zur Muße und Entspannung. Eine Besonderheit des Gütersloher Volksparks ist die Eiswiese an der südlichen Grenze der Anlage. Bereits um die Jahrhundertwende wurde die Wiese von den Einwohnern als natürliche Eisfläche im Winter zum Schlittschuhlaufen und anderen Vergnüglichkeiten genutzt.

Der Blumengarten oder Botanische Garten entstand ab 1912 am Rande des Stadtparks. Karl Rogge legte als erster Gütersloher Stadtgärtner einen Schaugarten mit typischen Gestaltungsmerkmalen der geometrischen Gartenkunst dieser Zeit an. Im Gegensatz zu den herkömmlich geographisch-systematisierenden botanischen Sammlungsgärten ist eher ein Sondergarten als Vorbild für die Villengärten der wohlhabenden Gütersloher Bürger entstanden. Gestaltprägende gartenarchitektonische Kennzeichen der Anlage sind geometrische Wasserbecken, Laubengänge mit Sitznischen und hohe Hainbuchenhecken. Der Reiz dieser Gartengestaltung wird zudem durch die Verwendung ausgesuchter und vielfältiger Pflanzenarten gesteigert. Über viele Jahrzehnte arbeitete Rogge an der Konzeption des Blumengartens. Bis 1952 wurden mehrere Bereiche neu hinzugefügt.

Heutiger Zustand / Nutzung:
1992 wurde der Garten auf der Grundlage von alten Plänen und Fotografien umfassend restauriert. Bei der letzten Erweiterung 1997 und 98 sind zusätzliche Sonder- und Themengärten angelegt worden. Mit einem "Sonnengarten", einem "Apothekergarten", einem "Brunnengarten" und einem naturbewussten Gartenbereich am Eingang von der Parkstraße ist der Botanische Garten ein attraktives und vielbesuchtes Ausflugsziel für die Gütersloher Einwohner und ihre Gäste.

Der zwischenzeitlich stark waldartige Stadtpark wurde in den Jahren 2000/2001 umfassend restauriert und erhielt durch Ausholzung und Wiederherstellung der Wegesysteme seinen Charakter als Landschaftspark zurück.

Im Stadtpark wurden neue Spielplätze angelegt und Sitzgelegenheiten geschaffen, so dass die Nutzungsmöglichkeiten deutlich verbessert sind.

Am Südrand des Stadtparks wurde 1999 die "Eiswiese" wieder hergestellt. Es handelt sich um eine ehemalige Feuchtwiese, die häufig überflutet war und im Winter zum Eislaufen genutzt wurde. Nach zwischenzeitlicher Nutzung als Viehweide wurde nun eine fast 2 Hektar große Fläche hergestellt, die im Winter durch Einleitung von Wasser überstaut wird. Von einer mit Bänken und Steg ausgestatteten Insel aus ist heute bei Frost wieder Schlittschuhlaufen möglich. Im Sommer wird das Wasser abgelassen, die Fläche verwandelt sich in eine Wiese.

Seit 2004 ist das historische Palmenhauscafé wieder ein Anziehungspunkt. Ganzjährig geöffnet, liegt es mitten im Botanischen Garten.

Im Rahmen der "Rauminzenierungen" wählte der Künstler Olafur Eliasson 2001 für den laubenartigen Geruchstunnel etwa 50 duftende Pflanzen aus ganz Europa, die ein sinnliches Erleben ganz besonderer Art vermitteln sollen.

Auf dem Gelände des ehemaligen Luftbades entstand im Sommer 2006 eine Insel in der Dalke, die zum Wassererlebnispfad gehört und zum besonderen Verweilen einlädt. Schon früher nutzte hier auf dem ehemaligen Prießnitz-Gelände der Naturheilverein Gütersloh die heilsame Kraft von Sonne und frischer Luft. In blickgeschützter Umzäunung, dem "Sonnenkästchen", nahmen die "Sonnenanbeter an der Dalke" textilfreie Sonnenbäder auf spartanischen Holzpritschen - Damen und Herren streng getrennt. Im Jahr 2000 übergab der Verein das Gelände der Stadt als Schenkung.

Der Stadtpark / Botanische Garten Gütersloh ist ein Bestandteil des europäischen Gartennetzwerkes (EGHN).

Quellenangaben

  • Stiftung Schloss Dyck, Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur (Hrsg.) (2012): http://www.eghn.org/ethg-guetersloh-prolog. Zuletzt aufgerufen 02.03.2012, Jüchen.
  • Schulz, Doris (1990/91): Entstehung, Entwicklung und Erweiterung des Volksparks in Gütersloh. Universität/Gesamthochschule Paderborn, Abt. Höxter (Diplomarbeit), Höxter.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Böhme, Elisabeth (1981): Verdoppelung macht es möglich - Grünflächenentwicklung im Gütersloher Stadtpark-Viertel. In: Gütersloher Beiträge zur Heimat- und Landeskunde 1/1981, Gütersloh.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 73 - 75.
  • Stadt Gütersloh (Hrsg.) (1998): Botanischer Garten - Blumengarten. Grünflächenamt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Gütersloh.
Externe ID: LWL-GUP00184
Erfassungsdatum: 17.05.1999
Kategorie: Volkspark, Stadtpark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Archivauswertung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1909
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032227


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2009: Botanischer Garten
2009: Botanischer Garten
2009: Botanischer Garten
2009: Stadtpark
2009: Stadtpark
2008: "Sonnenanbeter an der Dalhke"
2001: Botanischer Garten
2001: Stadtpark
1999: Stadtpark
1929: Botanischer Garten
1925: Stadtpark