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Erholungsanlage Obersee, Bielefeld
 

Ende der 1970er / Anfang der 1980er Jahre wurde die große Grünanlage angelegt, die Teil einer vom Werre-Wasserverband und der Stadt Bielefeld geplanten großen Regenwasserrückhalteanlage ist. Neben insgesamt fast 35 Hektar neu angelegten Wiesenflächen, die durch zahlreiche Hecken, Baum- und Gehölzgruppen und Einzelbäumen gegliedert werden, sind auch 25 Hektar Fläche als Wald dicht aufgeforstet worden. Besonderer Anziehungspunkt ist die etwa 18 Hektar große Wasserfläche. Die offenen Parkbereiche werden intensiv als Spiel-, Sport- und Liegewiesen genutzt.

Externe ID: T-P363N403-20080208-0001
Erfassungsdatum: 08.02.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Obersee

Zugehöriges Objekt

Erholungsanlage Obersee, Bielefeld (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Stadt Bielefeld, 33597 Bielefeld; öffentlich

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ravensberger Land, zwischen den Ortsteilen Schildesche, Vilsendorf und Brake; etwa 85 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Der Obersee ist der westliche Teilabschnitt der geplanten Johannisbachtalsperre. Er hat für die Bevölkerung, des ansonsten gewässerarmen Bielefelder Stadtgebietes, eine einzigartige Anziehungskraft. Der geplante Ausbau der Talsperre durch die Anlage des Untersees war in den letzten Jahren aus ökologischen und städtebaulichen Gründen stark umstritten, so dass nach dem bisherigen Diskussionsstand die endgültige Fertigstellung noch fraglich bleibt.

Gebäude und Ausstattung:
Gaststätte mit Außengastronomie und Veranstaltungen im Sommer.

Art der Grünanlage:
Moderne Freizeit und Erholungsanlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Anlass zum Bau der Talsperre waren ständige Hochwasserschäden, die durch den Johannisbach mit seinen Nebenbächen in den letzten Jahrzehnten verursacht wurden. Die Talsperre sollte vor allem das Hochwasser sammeln und damit die Überflutung des Bachtales verhindern. Der Obersee hat hauptsächlich die Funktion eines Absatzbeckens vor dem eigentlichen Hochwasserschutzbecken, für das der Untersee geplant ist. In dem Vorbecken können sich die vom Hochwasser angeschwemmten Schwebstoffe absetzen und somit die drohende Verschlammung des Hauptbeckens reduzieren. Heute hat der Obersee eine Wasserfläche von etwa 20 Hektar und eine maximale Tiefe von ungefähr 2,50 m. Trotz des Einzugsbereichs der Großstadt und der umliegenden, intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen ist die Wasserqualität so gut, dass viele Angler am See ihrer Leidenschaft nachgehen. Das Baden ist jedoch untersagt.

Beim Ausbaggern des Sees ist der Bodenaushub überwiegend zur Gestaltung der Uferbereiche und des Parks mit seinem bewegten Relief verwendet worden. Um die naturräumliche Wirkung des breiten Talraumes zusätzlich zu betonen, waren umfangreiche Neuanpflanzungen mit hauptsächlich einheimischen Baumarten erforderlich. Neben insgesamt fast 35 Hektar neu angelegten Wiesenflächen, die durch zahlreiche Hecken, Baum- und Gehölzgruppen und Einzelbäumen gegliedert werden, sind auch 25 Hektar Fläche als Wald dicht aufgeforstet worden. Die offenen Parkbereiche werden intensiv als Spiel-, Sport- und Liegewiesen genutzt. Besonders die Randzonen des Erholungsgebietes sind in unterschiedlicher Breite mit dichten Gehölzpflanzungen gestaltet. Einerseits werden damit Störungen aus den angrenzenden Wohngebieten reduziert und andererseits ist somit ein landschaftlich abgeschlossener Raum entstanden.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Mit weitläufigen Grünverbindungen in das nördliche Stadtgebiet einbezogen, bietet die landschaftsgärtnerisch gestaltete Anlage ein ideales Erholungs- und Freizeitangebot. Für die stille und naturnahe Erholung wurden am Nordufer des Sees eine Flachwasserzone, ein Sumpfbereich und ein Vogelschutzgehölz angelegt. In dem Vogelschutzgebiet können Naturliebhaber und Ornithologen etwa 100 verschiedene Vogelarten, wie beispielsweise Graureiher, Haubentaucher, Bläss- und Teichrallen und selbstverständlich zahlreiche Entenarten beobachten. In dem für eine Großstadt ungewöhnlich artenreichem Gebiet brüten etwa 50 verschiedene Vogelarten.

Um den See führt ein Rundwanderweg und lädt die Besucher mit zahlreichen Bänken zum Ruhen und Entspannen ein. Das weitverzweigte Wegenetz erschließt nicht nur den Park, sondern führt ebenso in die freie Landschaft hinaus. Spaziergänger und Radfahrern haben somit vielfältige Möglichkeiten zur naturnahen und landschaftsbezogenen Erholung. Die Bereiche zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt sind davon selbstverständlich ausgenommen. Schautafeln an den Eingängen zum Erholungsgebiet informieren interessierte Besucher ausführlich über die vorhandene Flora und Fauna.

An der Nordwestseite des Erholungsgebietes hat man von der Terrasse der Gaststätte "Seekrug" einen herrlichen Blick über den See auf die Kulisse der Stadt und die sich weit öffnende Landschaft.

Das Erholungsgebiet soll nach den bisher vorliegenden Plänen eine Größe von insgesamt 350 Hektar haben, wobei 265 Hektar auf das Gebiet des Untersees entfallen. Hier soll den Besuchern vorwiegend Gelegenheit für wassersportliche Aktivitäten geboten werden. So sind eine Regattastrecke von 2000 m Länge und Einrichtungen zum Paddeln, Rudern und Segeln vorgesehen.

Literaturangaben

  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 95 - 97.
  • Spengemann, Karl Ludwig / Weisner, Ulrich (1982): Deine Stadt Bielefeld, das Grün. Eine Dokumentation über stadtgestalterische und ökologische Zusammenhänge. Kulturhistorisches Museum Bielefeld 3.10. - 14.11.1982 Ausstellungskatalog, Bielefeld.
Externe ID: LWL-GUP00125
Erfassungsdatum: 19.08.1999
Kategorie: See
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1978
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10032213


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1999: Obersee
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