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Kloster Falkenhagen, Lügde
 

Das ehemalige Kloster wurde als Zisterzienserkonvent zur Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet und 1432 vom Kreuzherren-Orden übernommen. 1596 wird das Kloster aufgehoben und das Besitztum zugunsten der Grafschaft Lippe und des Fürstbistums Paderborn geteilt. 1597 wurde ein lutherischer Prediger in den lippischen Teil eingesetzt und 1603 übernahm der Jesuitenorden den Paderborner Teil. Im 30-jährigen Krieg wird der lippische Prediger vertrieben und das Kloster von den Jesuiten übernommen. Nach dem Ende des Krieges werden 1649 die Jesuiten wieder auf ihren Teil verwiesen und das Kloster zur evangelisch-reformierten Pfarrkirche umgewandelt. Nach der Auflösung des Jesuitenordens im Jahre 1773 gelangte die gesamte Klosteranlage an die lippischen Grafen. Nach der Auflösung der Domäne im Jahre 1929 wird das Verwaltergebäude als katholisches Pfarrhaus genutzt. Ab 1984 ist die gesamte Klosteranlage umfassend restauriert worden.

Externe ID: T-P363L301-20090519-0001
Erfassungsdatum: 19.05.2009
Kategorie: Religion
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2000: Kloster Falkenhagen

Zugehöriges Objekt

Gärten am Kloster Falkenhagen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Falkenhagen, Falkenhagen 28, 32676 Lügde; die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Lipper Bergland; im äußersten Südosten des Kreises Lippe etwa 12 km südlich von Lügde; Größe etwa 2 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Das ehemalige Kloster wurde als Zisterzienserkonvent durch Graf Volkwin IV. von Schwalenberg zur Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet und 1432 vom Kreuzherren-Orden übernommen. Im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert war die Blütezeit des Klosters. Zu dieser Zeit lebten bis zu 90 Mönche im Kloster. Nach Jahrzehnten des Niedergangs wird das Kloster 1596 aufgehoben und das Besitztum zugunsten der Grafschaft Lippe und des Fürstbistums Paderborn geteilt. 1597 wurde ein lutherischer Prediger in den lippischen Teil eingesetzt und 1603 übernahm der Jesuitenorden den Paderborner Teil. Im Dreißigjährigen Krieg wird der lippische Prediger vertrieben und das Kloster von den Jesuiten übernommen. Nach dem Ende des Krieges werden 1649 die Jesuiten wieder auf ihren Teil verwiesen und das Kloster zur evangelisch-reformierten Pfarrkirche umgewandelt. Nach der Auflösung des Jesuitenordens im Jahre 1773 gelangte die gesamte Klosteranlage an die lippischen Grafen, die den Wirtschaftshof als Domäne nutzten. Die katholische Kirchengemeinde bekommt zu dieser Zeit eine eigene Pfarrstelle. Nach der Auflösung der Domäne im Jahre 1929 wird das Verwaltergebäude, das einstige Wohnhaus des Priors, als katholisches Pfarrhaus genutzt. Ab 1984 ist die gesamte Klosteranlage umfassend restauriert worden.

Gebäude und Ausstattung:
Saalkirche von 1479 bis 1487 mit nach Süden vorgelagertem zweigeschossigen Kreuzgangflügel und Dachreiter. Vom ehemaligen Klosterhof haben sich nur noch der östliche Flügel und das anschließende ehemalige Dormitorium von 1509, das heute als evangelisches Pfarrhaus genutzt wird, erhalten. Der um 1585 errichtete Fachwerkbau des katholisches Pfarrhauses liegt westlich der Klosterkirche. Gegenüber die katholische Pfarrkirche von 1695, die ursprünglich als zweigeschossiges Wohnhaus mit Kapelle für die Jesuiten erbaut wurde. Östlich der Klosterkirche ein kleiner Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert, das ehemalige Totengräberhaus.

Art der Grünanlage:
Historische Klosteranlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Seit der Klostergründung durch die Zisterzienser im 13. Jahrhundert hat es am Kloster immer schon verschiedene Nutzgärten gegeben. Wegen der wechselhaften Besitz- und Nutzungsverhältnisse und der ländlich abgeschiedenen Lage wurde vermutlich kein repräsentativer Garten gestaltet. Ein 1828 aufgenommener Situationsplan zeigt anschaulich die Lage der Gärten innerhalb der ehemaligen Klosteranlage. Auffällig ist neben mehreren Teichen der von Mauern umgrenzte Kirchhof an der ehemaligen Klosterkirche. Anders als bei vergleichbaren Anlagen wurde im 19. Jahrhundert vermutlich auch kein landschaftlich gestalteter Garten oder Park angelegt.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die gärtnerischen Anlagen des ehemaligen Klosters entsprechen in der Flächenaufteilung und der Nutzung weitgehend dem historischen Zustand. Der Kirchhof ist im Randbereich stellenweise verwildert, so dass die historischen Grabsteine im Gehölz verschwinden. Im nördlich angrenzenden kleinen Wald ist noch eine historische Steinbrücke zu finden, die über einen Bach führt, der zwei Teiche miteinander verbindet.

Abbildungen:
Weitere Abbildungen: Westfalia Picta, Band 10, Seite 871 - 873

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4121, Schieder-Schwalenberg (Schwalenberg). Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Wehrmann, Volker (zusammengestellt u. bearbeitet) (1985): Burgen, Schlösser, Herrensitze, Kirchen, Bauernhöfe, Bürgerhäuser in Lippe. Lippischer Heimatbund (Hrsg.), Detmold, Seite 140 - 143.
  • Schmitt, Michael / Schuchert, Patrick (2007): Lippe. In: Westfalia Picta, Band 10, Münster, Seite 870 - 873.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Großmann, Ulrich (1984): Östliches Westfalen. DuMont-Kunst-Reiseführer, Köln, 2. durchgesehene Aufl., Seite 257 - 258.
  • Wieggrebe, Jürgen (1996): Kloster Falkenhagen. Kleine Kunstführer 1719, Regensburg, 2. veränderte Aufl.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.2: Kreis Lippe. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Dehio, Georg (1969): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Teil Westfalen. Darmstadt, Neuaufl., Seite 161.
Externe ID: LWL-GUP00033
Erfassungsdatum: 30.08.1999
Kategorie: Klostergarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1245 - 1255
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031933


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