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Haus Byink, Ascheberg-Davensberg
 

Herrlich gelegen und anzusehen ist das am südlichen Rande von Davensberg in die Parklandschaft eingebettete Haus Byink.

Externe ID: T-P363L301-20080715-00001
Erfassungsdatum: 15.07.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2006: Haus Byink

Zugehöriges Objekt

Gärten am Haus Byink, Ascheberg-Davensberg (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privateigentum; die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation und Lage
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; zwischen Davensberg und Ascheberg am südlichen Rand von Davensberg.

Angaben zur Geschichte
Um 1400 wird Byink erstmals erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt ist Ritter Heinrich von Ascheberg Besitzer des Hauses. Er ist mit Hille von Hamern verheiratet und auch Besitzer des Hauses Ichterloh in Nordkirchen. Die Anlage war um diese Zeit eine Zweiinselanlage und von einem Ringwall mit Bastionen umgeben. Über den Garten ist nichts bekannt.

Um 1550 ist ein Nachkomme, ebenfalls Heinrich von Ascheberg, Besitzer des Anwesens. Er ist mit Anna von der Recke verheiratet und der Erbauer der heute noch stehenden Gebäude auf der ehemaligen Vorburg. Eines davon ist das alte Bauhaus von 1558.

1698 vermacht der Domherr Heidenreich von Ascheberg den Besitz an Christoph Engelbert von Beverförde-Werries. Dieser Stamm starb jedoch bereits 1780 mit dem "tollen Werries" aus. Alle Besitzungen gingen an den Sohn eines Vetters, Friedrich Clemens von Elverfeldt, der jedoch Namen und Wappen der Beverfoerde-Werries annehmen musste. Dies wurde über Generationen so beibehalten, wenn auch die Farben der von Elverfeldt (rot und gold) in den Fensterläden zu erkennen sind.

Die heutige Bewohnerin der Anlage, Freifrau Ida von Elverfeldt, genannt von Beverfoerde-Werries, stammt von der Loburg in Ostbevern.

Gebäude und Ausstattung
Das alte Bauhaus ist ein typisch westfälisches Bauernhaus, welches jedoch mit Halbkreisaufsätzen und bunt glasierten Ziegeln an den Giebeln verziert ist. Diese Ziegel zeigen bewaffnete Männer, Rautenmuster und Jahreszahlen. Daneben besteht auch noch das mächtige Torhaus von 1561. Auch dieses zweistöckige Gebäude besitzt Halbkreisaufsätze auf den Giebeln und ist insgesamt aus Ziegelmosaik erbaut. Einige dieser Verzierungen zeigen kugelstoßende Landsknechte. Eine Wappentafel der Familie Ascheberg-von der Recke schmückt den Torbogen. Dem Torhaus vorgelagert sind zwei fast dreiviertelrunde Türme an der Feldseite. Turmfalken und Schwalben bewohnen die Türme heute. Die Anlage war ursprünglich eine Wasserburg auf zwei Inseln, umgeben von einer Außen- und einer Innengräfte. Die Außengräfte ist teilweise erhalten, die Innengräfte nur noch durch Senken im Boden zu erkennen. Sie wurde 1963/64 mit Aushub vom Autobahnbau verfüllt. Das Herrenhaus auf der ehemaligen Hauptinsel wurde Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen. Hier befindet sich heute ein Obstgarten und nur eine leichte Erhebung im Boden deutet den Standort des alten Gebäudes südwestlich der Vorburg an.

Seinerzeit wohnten vor allem Förster auf Haus Byink, weshalb die Gartenanlage keinen repräsentativen Charakter hatte. Nur eine alte, heute noch erhaltene Grotte, die möglicherweise eine Marienstatue beherbergt hat, ist ein Zeichen für einen gewissen Schmuckwert der Anlage. Fotos aus dem Jahr 1900 zeigen eine sehr extensive Nutzung des Gartens, der als Kuhweide und Nutzgarten diente. Ein Bienenhaus wurde ebenfalls von den Förstern errichtet.

Art der Anlage
Garten

Beschreibung
Die heutige Besitzerin zog 1984 in das kurz zuvor restaurierte Torhaus und legte erstmals einen Schmuckgarten an. Der Fachverstand der gelernten Gartenbauerin wird auf den ersten Blick deutlich. Rosen und ihre Begleitpflanzen, wie Lavendel und Frauenmantel, blühen im Sommer zusammen mit Taglilien und Yucca. Vor dem Torhaus liegt ein Hang mit dichten Buchsbaum- und Lavendelreihen. An schattigeren Stellen gedeihen Farne und rosafarbene Astilben, die mit den Rosen im Garten schöne Farbaspekte über die Gräfte hinweg bilden. Im hinteren Gartenteil ist ein üppiger Blumen- und Gemüsegarten angelegt. Am prächtigsten sei jedoch der Frühjahrsaspekt, so die Besitzerin, die auch an der fachgerechten Pflege dieser schönen Anlage beteiligt ist.

In einem Zeitalter, in dem allerorten Gärten verloren gehen oder zur Vereinfachung der Pflege ihres Blumenschmucks beraubt werden, ist es besonders erfrischend, dass hier ein neuer, liebevoll gestalteter Garten angelegt wurde.


Literaturangaben

  • bearb. von Ludorff, Albert (1901): Kreis Wiedenbrück. Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 10, Paderborn.
  • Rothers, Bernhard, / Farwick, Josef / Henrichmann, Wilhelm (2002): Die Landwirtschaft mit ihren stattlichen Höfen als Basis der Landgemeinde. In: Ascheberg, eine neue Gemeinde in alten Bildern, Münster, 2. Auflage.
  • Dehio, Georg (1969): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Teil Westfalen. Darmstadt, Neuaufl.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.) (2007): Gartenreiches Westmünsterland. Gärten und Parks in den Kreisen Borken und Coesfeld. Steinfurt, Seite 194 - 197.
Externe ID: LWL-GUP00582
Erfassungsdatum: 18.10.2007
Kategorie: Schlossgarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Fotos
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1984
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031694


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