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Rosengarten Seppenrade
 

Seppenrade ist als eines der bundesdeutschen Rosendörfer weit über das Münsterland hinaus bekannt.

Externe ID: T-P363L301-20080714-00002
Erfassungsdatum: 14.07.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2005: Rosengarten Seppenrade

Zugehöriges Objekt

Rosengarten Seppenrade (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Heimatverein Seppenrade; die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; im westlichen Ortszentrum von Lüdinghausen-Seppenrade; etwa 2 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte, Ausstattung und Beschreibung der Anlage
Ein beliebtes Ausflugsziel inmitten der Münsterländer Parklandschaft ist der Rosengarten im Lüdinghausener Ortsteil Seppenrade. Auf den Flächen einer ehemaligen Mülldeponie zeigen heute über 600 Sorten mit blumigen Namen wie "Lady Rose", "Burgund" oder "Sommermorgen" in 24.000 Exemplaren die große Vielfalt und Pracht der "Königin der Pflanzen".

Seppenrade ist als eines der bundesdeutschen Rosendörfer weit über das Münsterland hinaus bekannt. Zu einem ersten frühen Ruhm gelangte das Dorf bereits 1895, als in einem Steinbruch am Ortsrand die versteinerte Schale des größten bisher aufgefundenen Ammoniten gefunden wurde. Das Original dieses Kopffüßers aus der großen Tierfamilie der Weichtiere ist im LWL-Museum für Naturkunde in Münster zu bewundern, ein originalgetreuer Abguss ist jedoch den Bewohnern erhalten geblieben und heute im Ortskern unweit vom Rosengarten aufgestellt.

Nachdem die ursprünglichen Planungen, auf einer aufgelassenen Mülldeponie ein Sportgelände zu errichten, auf Grund der starken Neigung fallengelassen wurden, begannen Seppenrader Bürger Ende der 1960er Jahre mit dem Anlegen der ersten Beete zu einem kleinen Rosengarten. Die Pflege oblag damals noch einigen wenigen "Rosenfrauen". Die wachsende Beliebtheit der Rosen und das stetig steigende Engagement des Heimatvereins führten dazu, dass der zunächst kleine Garten in drei Erweiterungsschritten zu einer Größe von nahezu 20.000 Quadratmetern ausgedehnt wurde. Mittlerweile hegen und pflegen über einhundert ehrenamtliche Rosenfrauen und -männer über Patenschaften liebevoll die unzähligen Beete.

Das parkartige Gelände ist über ein 2,5 km l­anges Wegenetz erschlossen, so dass die meisten der prachtvollen Pflanzen aus unmittelbarer Nähe betrachtet und ihr oftmals betörender Duft wahrgenommen und genossen werden kann. Bei einem Rundgang durch die Anlage bekommt man so einen Eindruck von der Vielgestaltigkeit der Rosen: Von den immer mehr Zuspruch findenden Bodendeckerrosen über die klassischen Beetrosen sowie die Strauch- und Kletterrosen bis zu den Englischen Rosen, die mit ihren doppelten Blütenkelchen und damit besonders großen Blüten auffallen, sind alle im Rosengarten vertreten.
Zahlreiche Ruhebänke laden zum Verweilen ein, ein Angebot, das von vielen der älteren Besucher gerne genutzt wird. Die Jugendlichen des Dorfes vergnügen sich derweil lieber beim Treff an der Freibühne, wo auch ein Schachspiel Kurzweil bietet.

Noch stärker in das dörfliche Leben eingebunden wurde der Rosengarten durch den Bau des Heimathauses Ende der 1990er Jahre durch ehrenamtliche Helfer. Mitten im Garten stehend, wird es nicht nur für gesellige Treffen des Heimatvereines genutzt, sondern es dient ebenfalls zur Aufbewahrung von Maschinen und Geräten. Auch öffentliche Sanitäranlagen stehen den Besuchern des Gartens hier jederzeit zur Verfügung.

Bereits im zeitigen Frühjahr ziehen die ersten Frühlingsblüher - darunter auch zahlreiche prächtige Magnolien - die Besucher in die ganzjährig geöffnete Anlage. Hochsaison ist allerdings von Juni bis Ende August, wenn "Schneewittchen", "Lovely Fairy" und Co. den Park in ein einziges Blütenmeer verwandeln. Begangen wird dieses Ereignis alljährlich am dritten Augustwochenende, wenn der Heimatverein zum großen Rosenfest einlädt. Dann feiert das ganze Dorf mit seinen Gästen bei besonderen Illuminationen mit Musik und Tanz.

Im Rosengarten Seppenrade kommen vom Laien, der sich lediglich an der Schönheit der gepflegten Anlage erfreut, über den Hobbygärtner, der sich Anregungen für die Zusammenstellung seines eigenen Rosenbeetes holt, bis zu Rosenspezialisten und -züchtern, die sich hier zu Kongressen treffen und ihr Wissen austauschen, alle auf ihre Kosten.

Wer sich darüber hinaus in der reizvollen Umgebung Seppenrades erholen und die Natur genießen möchte, ist eingeladen, sich von den für münsterländische Verhältnisse tiefen Einschnitten (Siepen) der Landschaft beeindrucken zu lassen. Die Siepen waren schließlich namensgebend für Seppenrade und brachten ebenfalls solche Bezeichnungen wie "Wolfsschlucht" oder "Seppenrader Schweiz" hervor.

Art der Grünanlage
Park, Rosengarten

Quellenangaben

  • Große Entrup, Josef (2006): Kurzexposé: Rosengarten in Seppenrade. (Anschreiben an den LWL), Lüdinghausen.

Literaturangaben

  • o. A. (1979): Rosentaufe in Seppenrade. In: Kreis Coesfeld, Jahrbuch 1979, Coesfeld.
  • o. A. (1972): Seppenrade erweitert seinen Rosengarten. In: Lüdinghauser Zeitung 13.12.1972, Lüdinghausen.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.) (2007): Gartenreiches Westmünsterland. Gärten und Parks in den Kreisen Borken und Coesfeld. Steinfurt, Seite 184 - 187.
  • ADAC Westfalen-West (o.J.): ADAC- Luftbildwanderkarte Seppenrade. Lüdinghausen.
  • o. A. (2002): Im Rosengarten blüht das Ehrenamt. 30. Jahrestag der Ernennung zum Rosendorf wird am kommenden Wochenende gefeiert. In: Lüdinghauser Zeitung 05.07.2002, Lüdinghausen.
  • ADAC Westfalen-West (o.J.): Rosen. ADAC Informationsreihe. Blatt 2, Lüdinghausen.
  • o. A. (1999): Englische Rosen blühen bald auch in Seppenrade. Die Rosenmänner nahmen 1500 Neuanpflanzungen vor. In: Lüdinghauser Zeitung 12.04.1999, Lüdinghausen.
Externe ID: LWL-GUP00690
Erfassungsdatum: 18.10.2007
Kategorie: Park
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1968 - 1970
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031680


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2005: Rosengarten Seppenrade
2005: Rosengarten Seppenrade
2005: Rosengarten Seppenrade
2005: Lüdinghausen
1894: Lüdinghausen