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Schloss Buldern
 

Im Nordosten Dülmens liegt der Ortsteil Buldern mit dem historischen Schloss, eingebettet in einen Landschaftspark. Heute beherbergt es ein Internat. Der Park ist wegen des Schulbetriebs nicht vollständig zugänglich, ein Fußweg führt jedoch um ihn herum und gewährt Blicke auf das Schloss und einige bemerkenswerte Parkbauten oder deren Ruinen.

Externe ID: T-P363L301-20080714-00001
Erfassungsdatum: 14.07.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2006: Schloss Buldern

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Buldern (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Die Anlage ist privat und nur eingeschränkt öffentlich zugänglich. Von den Wegen aus ergeben sich reizvolle Blicke in den Park. Besichtigungen des Bereichs innerhalb der Gräfte sind nur außerhalb der Schulzeiten und nach Anmeldung möglich.

Naturräumliche Situation Lage und Größe
Westfälische Tieflandbucht - Kernmünsterland; südlich von Buldern.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Die Anzahl der Kleinarchitekturen im Bulderner Park lässt schon auf die relativ große Bedeutung schließen, die dieses Schloss einst hatte. Bereits 1215 werden die Herren von Buldern erstmals als Dienstmänner der Kirche zu Münster erwähnt. Im 14. Jahrhundert geht der Besitz zunächst auf die Drosten von Kakesbeck über, später auf die Herren von Lembeck. Ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts sitzen die von Diepenbrock auf Buldern. Zu dieser Zeit hat es bereits einen Burggraben und einen Mühlenkolk gegeben. Unter denen von Diepenbrock finden mehrere Bauphasen statt, auch wenn sich die Familie Ende des 16. Jahrhunderts überwiegend auf Haus Mark in Tecklenborg aufhielt und der spanisch-niederländische Krieg Ende des 16. Jahrhunderts sowie der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) ihre Spuren hinterließen. 1678 entsteht das noch erhaltene Bauhaus mit Turm, etwa zehn Jahre später sind die Torpfeiler mit Brücke bei der Mühle datiert.

Mitte des 18. Jahrhunderts erwerben die Freiherren von Romberg das Schloss durch Heirat mit der Erbtochter Louise Elisabeth von Diepenbrock. Unter denen von Romberg blüht Schloss Buldern erneut auf. 1804 wird eine neue Mühle gebaut, 1810 das benachbarte Fachwerkhaus und 1834 eine Massivscheune. In den 1830er Jahren wird schließlich auch das Schloss erneuert, unter Verwendung eines Kamins aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Berühmtester Eigentümer des Schlosses Buldern war der 1839 geborene Gisbert Freiherr von Romberg. Er inspirierte Josef Winkler zu seinem Roman "Der tolle Bomberg" (1923 geschrieben), der mit Hans Albers in der Hauptrolle verfilmt wurde. Unter Gisbert wurde unter anderem 1870 das Torhaus} erneuert, das im Kern und an der Südfront noch Elemente aus dem 17. Jahrhundert enthält. Gisbert soll durch sein unkonventionelles Verhalten (Ziehen der Notbremse auf Höhe Bulderns, damit er nicht so weit laufen musste) dem kleinen Ort zu einem eigenen Bahnhof verholfen haben. 1881 wurde Gisbert von Romberg entmündigt und starb 1897.

In den 1950er Jahren war im Schloss die "Forschungsstelle für Vergleichende Verhaltensforschung" des damaligen Max-Planck-Instituts für Meeresbiologie untergebracht, in der Konrad Lorenz verhaltensbiologische Studien vor allem an Gänsen betrieb.

Seit 2001 ist Georg Graf Kerssenbrock Besitzer des Anwesens, das seit Ende der 1950er Jahre als Internat und inzwischen auch Gymnasium für Schüler aus Buldern dient. Dieser Nutzung sind auch einige der Änderungen im Park zuzuschreiben, wie beispielsweise ein Sportplatz, einige malerische Brücken mit Metallgeländern oder die Beleuchtung am Hauptweg.

Art der Grünanlage
Schlosspark

Beschreibung
Auch die Anlage des Landschaftsparks, der in seinen Grundstrukturen noch heute erhalten ist, fällt in die 1830er Jahre. Der Park nordwestlich des Herrenhauses weist einige Staffagebauten auf, wie sie für diese Zeit typisch sind. Geschwungene Wege, gerundete Uferränder der ehemals regelmäßigen Gräfte und malerische Einzelbäume ergänzen das Programm des Landschaftsparks, der der Schule um den Düsseldorfer Gartenkünstler Weyhe zugeschrieben wird. Ein Rundweg führt vom Schloss über die Gräfte in den Park, in dem auf Aussichtspunkten einige Grotten platziert sind. An einem Teich gegenüber dem Schloss befindet sich ein rustikaler Pavillon. Er war nicht nur ein Blickfang vom Schloss, sondern auch Schutz für eine historische Steinplatte mit Reliefschmuck, die wie ein Tisch aufgebaut ist. An anderer Stelle steht ein Backsteinturm, mehr als Schmuck, denn mit einem Nutzen. Von den Einzelbäumen sind noch eine Trauerbuche, Platanen, Linden, Eichen, Buchen, Weiden und verschiedene Nadelbäume erhalten. Südlich des Schlosses hingegen befindet sich ein inzwischen verfallenes Gewächshaus, zum Nutzen und nicht zur Zierde angelegt. Die heutige Weihnachtsbaumanpflanzung nebenan liegt in etwa dort, wo sich laut einer Karte aus dem 16. Jahrhundert der "Kohlgarten", ein Küchengarten befand.

Direkt nordöstlich vom Schloss befindet sich ein eher formaler Gartenteil mit Fontänenteich und geschnittenen Buchshecken, der nicht datiert ist. Die Sandsteinfigur "Unterweisung Mariens" auf dem Rasen an der Wegeachse zwischen Schloss und Landschulheim weiter westlich stammt jedoch aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist bereits stark angewittert und hat ursprünglich nicht frei gestanden, da sie eine eindeutige Schauseite hat und von hinten hohl ist. Andere Skulpturen sind bisher undatiert, so ein Putto mit wasserspeiendem Delphin im Schlosshof und eine blumengeschmückte Frauenfigur, möglicherweise eine Flora, auf einem der Torpfeiler an der Zufahrt von Norden. Auch das Anlagealter der Kastanienallee an dieser Gartenzufahrt ist nicht eindeutig zuzuordnen, da sie ein eher formales Element ist, die Torpfeiler jedoch auf Anfang des 19. Jahrhunderts datiert wurden, einer Zeit, in der man eher landschaftlich plante. Die historische Zufahrt ist die von Süden durch das Torhaus, was ebenfalls für ein jüngeres Datum der Allee spricht.

Der öffentliche Fußweg führt außerhalb der Gräfte durch den Schlosspark und bietet neben Blicken auf das Schloss und den inneren Garten auch direkten Kontakt mit einigen der Parkbauten und der uralten Einzelbäume.


Literaturangaben

  • Ilisch, Peter (1991): Beiträge zur Geschichte des Hauses Buldern um 1600. In: Geschichtsblätter des Kreises Coesfeld, 16. Jahrgang, 1991, Coesfeld, Seite 13 - 25.
  • Dehio, Georg (1969): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Teil Westfalen. Darmstadt, Neuaufl.
  • Seick, Carsten (1996): Studien zu landschaftlichen Gärten und Parks in Westfalen-Lippe unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen privater Auftraggeber. Münster, Westfälische Wilhelm-Universität Münster, Dissertation, Band 1 - 4.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.) (2007): Gartenreiches Westmünsterland. Gärten und Parks in den Kreisen Borken und Coesfeld. Steinfurt, Seite 170 - 173.
Externe ID: LWL-GUP00661
Erfassungsdatum: 18.10.2007
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1831 - 1839
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031666


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2006: Schlosspark Buldern
2006: Schlosspark Buldern
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2005: Buldern
1897: Buldern
2006: Schloss Buldern