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Haus Osthoff, Dülmen
 

Haus Osthoff liegt im Osten der Stadt Dülmen. Von dem ausgedehnten Rittergut ist heute fast nichts mehr erhalten. Stattdessen haben sich nach Jahren des Verfalls neue Besitzer des denkmalgeschützten Herrenhauses angenommen und im Außenbereich einen privaten Rückzugsraum angelegt. Ein Besuch des Gartens ist nach telefonsicher Absprache möglich.

Externe ID: T-P363L301-20080711-0001
Erfassungsdatum: 11.07.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2006: Haus Osthoff

Zugehöriges Objekt

Garten am Haus Osthoff, Dülmen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; der Garten ist nach Voranmeldung zu besichtigen.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe­
Westfälische Tieflandsbucht - Kernmünsterland; im Osten der Stadt Dülmen.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Die historische Bedeutung und die ursprüngliche Gestaltung des Ritterguts sind heute nicht mehr erkennbar. Dabei liest sich die Geschichte wie ein "Who is Who" des westfälischen Adels. Bereits 1302 werden die Herren vom Osthove erstmals erwähnt. Sie waren Burgmänner von Haus Dülmen. Ihnen folgen jedoch schon bald die Ritter von Schedelich (auch Schalke), die sechs Generationen lang auf Osthoff lebten. Das Haus ist sicherlich schon zu dieser Zeit ein Gräftenhof gewesen. Nach dem Aussterben der Familie im Mannesstamm, im Jahre 1604 durch einen tragischen Jagdunfall hervorgerufen, wird Haus Osthoff an Johann von Bischopink verkauft, der mit Richmod von Droste zu Hülshoff verheiratet war. Deren Enkelin Klara Richmodis, mit Johann Ferdinand von der Menge verheiratet, erbt Osthoff, die Familie verkauft das Gut 1726 an den General Baron Franz Anton von Landsberg. Er ist mit Anna Maria von Galen verheiratet, die als Erbauerin des bis heute erhaltenen Herrenhauses gilt, da Franz Anton bereits 1727 starb und das Allianzwappen beider über der Eingangstür prangt. Es ist aber auch möglich, dass die gemeinsame Tochter, Antoinette Helena, und ihr Mann Kaspar von Korff-Schmising die Erbauer sind. Sie heirateten 1712 und Antoinette erbte Osthoff bereits 1734. Das Allianzwappen ihrer Eltern zeigt die Jahreszahl 1737. Wer Planer des Hauses war, konnte bisher ebenfalls nicht eindeutig festgestellt werden, es sind aber berühmte Baumeister wie Pictorius oder Schlaun im Gespräch.

Gebäude und Ausstattung
Der Bau ist ein ortstypischer Backsteinbau mit Sandsteinelementen an Fenstern und Türen. Die Nachkommen der Eheleute von Korff-Schmising wiederum heirateten Angehörige der Familien von Droste zu Vischering, von Nagel, von Galen, von Merveldt und von Fürstenberg, um nur einige zu nennen. Es entstand also ein dichtes Netz von Verbindungen über das Münsterland und Westfalen.

1880 brennen Torhaus und Wirtschaftsgebäude ab und werden außerhalb der noch erhaltenen Gräfte wieder erbaut. Zu etwa dieser Zeit wohnt Max von Spiessen auf Osthoff und stellt genealogische Forschungen zum Geschlecht der von Schedelich an. 1890 verlässt er das Haus und es wird wenig später zu einer beliebten Kaffee- oder Gartenwirtschaft, die bis zum Ersten Weltkrieg besteht. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1960er Jahre wird Haus Osthoff wieder als Wohnhaus genutzt. Zu dieser Zeit werden einige Maßnahmen vorgenommen, die der Architektur des Hauses schaden: Drei Seiten werden verklinkert und später verputzt, moderne Anbauten zerstören die Symmetrie des Herrenhauses, das nur kurze Zeit später leer steht. Nach zunehmendem Verfall wird das Grundstück des Guts bis auf 2.500 Quadratmeter zur Bebauung freigegeben und das Herrenhaus als Auflage kernsaniert. Der Garten verwildert weiter.

Art der Anlage
Garten

Beschreibung
Seit 2002 haben sich jedoch wieder Besitzer gefunden, die das Haus mit seinen Besonderheiten schätzen und aus dem Garten ein kleines Paradies schaffen. Die Planung des formalen Gartens fand durch Professor Deilmann statt, der für seine Auftraggeber mehrere Gartenräume schuf. Die Bepflanzung liegt in der Hand der Eigentümer Bärbele und Bernhard Krug. Sie bringen unter anderem Funkien, Rosen, Hortensien und Kübelpflanzen zum Blühen. Auch die Auswahl der Heckenpflanzen und Hochhecken stammt von den Gartenfreunden. Zum Einsatz kamen Hainbuchen, Liguster und viel geschnittener Buchs. So sind grüne Zimmer mit ganz unterschiedlichem Charakter entstanden, mal sonnig mit zentralem Wasserbecken, mal schattig mit Rhododendren, hier mit einem Platanendach und dort mit einem Kräutergarten. Da Bärbele Krug ein Internetversandhaus für Designmöbel leitet, wundert es nicht, dass überall passende Gartenmöbel stehen, die zum Verweilen einladen. Die Idee zu den Gartenzimmern haben die Eigentümerin und ihr Mann, der Studiendirektor und Künstler ist, aus England mitgebracht, ebenso wie einige der traumhaft duftenden Rosen und ihre Begleiter, wie Katzenminze und Lavendel. Im Jahr 2007 wurde ein neuer Gartenteil eröffnet, der in Anlehnung an ein barockes Parterre gestaltet ist.

Literaturangaben

  • Weskamp, Albert (1911): Geschichte der Stadt Dülmen - Aus Anlass der 600-jährigen Jubelfeier der Stadt. o.O.
  • Brathe, Heinz (o.J.): Das Schedelich-Epitaph. Dülmen.
  • Schumacher-Hardt, Ursula (o.J.): Profane Denkmäler in Dülmen. In: Dülmener Lesebuch, Band 5, Münster.
  • Scherle, Detlef (2006): "Der Rose Munterkeit" - Garten am Haus Osthoff aus dem Dornröschenschlaf erwacht. In: Allgemeine Zeitung Coesfeld, 17.06.2006, Coesfeld.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.) (2007): Gartenreiches Westmünsterland. Gärten und Parks in den Kreisen Borken und Coesfeld. Steinfurt, Seite 174 - 177.
Externe ID: LWL-GUP00658
Erfassungsdatum: 18.10.2007
Kategorie: Garten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1712
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031638


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2006: Haus Osthoff
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