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Anholter Schweiz (Biotopwildpark), Isselburg-Anholt
 

Südlich von Anholt, im Ortsteil Anholt-Vehlingen, liegt der der historische Leopoldspark, der heute Teil des Biotopwildparks Anholter Schweiz ist.

Externe ID: T-P363L301-20080701-0002
Erfassungsdatum: 01.07.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt: Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2008: Anholter Schweiz

Zugehöriges Objekt

Anholter Schweiz (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Anlage ist gegen eine Eintrittsgebühr öffentlich zugänglich.­

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Niederrheinisches Tiefland - Isselebene; südlich von Anholt im Ortsteil Vehlingen; etwa 54 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Der Leopoldspark, der heute Teil des Wildparks Anholter Schweiz ist, wurde 1892 anlässlich der Hochzeit Fürst Leopolds mit Eleonore, Prinzessin von Croy, auf 18 Hektar Fläche angelegt. Bereits 1890 hatte der Fürst zahlreiche bäuerliche Anwesen aufgekauft, die Gebäude abreißen und das Gelände, inklusive des historischen Jagdparks, aufforsten lassen. Die Bepflanzung bestand überwiegend aus Nadelbäumen und Rhododendron, es waren aber auch einige Laubbäume und Stauden sowie später Rosen und Alpenpflanzen zu sehen. Von 1900 bis 1905 erfolgte eine Erweiterungsplanung durch den Kölner Gartenarchitekten Finken. Hierzu gehörten auch die Erweiterung der Wasserfläche und des Wegesystems sowie nachfolgend Rehbesatz. 1919 waren bereits zahlreiche alpine Pflanzen durch das Klima oder durch Diebstahl verloren gegangen.

Gebäude und Ausstattung
In Erinnerung an den gemeinsamen Aufenthalt in der Schweiz wurde ein alpiner Steingarten angelegt, damals ein hochmodisches Element in herrschaftlichen Gärten. Als Vorlage für den künstlichen See im Park diente der Vierwaldstätter See, und die Felsformationen sind unter anderem kleine Versionen der Berge Rigi und Pilatus. Der Unterbau dieser Felsen wurde aus Eichenpfählen und Ziegeln errichtet, die Felsanlagen durch den Grottenbauer Biesenbach aus Lavagestein und Kalkstein erbaut. Die Baumaterialien kamen auf dem Wasserweg nach Anholt. Zum weiteren Transport wurde eigens eine kleine Bahnstrecke bis in den Park gelegt. 1894 folgte das Schweizer Haus, das erste "Fertighaus" der Region, nach Plänen einer Schweizer Baufirma und des Baumeisters Delere.

Art der Grünanlage
Wildpark

Beschreibung
Nach Schäden in der Kriegs- und Nachkriegszeit erhielt der Park 1968 weiteren Tierbesatz und wurde der Öffentlichkeit als Wildpark präsentiert. 1991 bis 1994 erfolgte eine Neugestaltung nach einem wild-biologischen Konzept durch Diplom-Ingenieur Reilmann. Hierbei wurden viele seltene Baumarten erhalten, ebenso wie das Schweizer Haus und der See.

Literaturangaben

  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.) (2007): Gartenreiches Westmünsterland. Gärten und Parks in den Kreisen Borken und Coesfeld. Steinfurt, Seite 14 - 27.
  • Matzner, Florian / Schulze, Ulrich (1997): Barock in Westfalen - Ein Reiseführer. Kulturlandschaft Westfalen, Band 3, Münster, 2. unveränderte Auflage.
  • Dehio, Georg (1969): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Teil Westfalen. Darmstadt, Neuaufl.
  • Krugten, Duco van (1994): Geschichte der Anholter Garten- und Parkanlagen. Darstellung einer garten- und parkgeschichtlichen Entwicklung über vier Jahrhunderte. Anholt.
  • Seick, Carsten (1996): Studien zu landschaftlichen Gärten und Parks in Westfalen-Lippe unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen privater Auftraggeber. Münster, Westfälische Wilhelm-Universität Münster, Dissertation, Band 1 - 4.
  • Kerckerinck zur Borg, Engelbert von / Klapheck, Richard (1978): Alt-Westfalen. Die Bauentwicklung Westfalens seit der Renaissance. Frankfurt/Main, unveränderter Nachdruck von 1912.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Westfälisches Amt für Denkmalpflege (1987): Begründung des Denkmalwerts von Schloss Anholt. Münster, nicht veröffentlicht.
  • Krugten, Duco van / Matenaers, Wolfgang (1991): Wasserburg Anholt Parkanlagen. Ein Führer zu den natürlichen und gärtnerisch gestalteten Pflanzengesellschaften im Westmünsterland. Dinxperlo.
  • Paus, Susanne / Glader, Hans (2005): Blühende Paradiese. Niederrheinische Gärten öffnen ihre Pforten. 2. Auflage, Duisburg.
  • Stadt Anholt (Hrsg.) (1947): Sechshundert Jahre Stadt Anholt 1347-1947. Münster.
  • Stadt Isselburg (Hrsg.) (1983): Isselburg. Erinnerungen in Bildern. Meinerzhagen.
  • Rodenberg, Heinz W (1982): Unbekannte Ansichten von Schloss Anholt entdeckt. In: Jahrbuch des Kreises Borken 1982, Borken, Seite122 ff.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (2002): Münsterland. In: Westfalia Picta, Band VI, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00496
Erfassungsdatum: 18.10.2007
Kategorie: Park
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: hoch - ist einen Umweg wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1892
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031582


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2008: AnholterSchweiz
2006: Anholter Schweiz
2006: Wildpark Anholt
2006: Wildpark Anholt
2006: Anholter Bärenwald
2005: Anholt