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Haus Egelborg, Legden
 

Die Wasserschlossanlage Haus Egelborg liegt vor den Toren Legdens im Egelborger Wald. Heute führt ein Wanderweg um die Außengräfte und gewährt malerische Blicke auf das privat genutzte Schloss und einen hautnahen Kontakt mit der Wassermühle, die 1907 erneuert, die Gräften versorgt.­

Externe ID: T-P363L301-20080627-0001
Erfassungsdatum: 27.06.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2006: Haus Egelborg

Zugehöriges Objekt

Parkanlage Haus Egelborg, Legden (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich. Von den Wegen ergeben sich aber reizvolle Blicke in den Park.

Naturräumliche Situation und Lage
Westfälisches Tiefland - Westmünsterland; etwa­ 1 m westlich vom Stadtzentrum Legden.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Die Wasserschlossanlage befand sich ursprünglich auf zwei Inseln, heute sind Vorburg und Hauptschloss vereint und von zwei Gräften umgeben. Diese Wehrhaftigkeit und einige barocke Elemente erinnern an die Bedeutung, die Egelborg historisch hatte.

Die Geschichte des Hauses ist noch nicht gründlich erforscht. Es scheint, dass Egelborg ursprünglich Egelmarinc (Haus am Sumpfrand) hieß und eine von drei Burgen am Oberlauf der Dinkel war. Die anderen Burgen sind nicht mehr erhalten. Vom 14. bis zum 17. Jahrhundert war das Haus im Besitz der Herren von Billerbeck. Schon 1389 wird die Wasserburg erwähnt, 1470 weiter befestigt. 1662 gelangt Egelborg durch (eine frühere) Heirat an die Freiherren von Oer, die seither durchgehend Besitzer des Wasserschlosses sind. 1759 übernimmt Franz Ludolf von Oer (ehemaliger Domherr zu Osnabrück) Egelborg von seinem kinderlosen Bruder Friedrich Christian, heiratet 1765 Clara Franziska Freiin von der Recke, mit der er zwei Söhne hat.

Gebäude und Ausstattung
Unter den von Billerbeck entstand auch das älteste heute noch stehende Gebäude: Der Nordflügel mit seinem achteckigen Treppenturm wurde 1559 im Stil der niederländischen Renaissance erbaut. 1710 wird ein alter Westflügel abgerissen und bis 1713 durch den heute noch bestehenden barocken Bau ersetzt. Typisch für diese Zeit ist die Betonung der Mittelachse durch einen verzierten Mittelrisalit und den Dachreiter. Auch die geschwungene doppelläufige Freitreppe vor der Eingangstür deutet auf die barocke Entstehung hin. Die ursprüngliche Symmetrie dieses Gebäudes ist durch eine spätere Erweiterung um zwei Fensterachsen inzwischen verloren gegangen, aber immer noch zu erkennen. 1767 entstand der heute noch bestehende Fachwerkbau, möglicherweise ist diese Wagenremise aus dem Abrissmaterial einer Ziegelei entstanden. Zu dieser Zeit war Recycling weit verbreitet. Auch die Torpfeiler aus Backstein an den beiden Zufahrten zwischen Garten und Vorburg, jeweils mit wappentragenden Löwen bestückt, sind barock. Die Löwen halten die Wappen der Familien von Oer und von der Recke und bilden sozusagen eine Art Allianzwappen. Eine weitere Bauphase ist Anfang des 19. Jahrhunderts nachzuweisen. 1832 wurde das noch erhaltene Stall- und Wohngebäude südlich der Gräfte erbaut. 1866 wurde die gesamte Vorburg im Stil der Neugotik erneuert. In der Mauer sind oberhalb des Wasserstandes der Gräfte Brutlöcher für Enten eingebaut. 1901 entstand ein weiteres Nebengebäude, ein zum Teil doppelstöckiger Stallbau, der darauf hindeutet, dass zur dieser Zeit die landwirtschaftliche Nutzung noch immer von großer Bedeutung war. 1907 wurde die Mühle nördlich der Schlossanlage erneuert. Sie reguliert noch immer den Wasserstand der Gräften.

Art der Grünanlage
Landschaftspark

Beschreibung
Im 18. Jahrhundert, jedoch bislang nicht genau datiert, wurde offensichtlich ein Barockgarten südlich des Schlosses angelegt. Aus dem Jahr 1760 gibt es eine Karte vom Landmesser Johan Heinrich Gerking, der demnach auch die Gartenanlage entworfen haben soll. Ebenfalls ab 1760 besteht ein Verzeichnis über Arbeiten an Haus und Park, die Franz Ludolf durchführen ließ. Hieraus sind beispielsweise Pflanzungen von 500 Buchen im selben Jahr zu entnehmen, aber auch Reparaturen an acht Statuen im Garten, sowie 1768 ein Taubenhaus und die Anlage eines Hopfengartens auf dem Wall. In der Verlängerung der Vorburg befindet sich noch heute zwischen zwei Nebengebäuden späteren Baudatums eine Mauer mit zentralen Torpfeilern. Auf diesen Sandsteinpfeilern stehen die Büsten der römischen Kaiser Nero als Verkörperung des Schönen und Vitellius als des Hässlichen. Weitere Hinweise auf die ehemalige Barockanlage sind die Reste einer Gräfte, die den Garten rechtwinklig umschloss und Teile einer historischen Allee vor allem im Osten der Garteninsel. Das bedeutet, dass das Wasserschloss zu dieser Zeit mindestens auf drei Inseln lag, der Hauptschlossinsel, der Vorburg- und der Garteninsel. Es gibt Pläne, die den barocken Garten zeigen, jedoch ist nicht eindeutig erwiesen, ob die Anlage entsprechend ausgeführt wurde. Überliefert ist die Nutzung als Zier- und Nutzgarten zur Zeit des Barock. Vor 1840 ist die Anlage eines landschaftlichen Gartens auf der ehemaligen Bleiche westlich des Schlosses erwähnt. Von dieser Gartenplanung sind nur noch ein Teich und einige typische Nadelbäume sowie wenige exotische Gehölze erhalten. Der Barockgarten wurde spätestens jetzt zu einem Obstgarten. Die Planung eines größeren Landschaftsgartens unterblieb, nach Kenntnis des heutigen Eigentümers, aufgrund der bald errichteten Bahnstrecke nördlich der Schlossanlage. Land- und Forstwirtschaft sind heute eher extensiv und die Viehhaltung wurde komplett aufgegeben. Der Garten ist in seinen intensiv zu pflegenden Bereichen auf die Schlossinsel beschränkt. Hier blüht und gedeiht es aufgrund der geschützten Lage prächtig.

Umwandert man das Wasserschloss auf den ausgewiesenen Wanderwegen, so kann man sich an der interessanten Architektur des nicht zugänglichen Schlosses und der Vorburg erfreuen. Alte Buchen und Eichen, blühende Kastanien, Tulpen- oder Trompetenbäume, Seerosen auf der Gräfte, barocker Zierrat und der Gleitflug der Mauersegler, die im Schlossturm beheimatet sind, vervollkommnen das romantische Erlebnis.

Quellenangaben

  • Archiv Freiherr von Oer (o.J.): Bestand Egelborg (Akten). o.O.

Literaturangaben

  • Matzner, Florian / Schulze, Ulrich (1997): Barock in Westfalen - Ein Reiseführer. Kulturlandschaft Westfalen, Band 3, Münster, 2. unveränderte Auflage.
  • Verkehrsverein Legden e.V. (Hrsg.) (o.J.): Haus Egelborg bei Legden. Legden, Infoblatt.
  • Seick, Carsten (1996): Studien zu landschaftlichen Gärten und Parks in Westfalen-Lippe unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen privater Auftraggeber. Münster, Westfälische Wilhelm-Universität Münster, Dissertation, Band 1 - 4.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.) (2007): Gartenreiches Westmünsterland. Gärten und Parks in den Kreisen Borken und Coesfeld. Steinfurt, Seite 118 - 121.
Externe ID: LWL-GUP00503
Erfassungsdatum: 18.10.2007
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1700
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031512


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2005: Haus Egelborg
2006: Haus Egelborg
2005: Haus Egelborg
2005: Haus Egelborg
2005: Haus Egelborg
2006: Haus Egelborg
1983: Haus Egelborg
1972: Haus Egelborg
1954: Haus Egelborg