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Quellengrundpark mit Apotheker- und Geologischem Garten in Borken-Weseke
 

Eine spannende Zeitreise können Besucher des Quellengrundparks im Borkener Ortsteil Weseke unternehmen. Hier kann man in 4,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte eintauchen oder 4500 Jahre "Gesundheitswesen" anhand der Geschichte der Heilpflanzen durchschreiten. Von einem parkartigen Gelände mit zahlreichen historischen Gebäuden gerahmt, hat der Heimatverein Weseke einen Ort geschaffen, an dem Vergangenes lebendig präsentiert wird.

Externe ID: T-P363L301-20080620-0001
Erfassungsdatum: 20.06.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2007: Apotheker- und Geologischer Garten

Zugehöriges Objekt

Apotheker- und Geologischer Garten im Quellengrundpark, Borken-Weseke (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Borken; die Anlage ist frei zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Westmünsterland, etwa sechs km nördlich von Borken im Ortsteil Borken-Weseke; etwa 3.500 Quadratmeter.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Die Idee, den Ablauf der Erdgeschichte im Quellengrundpark darzustellen, geht auf das Jahr 1985 zurück, wurde aber erst 1993 realisiert.
Am Eindringlichsten erfährt man die Hintergründe dieses Heilpflanzengart­ens bei einer der zahlreichen Führungen unter fachkundiger Leitung einer Fachfrau für Natuheilkunde. Dabei geht man auch durch den Duft- und Tastgarten, einem speziellen Angebot für Blinde und Sehbehinderte (Brailleschrift). In diesem Gartenteil zeichnen sich die angepflanzten Heilkräuter wie Thymian, Salbei und Minze besonders durch ihren Geruch oder ihren Geschmack aus. Erläutert werden diese Pflanzen auch über Tafeln in deutscher und niederländischer Blindenschrift.

 

Gebäude und Ausstattung
Aus der Keimzelle des Quellengrundparkes, der Holtbachquelle mit dem um 1900 erbauten Pavillon, der die Pumpen zum Betrieb der Fontänen im angrenzenden Teich beherbergt, ist in den 1990er Jahren durch die Initiative des Heimatvereins ein geschichtsträchtiges, 3.500 Quadratmeter großes Areal entstanden, das zu einem Ausflug mit der ganzen Familie einlädt. Die beiden Themengärten bilden ein Ensemble mit zahlreichen historischen Gebäuden: Eine Holzschuhwerkstatt, ein Backspeicher, das heutige Heimathaus oder eine Schirmscheune mit einem mittelalterlichen Rennofen zum Eisen schmelzen und Kneipp'sche Wassertretbecken sind allesamt Beispiele für historisch-ländliche Arbeitstechniken und landwirtschaftliche Tradition im Münsterland.

Gestalterisch lehnt sich der 600 Quadratmeter große Apothekergarten mit Buchsbaumeinfassungen, einem historischen Brunnen und einem Bildstock an regionaltypische, ländliche Gärten an. Ein "Bergkeller", der früher auf Bauernhöfen der Einlagerung von Erntevorräten diente, ist ebenfalls am Rande des Gartens nachgebaut. Heute werden hier in den Wintermonaten die frostempfindlichen Pflanzen des Apothekergartens eingelagert.

Im Jahr 2002 wurde in 300 m Entfernung eine alte Bockwindmühle errichtet (18 m hoch).

Art der Grünanlage
Apotheker- und Geologischer Garten, Quellengrundpark mit kleinem Teich.

Beschreibung
Über eine steinerne Erdzeituhr von sechs Metern Durchmesser wird dem Besucher heute die schier unvorstellbare zeitliche Dimension von Milliarden von Jahren nahegebracht. Auf 24 Stundensteinen ist, analog zu einem Tag, das Alter der Erde von der zwei Milliarden Jahre währenden Erdurzeit (bis 11.00 Uhr auf der Erdzeituhr) über die Erdfrühzeit (11.00 bis 21.00 Uhr) bis zur Erdneuzeit vor etwa 66 Milliarden Jahren (23.40 Uhr) angezeigt.
In strahlenförmiger Verlängerung der Erdzeituhr wird die Entwicklungsgeschichte der Pflanzen an lebenden Beispielen aufgezeigt. So kann man das "Ankommen" des ersten Baumes, des Gingkos, vor 280 bis 225 Millionen Jahren genauso nachvollziehen wie das Eintreffen der Gräser und Blütenpflanzen vor 60 Millionen Jahren. Wen die Faszination gepackt hat, der kann an Schaukästen tiefer in die Materie eindringen und sich über Minerale, Gesteine, Kristalle, den Erdaufbau und vieles mehr informieren. Und als Besonderheit wartet am Ende des Geologischen Gartens noch eine Vitrine mit 350 verschiedenen Sandsorten aus allen fünf Kontinenten auf.
In idealer Weise knüpft der Apothekergarten an den erdgeschichtlichen Garten an. Hier geht der Besucher an 21 Stationen spiralenförmig auf eine Reise durch die Geschichte der Pflanzenheilkunde und erfährt dabei zum Beispiel, dass Paracelsus im 16. Jahrhundert herausfand, dass die Dosis bestimmt, ob ein Heilmittel zum Gift oder zum Segen wird (Station 15). So wird der eigentlich giftige Fingerhut (Digitalis purpurea) in geringer Dosis als Herzmittel genutzt. Den einzelnen Stationen sind Beete zugeordnet, die Pflanzen der jeweiligen Zeitzonen mit ihren Wirkungsweisen und Anwendungsbereichen zeigen. Auf farbig bebilderten Informationstafeln wird der Bezug von den hier wachsenden Pflanzen zu den verschiedenen Themen der Pflanzenheilkunde hergestellt. Von außen nach innen die Spirale durchschreitend folgt man so dem Fortgang der frühen Nutzung von Heilpflanzen durch den Menschen bis zur modernen Phytotherapie. Die wissenschaftlich exakten Informationen beruhen dabei auf der engen fachlichen Begleitung durch ein münsterländisches Institut für Arzneimittelforschung.

Literaturangaben

  • Benning, Josef (2003): Entstehender Arzneipflanzengarten in Weseke. In: Weseker Heimatblätter, Nr. 50, September 2003, Weseke.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.) (2007): Gartenreiches Westmünsterland. Gärten und Parks in den Kreisen Borken und Coesfeld. Steinfurt, Seite 78 - 81.
  • agri-cultura (Hrsg.) (o.J.): Das deutsch-niederländische Agrartourismusprojekt. o.O.
  • Benning, Josef (1992): Der geologische Garten in Borken-Weseke. In: Jahrbuch des Kreises Borken, 1992, Borken, Seite 74 - 76.
Externe ID: LWL-GUP00454
Erfassungsdatum: 18.10.2007
Kategorie: Geologischer Pfad / Park
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1993
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031428


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