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Aasee und Aapromenade, Bocholt
 

Die durchgehende Promenade entlang des Flusses stellt nicht nur eine schön gestaltete Wegeverbindung mit zahlreichen Verweilzonen innerhalb der Stadt dar, sondern sie führt auch zum Aasee, einer bedeutenden Freizeit- und Erholungsanlage. Zusammen genommen gehören die Anlagen zu den vielfältigsten Freizeitbereichen dieser Stadt.

Externe ID: T-P363L301-20080616-0001
Erfassungsdatum: 16.06.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2006: Aapromenade

Zugehöriges Objekt

Aasee und Aapromenade, Bocholt (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Bocholt; die Anlage ist frei zugänglich.

Naturräumliche Situation und Lage
Niederrheinisches Tiefland - Isselebene; im Stadtzentrum von Bocholt.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Die Bocholter Aa hat ihren Ursprung im westlichen Münsterland, im Bereich des Schwarzen Venns nördlich der Rekener Kreidesandberge. Sie hat eine Gesamtlänge von 51 km und mündet jenseits der deutsch-niederländischen Grenze in die Oude Ijssel. Der Fluss hatte von jeher große Bedeutung für die Stadt Bocholt und deren Entwicklung zur Industriestadt. Bereits 1366 wird beispielsweise die Königsmühle erstmals erwähnt. Damals war sie noch eine reine Kornmühle und lag vermutlich am Südrand des heutigen Aasees. Im 18. Jahrhundert wurde sie neu erbaut, wahrscheinlich an ihrem letzten Standort und vom 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts mehrfach erweitert. Neben der Funktion als Kornmühle diente sie später auch als Lohe- und Walkmühle, trug also mit zum Gedeihen der Textilindustrie bei. Die Bocholter Aa wurde zum Antrieb der Mühle aufgestaut und vermutlich sogar leicht in ihrem Verlauf verändert. Außer zum Antrieb der Königsmühle diente der Fluss aber auch schon früh der Abwasserbeseitigung. Bis 1910 erfolgte die Entwässerung der Stadt über Gräben, die in die Aa mündeten. Erst danach wurde die Kanalisation und in den 1930er Jahren eine Kläranlage gebaut. Dennoch leiteten Färbereien und Gerbereien ihre Abwässer weiter ein, die Webereien gebrauchten Flusswasser für ihre Fertigungsprozesse. Neben all diesem wurde in der Aa eine öffentliche Flussbadeanstalt oberhalb der Königsmühle betrieben, die 1914 nur ein kleines Stück weiter flussaufwärts verlegt wurde. Aufgrund der geringen Wasserqualität gab es bereits vor dem Zweiten Weltkrieg Überlegungen, einen Aasee als Badesee zu bauen.

Wegen starker und häufiger Überflutungen begann man 1897 erstmals mit der Aaregulierung. Trotzdem verschlechterte sich bis Mitte der 1960er Jahre die Überschwemmungssituation zunehmend. Als Lösung wurde eine Art Rückhaltesee favorisiert. Die Planungen konkretisierten sich in den 1970er Jahren und es entstand der 30 Hektar große Aasee, ein Rückhaltebecken, das gleichzeitig als Bade- und Freizeitsee sowie als Naturreservat fungiert. Der Dauerwasserstand des Sees ist durch das Grundwasser bestimmt, aus dem das Gewässer gespeist wird. Nur im Falle von Hochwasser in der Aa nimmt der See Oberflächenwasser auf, und der Wasserstand kann um bis zu zwei Meter steigen.

Gebäude und Ausstattung
Die Textilindustrie erlebte in den 1970er und 1980er Jahren einen Niedergang, der auch an der Aa Spuren hinterließ, denn hier hatten die Fabriken ihre Standorte gehabt. Im Zuge des Aaseebaus und der nochmaligen Aaregulierung wurde 1982 die Königsmühle weitgehend abgerissen. Die ältesten Teile stehen jedoch noch und sind in eine Pergola integriert. Auch die heutige Freizeithalle ist ein ehemaliges Industriegebäude. Hier befand sich die Webhalle der Textilfirma Schwartz. Die Durchgängigkeit der Aa-Promenade wurde ebenfalls nur möglich, weil die Textilfirmen den Aazugang nicht mehr brauchten. Das Textilmuseum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe liegt zwar an der Aa, ist aber ein Neubau nach altem Vorbild.

Am westlichen Seerand befindet sich die im wasserstehende, 6,5 ­m hohe Bronzestatue "Jonas entspringt dem Walfisch". Der Düsseldorfer Bildhauer Max Kratz fertigte das Werk für das ehemalige Waldbad, das von 1962 bis 1991 bestand.

Auf einer der beiden Seeinseln steht der Chinesische Pavillon, ein Geschenk der chinesischen Stadt Wuxi.

Art der Grünanlage
Stadtpark

Beschreibung
So sehr die Bocholter Aa ursprünglich für den Industriestandort Bocholt von Bedeutung war, so sehr sind es jetzt Aasee und Aa für die Wohn- und Lebensqualität in der Stadt. Die Promenade entlang der Aa ist nicht nur tagsüber eine gute Wegeverbindung abseits des Autoverkehrs, sie hat aufgrund der kunstvollen Beleuchtung auch nachts eine große Attraktivität. Der Aasee selbst bietet allen Interessen- und Altersgruppen etwas: Vom Wassersport über Lauf- und Radwegstrecken bis hin zu Spielplätzen und Gastronomie, von Naturbeobachtung über Sonnenbaden bis zu Grillen und Feste feiern.

Literaturangaben

  • Stadt Bocholt (Hrsg.) (o.J.): Aasee Bocholt. Dokumentation zur Fertigstellung der Freizeit- und Erholungsanlage Aasee Bocholt 1973 - 1983. Bocholt.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.) (2007): Gartenreiches Westmünsterland. Gärten und Parks in den Kreisen Borken und Coesfeld. Steinfurt, Seite 52 - 55.
  • Ratermann, Josef (1972): Grünanlagen in Bocholt. In: Unser Bocholt, Heft 1+2/1972, Bocholt, Seite 113 ff.
  • Simon, Josef (1988): Bauliche Entwicklung der Stadt Bocholt in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Unser Bocholt, Heft 4/1988, Bocholt, Seite 18 ff.
  • Simon, Josef (1987): Bauliche Entwicklung der Stadt Bocholt in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Unser Bocholt, Heft 4/1987, Bocholt, Seite 65 ff.
  • Simon, Josef (1988): Bauliche Entwicklung der Stadt Bocholt in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Unser Bocholt, Heft 3/1988, Bocholt, Seite 10 ff.
  • Becker, Bernd (2005): Westfalen leicht. In: Westfalium, Heft Winter 2005, Münster, Seite 52 ff.
Externe ID: LWL-GUP00424
Erfassungsdatum: 18.10.2007
Kategorie: Volkspark, Stadtpark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Archivauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1970
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031386


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2006: Aasee
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