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Haus Diepenbrock, Bocholt-Barlo
 

Das Wasserschloss Haus Diepenbrock, etwas außerhalb Bocholts gelegen, ist aufgrund des angegliederten Hotels gut ausgeschildert. Das Besondere an der heutigen Gartenanlage sind die vielen seltenen Baumarten, die hier wachsen. Die Vorfahren der heutigen Besitzer waren bereits Baumliebhaber und pflanzten seit dem 19. Jahrhundert zahlreiche Exoten.

Externe ID: T-P363L301-20080613-0002
Erfassungsdatum: 13.06.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2006: Haus Diepenbrock

Zugehöriges Objekt

Park am Haus Diepenbrock, Bocholt-Barlo (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Haus und Garten sind privat und nicht öffentlich zugänglich. Der Garten kann von den umgebenden Wegen aus eingesehen werden.

Naturräumliche Situation und Lage
Niederrheinisches Tiefland - Niederrheinische Sandplatten; etwa 3 ,5 ­km nordwestlich von Bocholt im Ortsteil Bocholt-Barlo.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Erstmals erwähnt wird Haus Diepenbrock 1326 als Arnheimisches Lehen des Gerhard von Diepenbrock. Die Herren von Diepenbrock finden bereits seit dem 12. Jahrhundert Erwähnung, es ist aber nicht klar, ob das Haus oder eine Burg damals schon bestand. Haus Diepenbrock gehörte der gleichnamigen Familie nachweislich bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. 1520 kam der Besitz durch Heirat der Erbtochter Anna des Gert von Diepenbrock an deren Mann Zeyne von Welfelde (aus Utrecht stammend). Zu ihren Lebzeiten wurde das Schloss erweitert und das Torhaus sowie Wirtschaftsgebäude auf der Vorburg errichtet.

Über die Gartengestaltung ist nichts überliefert. Die Familie von Welfelde besaß das Haus über 200 Jahre und genoss einen bedeutenden Stand in Bocholt.

In den 1730er Jahren verkauft Johann Zeger von Welfelde den Besitz Diepenbrock an Johann Anton Franz von Graes zu Loburg, der zu einem der ältesten adligen Geschlechte Westfalens gehört. Eine der ersten Taten Johann Anton von Graes ist der Wiederaufbau der zerstörten Hofkapelle von Haus Diepenbrock. Er ist aber wohl auch für die barocke Umgestaltung der gesamten Anlage verantwortlich. Zu seiner Zeit erhielt das Haus weitgehend symmetrisch gestaltete Fassaden und ein alles überspannendes Walmdach. Die Türme werden mit niedrigen Zeltdächern versehen und auf eine Höhe gebracht. Aber auch der Garten, ja die gesamte Umgebung wurde in die Barockisierung einbezogen. So ist von 1749 bis 1765 der Landmesser Berteling hier tätig gewesen. Es entstand in Verlängerung der zentralen Achse eine Allee von Norden kommend auf das neue Portal führend und setzte sich im Süden, über den geometrischen Park hinweg, mit einem Graben und begleitenden Wegen fort. Die Achse verband einerseits die Kirche in Barlo und andererseits die Stadt Bocholt mit der Wasserschlossanlage. Die Nebengebäude passten nicht so recht in die Symmetrie und wurden wohl eher vernachlässigt. Möglicherweise hat im Süden des Schlosses am "Weg am Herkules" die Herkules-Statue gestanden, die sich heute im Sterndeuterturm von Schloss Raesfeld befindet. Genaue Pläne von der Anlage des 18. Jahrhunderts sind leider bisher nicht aufgefunden worden.

Ferdinand von Graes, der Enkel des Johann Anton, übernahm von seinem Vater kurz nach 1800 Haus Diepenbrock und heiratet 1811 Anna Karoline Freiin von Kolff aus Billerbeck. Beide bleiben kinderlos und vererbten ihren Besitz 1871/73 dem Neffen Clemens Goswin von Beesten, der auch den Namen der Familie annahm. 1898 erbt Carl Freiherr von Graes Haus Diepenbrock mit seiner Anlage. Von 1953 bis in die 1970er Jahre wird das Haus wiederhergestellt und modernisiert.

Art der Grünanlage
Schlosspark

Beschreibung
Der eher landschaftliche Garten innerhalb der Gräfte wurde nur leicht verändert, obwohl es auch die Idee einer Re-Barockisierung gab. Dieser Teil des Gartens weist heute große Rasenflächen auf, in die einige kleine Blumenrabatten eingefügt sind und erinnert so eher an einen Landschafts- als an einen Barockgarten. Die Allee im Norden und der Graben (vielleicht ein ehemaliger Spiegelteich) im Süden auf der Hauptachse des Schlosses außerhalb der Gräfte lassen jedoch noch etwas von der barocken Gestaltung erahnen. Wanderwege durch Wiesen und Waldflächen verlaufen um die Gräfte und gewähren auch Einblicke auf die Schlossinsel. Torhaus und Nebengebäude sind heute völlig anders genutzt, teils als Wohngebäude, teils als Festräume vom angegliederten Hotel, indem man Rast machen kann, nachdem man den Schlosspark umwandert oder umradelt hat. Der Hotelneubau verfügt über eine Terrasse, die über einem größeren Teich, möglicherweise dem alten Mühlenteich, zu schweben scheint. Eine gute Übersicht über die barocke Gartenanlage hatte man vom zentralen Zimmer mit vorgelagerter Terrasse oder Veranda an der Südseite des Hauses.

Literaturangaben

  • Dehio, Georg (1969): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Teil Westfalen. Darmstadt, Neuaufl.
  • Heinrichs, Paul (1974): Seltene und bemerkenswerte Bäume um Schloss Diepenbrock. In: Unser Bocholt, Heft 2/1974, Bocholt, Seite 29 ff.
  • Twickel, Maximilian von (1974): Diepenbrock und seine Besitzer. In: Unser Bocholt, Heft 2/1974, Bocholt, Seite 2 ff.
  • Boldt, Erich (1974): Haus Diepenbrock und seine Architektur aus der Sicht der Denkmalpflege. In: Unser Bocholt, Heft 2/1974, Bocholt, Seite 5 ff.
  • Lensing, Franz Josef (1987): Haus Diepenbrock - eine alte Ansicht neu entdeckt. In: Unser Bocholt, Heft 1/1987, Bocholt, Seite 17 ff.
  • Dippel, Hans Georg (1974): Barocke Gärten, einst und jetzt - Gedanken zur Neugestaltung der Garten- und Parkanlagen von Haus Diepenbrock. In: Unser Bocholt, Heft 2/1974, Bocholt, Seite 27 ff.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.) (2007): Gartenreiches Westmünsterland. Gärten und Parks in den Kreisen Borken und Coesfeld. Steinfurt, Seite 48 - 51.
Externe ID: LWL-GUP00433
Erfassungsdatum: 18.10.2007
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1749
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031372


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2006: Haus Diepenbrock
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2005: Bocholt
1897: Bocholt
1842: Bocholt