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Bocholter Stadtwald und angrenzende Freizeitflächen
 

Der Bocholter Stadtwald hat zusammen mit den angrenzenden Freizeitflächen einen hohen Naherholungswert. Neben Wald und Wiesenbereichen gibt es Wildgehege, Einrichtungen für den Freizeitsport und Gedenkstätten.

Externe ID: T-P363L301-20080611-0002
Erfassungsdatum: 11.06.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2007: Stadtwald

Zugehöriges Objekt

Bocholter Stadtwald und angrenzende Freizeitflächen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Bocholt; die Anlage ist frei zugänglich.

Naturräumliche Situation und Lage
Niederrheinisches Tiefland - Niederrheinische Sandplatten, nordwestlich des Stadtzentrums von Bocholt.

Art der Grünanlage
Stadtwald, Stadtpark

Beschreibung
Der Bocholter Stadtwald wurde ab 1919 auf brachliegenden Flächen angelegt. Aus einer vorherigen forstwirtschaftlichen Nutzung waren einige Bäume und Wege vorhanden. Der Großteil wurde jedoch im Rahmen von Notstandsarbeiten nach dem Ersten Weltkrieg geschaffen. Nach der Entwässerung, Kultivierung und Aufforstung größerer Bereiche, wurden vorhandene Wege ausgebessert und neue Kieswege angelegt. Entlang der Wege wurden Alleen gepflanzt und schließlich in den 1920er Jahren der Ententeich und die Terrassen am geplanten Restaurant geschaffen. 1927 war der Stadtwald auf etwa 40 Hektar Fläche weitgehend fertiggestellt. Das Restaurant selbst ist jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg erbaut worden. 1928/29 wurde die Wiener Allee ausgebaut, sie war seinerzeit noch für den Verkehr geöffnet. Der Stadtwald diente schon damals der ruhigen Erholung und war von einem regelmäßigen Wegenetz und einigen kleineren Pfaden durchzogen. Besonders auffällig ist ein sternförmiges Wegekreuz mit zentralem Wasserbereich. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel ein Großteil der Bäume der Brennholznutzung zum Opfer, die Flächen wurden wurde erst später wieder mit Kiefern aufgeforstet. In den 1960er und 1970er Jahren entstanden zusätzliche Attraktionen, allen voran die Wildgehege und weitere Teichanlagen. Außerdem wurde das Wegenetz erweitert, die Wiener Allee für den Autoverkehr gesperrt, und es wurden weitere Laubholzarten eingebracht. Eine Liegewiese, ein Abenteuerspielplatz, ein Trimmpfad sowie das Restaurant ergänzen das Angebot.

Nördlich grenzte anfangs ein Reitplatz an den Stadtwald. Diese Fläche wurde 1935 an das Deutsche Reich übergeben und bald mit Baracken zur Unterbringung österreichischer SA-Männer bebaut, die hier bis 1938 lebten. Danach diente das Lager dem Reichsarbeitsdienst, der Unterbringung von Kriegsgefangenen (seit dem hieß es "Stalag" als Abkürzung für Stammlager) und von evakuierten Kranken sowie von russischen Zwangsarbeitern. Nach der Übernahme durch die Briten 1945 waren hier deren Kriegsgefangene, später auch ausreisende Juden und heimatlose ausländische Familien untergebracht. 1956 diente das Lager ungarischen Flüchtlingen als Unterkunft. Ab 1959 wurde das Gelände vorübergehend von der Bundeswehr genutzt, bis es 1985 weitgehend von der Stadt Bocholt gekauft wurde. Hier entstand die Erweiterung des Freizeitgeländes Stadtwald; eine Gedenkstätte innerhalb dieser Fläche erinnert noch an die Zeit von 1935 bis 1959.

Östlich des Stadtwaldes liegt eine weitere Freizeitfläche mit Teichen zum Schlittschuhlaufen und einem Rodelberg. Hieran angrenzend befindet sich der Hochzeitswald, in dem zu Hochzeiten und Jubiläen verschiedene Baumarten gepflanzt werden können. Die Stadt übernimmt Anpflanzung und Pflege der gespendeten Bäume.

Alle Bereiche des Stadtwaldes und der angrenzenden Flächen sind mit gut ausgebauten Wegen durchzogen und werden ausgiebig genutzt. Hier fühlen sich Jogger, Walker und Radfahrer genauso wohl wie Familien mit Kindern und Jugendliche.





 

Literaturangaben

  • Ratermann, Josef (1976): Stadtwald und Stadtwalderweiterung. In: Unser Bocholt, Heft 3+4/1976, Bocholt, Seite 56.
  • o. A. (1987): Einweihung der Gedenkstätte im ehemaligen Stadtwaldlager. In: Unser Bocholt, Heft 4/1987, Bocholt, Seite 25.
  • Simon, Josef (1988): Bauliche Entwicklung der Stadt Bocholt in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Unser Bocholt, Heft 4/1988, Bocholt, Seite 18 ff.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.) (2007): Gartenreiches Westmünsterland. Gärten und Parks in den Kreisen Borken und Coesfeld. Steinfurt, Seite 44 - 47.
  • Ratermann, Josef (1972): Grünanlagen in Bocholt. In: Unser Bocholt, Heft 1+2/1972, Bocholt, Seite 113 ff.
  • Held, Wolfgang (2006): Daten zur Geschichte des "Stadtwaldlagers Bocholt". In: Unser Bocholt, Heft 3/2006, Bocholt, Seite 71.
  • Oppel, Hans D. (1987): Zur Geschichte des Stadtwaldlagers in Bocholt. In: Unser Bocholt, Heft 4/1987, Bocholt, Seite 31 ff.
  • Simon, Josef (1988): Bauliche Entwicklung der Stadt Bocholt in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Unser Bocholt, Heft 3/1988, Bocholt, Seite 10 ff.
  • Wilmo, Ghislain (1987): Das Bocholter Kriegsgefangenenlager. In: Unser Bocholt, Heft 4/1987, Bocholt, Seite 42 ff.
  • Simon, Josef (1987): Bauliche Entwicklung der Stadt Bocholt in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Unser Bocholt, Heft 4/1987, Bocholt, Seite 65 ff.
Externe ID: LWL-GUP00429
Erfassungsdatum: 18.10.2007
Kategorie: Stadtwald
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1919
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031358


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2007: Stadtwald
2007: Stadtwald
2007: Stadtwald
2007: Stadtwald - Rodelberg
2006: Stadtwald
2005: Bocholt