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Langenbergpark, Bocholt
 

Die historische Entwicklung des Langenbergparks reicht von einer ursprünglich landwirtschaftlich genutzten Fläche, über Friedhofnutzung im 19. Jahrhundert bis zum heutigen Stadtpark mit der Möglickeit für die ruhige Erholung.

Externe ID: T-P363L301-20080610-0001
Erfassungsdatum: 10.06.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2006: Langenbergpark

Zugehöriges Objekt

Langenbergpark, Bocholt (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Bocholt; die Anlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Niederrheinisches Tiefland - Isselebene; nördliche Innenstadt von Bocholt; etwa 3 ha.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Lange war die Fläche des heutigen Parks Teil landwirtschaftlich genutzter Bereiche vor den Toren der Stadt, in diesem Fall vor dem Viehtor nördlich der historischen Befestigung. Eigentümer waren seit 1802 die Fürsten Salm-Salm. Die fürstlich Salm-salmsche Verwaltung überließ der Stadt Bocholt 1806 diese Fläche zum Bau eines neuen Friedhofs, denn seit Beginn des 19. Jahrhunderts hatte sie die Bestattung innerhalb der Stadtmauern aus hygienischen Gründen verboten. Der Jüdische Friedhof lag damals schon zwischen Stadtmauer und Stadtgraben, ansonsten wurden aber die innerstädtischen Kirchhöfe, allen voran der von St. Georg, für Beerdigungen der Bürger genutzt.

Der heutige Langenbergpark wurde am 1. Januar 1807 als Friedhof eingeweiht und trotz zweimaliger Erweiterung schnell zu klein für die stark wachsende Bevölkerung Bocholts. Es war eine recht schlicht gestaltete Anlage, von einem schmiedeeisernen Zaun umgeben und von einem rechtwinkligen Wegesystem erschlossen. Durch die orthogonal angeordneten Wege entstanden Grabfelder, in denen sich dicht an dicht gleichartige Grabstellen reihten. Die Grabreihen wurden nach Sterbedatum belegt und auch alle gemeinsam geräumt, so dass es weder Familiengräber gab, noch die Möglichkeit eine Grabstelle länger als 25 Jahre zu halten. Diese insgesamt unbefriedigende Lösung führte dazu, dass die Stadt Bocholt 1897 etwa fünf Hektar Ackerland an der Moltke- beziehungsweise Blücherstraße erwarb, um einen neuen Friedhof anzulegen - den heutigen Hauptfriedhof der Stadt. 1904 wurde die Auflösung des alten Friedhofs vertraglich geregelt und ab 1908 hauptsächlich der neue genutzt. Die alte Leichenhalle an der ehemaligen Nordallee, heute Adenauerallee, ist noch vorhanden, sie dient jetzt allerdings als Trafostation.

Nach Ablauf der gesetzlichen Ruhefrist für die meisten Gräber begann die Stadt 1918 mit der Umgestaltung des Friedhofs in einen Park, der aufgrund der zügig fortgeschrittenen Bebauung nun nicht mehr vor den Toren der Stadt sondern mitten in ihr lag. Nicht mehr genutzte Grabfelder wurden eingeebnet, einige Gehölze ausgelichtet und gleichzeitig auch größere Neuanpflanzungen vorgenommen.

Art der Grünanlage
Stadtpark

Beschreibung
Nach und nach wurden in den Langenbergpark ein Spielbereich und einige exotische Baumarten eingebracht. Heute ist der Park Teil des Bocholter Baumlehrpfades, der sich durch die Stadt zieht. Hier können unter anderem Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), Hänge-Esche (Fraxinus excelsior Pendula), Ungarische Eiche (Quercus frainetto), Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera), Amberbaum (Liquidamber styraciflua), Fächerblattbaum (Ginkgo biloba) und eine Farnblättrige Buche (Fagus sylvatica Asplenifolia) angesehen werden. Daneben gibt es alljährlich Beete mit buntem Wechselflor zu betrachten. Weitere Höhepunkte sind die Rhododendronblüte im Mai und die kräftige Laubfärbung einiger Baumarten im Herbst.

Aus der Zeit der Friedhofsnutzung sind noch einige Grabmale im heutigen Langenbergpark erhalten. Sie sind in die Bepflanzung eingebettet und verleihen der Anlage eine nostalgische Stimmung.Das strenge Wegeraster wurde durch geschwungene Pfade ergänzt. Eine Lindenallee betont heute noch eine der alten Achsen. Die neu entstandenen Rasenflächen dienten schon zwischen den Kriegen der benachbarten Schule für den Sport; seit dem Bau einer Schulsporthalle in den 1970er Jahren und dem damit verbundenen Verlust des bisherigen Pausenhofes steht der Park den Schülern des St. Georg Gymnasiums auch als Pausengelände zur Verfügung.

Literaturangaben

  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (Hrsg.) (2007): Gartenreiches Westmünsterland. Gärten und Parks in den Kreisen Borken und Coesfeld. Steinfurt, Seite 36 - 39.
  • Simon, Josef (1988): Bauliche Entwicklung der Stadt Bocholt in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Unser Bocholt, Heft 3/1988, Bocholt, Seite 10 ff.
  • Dohle, Stephan (2006): Geschichtliche Entwicklung des Hauptfriedhofs der Stadt Bocholt. In: Unser Bocholt. Zeitschrift für Kultur- und Heimatpflege, Heft 3/2006, Bocholt, Seite 36 ff.
  • Simon, Josef (1988): Bauliche Entwicklung der Stadt Bocholt in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: Unser Bocholt, Heft 4/1988, Bocholt, Seite 18 ff.
Externe ID: LWL-GUP00430
Erfassungsdatum: 18.10.2007
Kategorie: Park
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: gering - ist einen Besuch vor Ort wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1807
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031330


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2007: Langenbergpark
2007: Langenbergpark
2007: Langenbergpark
2006: Langenbergpark
2005: Langenbergpark
1897: Bocholt
1842: Bocholt