Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Benutzername:  
Passwort:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Stadtpark an der Villa Winkel, Ochtrup
 

Nicht weit von den Niederlanden entfernt, nahm das westfälische Landstädtchen Ochtrup seit der Mitte des 19. Jahrhunderts durch das florierende Textilgewerbe einen enormen Aufschwung. Die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes ist vor allem eng mit dem Wirken der Fabrikantenfamilie Gebrüder Laurenz verknüpft. 1899 ließen sich Anton, ein Sohn des Firmengründers Hermann Laurenz, zusammen mit seiner Ehefrau Maria im Norden der Altstadt den herrschaftlicher Wohnsitz "Villa Winkel" errichten.

1969 kaufte die Stadt Ochtrup das gesamte Anwesen mit der Absicht, den bis dahin privaten Villengarten als öffentlichen Stadtpark um zu nutzen. Ausnahmsweise stand beim Erwerb des Grundstückes nicht die Erhaltung der repräsentativen Fabrikantenvilla im Vordergrund, sondern das Interesse galt mehr dem historischen Villengarten, der als städtische Grünfläche zur Erholung und Freizeitgestaltung der Bürger dienen sollte.

Externe ID: T-P363L301-20080513-0004
Erfassungsdatum: 13.05.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



In Karte anzeigen

2003: Stadtpark

Zugehöriges Objekt

Stadtpark an der Villa Winkel, Ochtrup (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Ochtrup; die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Westmünsterland; nördlich der Altstadt von Ochtrup; etwa 11 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Nicht weit von den Niederlanden entfernt, nahm das westfälische Landstädtchen Ochtrup seit der Mitte des 19. Jahrhunderts durch das florierende Textilgewerbe einen enormen Aufschwung. Die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes ist vor allem eng mit dem Wirken der Fabrikantenfamilie Gebrüder Laurenz verknüpft. 1899 ließen sich Anton, ein Sohn des Firmengründers Hermann Laurenz, zusammen mit seiner Ehefrau Maria im Norden der Altstadt den herrschaftlicher Wohnsitz "Villa Winkel" errichten.

1969 kaufte die Stadt Ochtrup das gesamte Anwesen mit der Absicht, den bis dahin privaten Villengarten als öffentlichen Stadtpark um zu nutzen. Ausnahmsweise stand beim Erwerb des Grundstückes nicht die Erhaltung der repräsentativen Fabrikantenvilla im Vordergrund, sondern das Interesse galt mehr dem historischen Villengarten, der als städtische Grünfläche zur Erholung und Freizeitgestaltung der Bürger dienen sollte.

Die Villa beherbergt heute die Volkshochschule, die Musikschule und ein Senioren-Café. Die Räumlichkeiten werden zudem für die jährlich ausgerichteten Ochtruper Kulturtage und Kammerkonzerte des Kulturringes genutzt.

Gebäude und Ausstattung
Nördlich der Altstadt wurde 1899 für Anton und Maria Laurenz auf der mit Bäumen bestandenen Gemeindewiese ein herrschaftlicher Wohnsitz errichtet. Nach Plänen des Architekten Hubert Holtmann aus Münster entstand ein großbürgerliches Anwesen mit Wohn- und Nebengebäude und einem Gewächshaus. Die repräsentative Villa, ein nach niederländischen Vorbildern entworfenes Neorenaissancegebäude mit geschweiften Giebeln, Turm, großzügiger Terrasse und einem architektonisch anspruchsvoll gestalteten Wintergarten diente mit ihren nahezu 800 qm Wohnfläche nicht nur als Familiensitz, sondern gleichzeitig auch als Gästehaus für die zahlreichen privaten und geschäftlichen Besucher.

Nach der Übernahme in städtisches Eigentum fügte man zwischen 1975 und 1976 an die inzwischen denkmalgeschützte Villa im Erdgeschoss einen modernen Anbau als Stahl-Glas-Konstruktion an. Von der historischen Ausstattung der Fabrikantenvilla hat sich neben der Eichenvertäfelung und der Holzkassettendecke ein sehenswertes Glasfenster mit Dekorationsformen des Jugendstil im Treppenhaus erhalten. Die Verglasung stellt in feingliedriger Führung der Bleisprossen das Motiv "Teichlandschaft" mit phantasievollen Pflanzen- und Tiermotiven dar. Aus der Zeit des Jugendstil stammt auch am Ostflügel des Gebäudes der allseitig verglaste Wintergarten mit seinen farbigen Blatt- und Blütenbordüren.

Art der Grünanlage
Villenpark / Stadtpark

Beschreibung
Die anspruchsvolle Wohnkultur der Textilfabrikantenfamilie Laurenz fand mit der gartenkünstlerischen Gestaltung eines fast 10 Hektar großen Villengartens ihre Entsprechung. Das weitläufige Grundstück wurde von einem schmiedeeisernen Zaun umgrenzt und als zeittypischer Landschaftsgarten mit zwei Teichen, einer Grotte sowie abwechslungsreich bepflanzten Zierbeeten und geschickt arrangierten Strauch- und Baumpflanzungen angelegt. Wie so häufig bei vergleichbaren Gärten und Parks in Westfalen-Lippe ist auch der Stadtpark von Ochtrup weniger ein Zeugnis der historischen Authentizität, sondern mehr eine städtische Parkanlage, bei der die aktuellen Nutzungs- und Pflegemöglichkeiten im Vordergrund stehen. Heute gliedert sich die Anlage in vier Bereiche, die durch ein verzweigtes Wegesystem erschlossen werden. Vom Eingang an der Winkelstrasse gelangen die Besucher des Parks vorbei an der Villa zum hausnahen Bereich mit einem Fontänenteich und bunten Blumen- und Staudenbeeten sowie ausgewählten Gehölzpflanzungen. In diesem gepflegten Parkbereich finden sich zwei Kunstwerke, der "Dickkopp" und der "Nasenflügler". Der "Dickkopp", ein Werk des Vredener Künstlers Walter Wittek aus dem Jahre 1989, ist ein rostroter Findling, der als "Kopfstein" auf einer rechteckigen Säule aus grünlichem Anröchter Dolomit lagert. Eine in den Findling eingelassene Bleiplatte verweist auf die Synthese aus Kultur und Natur. Der "Nasenpflügler" ist ein aus rostigen Schrottteilen zusammengefügtes Phantasietier des Künstlers Walter Witteck. Das Werk soll sich bewusst mit der Zeit unter den Umwelteinflüssen verändern und der Rost dabei die Lebensprozesse symbolisieren. Die gärtnerischen Anlage gehen dann in einen landschaftlichen Bereich mit weiträumigen Wiesenflächen und einzelnen Solitärbäumen und Baumgruppen über. Von dieser Partie aus ergeben sich immer wieder reizvolle Blicke auf die Villa mit ihren gärtnerischen Anlagen. An den großzügigen Landschaftspark schließen sich dann mit einem Kinderspielplatz, einem Minigolfplatz und dem Festplatz die unentbehrlichen Freizeiteinrichtungen einer städtischen Parkanlage an. Der Randbereich des Parks ist fast vollständig als dichte Waldzone ausgebildet. Hier ist auch ein Naturlehrpfad angelegt, der die Zusammenhänge der Lebensräume von Flora und Fauna vermitteln soll. Zum nördlichen Abschluss der Anlage gelangen die Parkbesucher vorbei am Minigolfplatz und durch einen kleinen Wald. Neben einem kleinen Wildgehege hat man hier eine Streuobstwiese neu angepflanzt und einen sogenannten Bienenstich eingerichtet. Dabei handelt es sich um das Schaubienenhaus des Imkervereins Ochtrup.

Literaturangaben

  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems [ein Projekt im Rahmen der Regionale 2004 links und rechts der Ems]. Münster-Hiltrup, Seite 26 - 29.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) et al. (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems (regionaler Reiseführer). Münster-Hiltrup, Seite 16 - 139.
Externe ID: LWL-GUP00272
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Freizeitpark, Vergnügungspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Fotos
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: gering - ist einen Besuch vor Ort wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1899
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031092


In Karte anzeigen

2003: Stadtpark
2003: Stadtpark
2001: Stadtpark
2001: Stadtpark
2003: Ochtrup
1897: Ochtrup