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Abteigarten Metelen
 

Das hochadelige Kloster und spätere freiweltliche Damenstift Metelen wurde 889 an einer Furt über die Vechte gegründet. Die 1811 aufgelöste Stiftsanlage prägt noch heute das Ortsbild von Metelen. 1532 wurde das Kloster in ein Stift umgewandelt. 1814 gelangte das Stift in den Besitz des Fürsten zu Salm-Horstmar. 1831 kaufte der Niederländer Johann Gerhard Ignatz Hummels die barocke Abtei mit der benachbarten alten Abtei und den dazugehörigen Grundstücken bis hin zur Vechte auf und ließ 1832 die alte Abtei und, bis auf einen kleinen Rest, die Bauten am Kreuzgang abbrechen.

Externe ID: T-P363L301-20080509-0003
Erfassungsdatum: 09.05.2008
Kategorie: Religion
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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Stift Metelen

Zugehöriges Objekt

Abteigarten Metelen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Gartenanlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Westmünsterland; im Ortskern nördlich der Kirche; etwa 1,5 ha.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Das hochadelige Kloster und spätere freiweltliche Damenstift Metelen wurde 889 an einer Furt über die Vechte gegründet. Die 1811 aufgelöste Stiftsanlage prägt noch heute das Ortsbild von Metelen. Das Kloster wuchs schnell zu einem religiösen Zentrum heran, vor dessen Mauern sich in der Folge Bauern, Handwerker und Kaufleute ansiedelten. 1532 wurde das Kloster in ein Stift umgewandelt. Das gemeinsame Leben der damals 10 bis 15 Stiftsdamen umfasste nur noch die Kulthandlungen und verpflichtenden Aufgaben des Stiftes und nicht mehr das gemeinschaftliche Wohnen oder Essen. Neben Wohnungen im Kloster, dessen Bauten sich mit vier Flügeln östlich an die Kirche anschlossen und somit einen abgeschlossenen Hof mit Kreuzgang bildeten, wohnten die Stiftsdamen ebenso in kleinen Häuschen, die sich im und um den Kirchhof gruppierten. Das Stift war vom profanen Leben durch Mauern, Tore und Hausfronten abgeschlossen. 1814 gelangte das Stift in den Besitz des Fürsten zu Salm-Horstmar. In den nachfolgenden Jahren verpachtete er die einzelnen Gebäude und verschenkte die Torpfeiler des Zugangs in den abgeschlossen Stiftsbereich an das einige Kilometer entfernten Städtchen Horstmar. 1831 kaufte der Niederländer Johann Gerhard Ignatz Hummels die barocke Abtei mit der benachbarten alten Abtei und den dazugehörigen Grundstücken bis hin zur Vechte auf und ließ 1832 die alte Abtei und, bis auf einen kleinen Rest, die Bauten am Kreuzgang abbrechen.

Gebäude und Ausstattung
Von den Bauten des Klosters und späteren Stiftes haben sich noch einige bemerkenswerte Zeugnisse erhalten. Westlich der Kirche steht ein einstöckiges, traufenständiges Kurienhaus aus dem 18. Jahrhundert mit zwei von Putten gerahmten Schilden. Im Osten der Kirche lag der ehemalige Schlafsaal (Dormitorium) der Klosterfrauen. Im heute von der Brennerei Brinckwirth genutzten Gebäudeteil sind noch einige Reste des alten Kreuzganges erkennbar. Ursprünglich lag das Bodenniveau in diesem Bereich etwa ein Meter tiefer. Die Pfarr- und ehemalige Stiftskirche St. Cornelius und Cyprian ist von großer kunstgeschichtlicher Bedeutung. Sie gehört zu einer kleinen Gruppe von Sakralbauten des 13. Jahrhunderts in Westfalen, bei denen die Bauformen der Romanik und der Gotik einen eigenen Architekturtypus bilden. Ältester Teil ist der im 12. Jahrhundert ausgeführte Westbau mit dem südlichen Turm (der Nordturm wurde nicht vollendet). Das Langhaus, das nördliche Seitenschiff und der Anbau des Chores entstanden bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts. Von 1856 bis 1858 erfolgte eine umfassende Wiederherstellung und Veränderung der Kirche sowie der Anbau des südlichen Seitenschiffes durch den bekannten Baumeister Emil von Manger aus Oelde. Zur Verwahrung und Präsentation des kostbaren Kirchenschatzes wurde 1989 an den Nordteil des Chores die Schatzkammer angebaut. Im Nordwesten des Kirchhofes findet sich die 1720 von der Äbtissin Cornelia Anna Droste zu Vischering erbaute "Neue Abtei". Sie wurde unmittelbar östlich an die alte Abtei angebaut. Westlich an die neue Abtei, ein zweigeschossiger Klinkerbau mit hellen Werksteinrahmungen von Eingangstür und der Fenster, schließt sich eine um 1740 errichteten Mauer an, die von einer repräsentativen Toranlage als Hauptzugang durchbrochen wird. Nördlich des Stiftbezirkes liegt unmittelbar an der Vechte die alte Kornwassermühle des Stiftes, die nach dem letzten Besitzer Plagemann benannt ist. In Verbindung mit dem anschließenden Sägewerk hat hier der örtliche Heimatverein ein Museum eingerichtet. Art der Grünanlage Klostergarten Beschreibung Auf einem Plan des 18. Jahrhunderts war der Abteigarten im Norden vom "Nien Diek", einem langgestreckten und stark gebogenen von der Vechte abgeleiteten Fischteich, im Süden von der alten und der neuen Abtei sowie im Westen von der hohen Gartenmauer umgrenzt. In Nord-Süd-Richtung verlief eine Allee durch den Garten. Im östlichen Teil lagen noch ein Kornhaus und ein Brauhaus. Über die Gestaltung und Ausstattung des Abteigartens ist bisher nichts bekannt. Wahrscheinlich wurde ein großer Teil als Nutzgarten und als Weideland bewirtschaftet. Die adelige Herkunft und der hohe Rang der jeweiligen Äbtissinnen lässt aber genauso die Anlage eines Lustgartens vermuten. Heute findet sich am östlichen Hauptzugang zum Abteigebäude eine kleine Ziergartenanlage mit altem Baumbestand und mit Buchsbaum eingefassten Rasenflächen. Die Eckpunkte der Wege werden durch Pflanzbeete mit jahreszeitlicher Wechselbepflanzung und Hochstammrosen akzentuiert. Ein Teil des inzwischen parzellierten Abteigartens wird als Nutzgarten bewirtschaftet oder ist zum Hausgarten ungestaltet worden. Im Westen ist eine Weidefläche abgegrenzt. Im Osten hat sich noch unmittelbar an der Vechte ein Rest des ehemaligen Fischteiches erhalten.

Pflegezustand
Leider ist durch die Parzellierung einiges vom historischen Charakter der Anlage verlorengegangen.

Literaturangaben

  • Brahm, Reinhard (1991): Stift Metelen. Denkmale im Kreis Steinfurt, Steinfurt.
  • Breuing, Rudolf (1984): Metelen. In: Unterwegs im Kreis Steinfurt, Greven, 2. überarbeitete Auflage, Seite 321 - 332.
  • Pieper, Roland (2003): Metelen. In: Historische Klöster in Westfalen-Lippe, Münster, Seite 121 - 123.
Externe ID: LWL-GUP00268
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Klostergarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Auswertung historischer Fotos
  • Archivauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 889
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031036


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2004: Stift Metelen
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