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LWL-Klinik Lengerich
 

Als evangelische Heil- und Pflegestätte Bethesda wurde die Provinzial-Irren Anstalt für Westfalen von 1862 bis 1867 errichtet. Die LWL-Klinik Lengerich ist heute die älteste Anlage in Westfalen, die speziell für geistig und psychisch Kranke errichtet wurde. Sie beherbergt die Westfälische Klinik für Psychatrie, Psychotherapie und Neurologie mit über 300 stationären Betten.

Externe ID: T-P363L301-20080509-0001
Erfassungsdatum: 09.05.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2001: LWL-Klinik Lengerich

Zugehöriges Objekt

Parkanlagen der LWL-Klinik Lengerich (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Landschaftsverband Westfalen-Lippe; die Außenanlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Ostmünsterland; nördlich vom Ortskern am Südhang des Teutoburger Waldes; Gesamtfläche etwa 35 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Als evangelische Heil- und Pflegestätte Bethesda wurde die Provinzial-Irren Anstalt für Westfalen von 1862 bis 1867 errichtet. Der hebräische Name Bet(h)esda bedeutet "Haus der Barmherzigkeit" und bezeichnet einen Teich in Jerusalem, wo Jesus einen Kranken heilte (Joh 5,2 ff.). Die LWL-Klinik Lengerich ist heute die älteste Anlage in Westfalen, die speziell für geistig und psychisch Kranke errichtet wurde. Sie beherbergt die Westfälische Klinik für Psychatrie, Psychotherapie und Neurologie mit über 300 stationären Betten. Zu den speziellen Behandlungsangeboten gehören die Therapie von Zwangs-, Angst-, Ess- und Borderlinestörungen, Depressionen auf einer separater Station sowie die Mutter-Kind-Behandlung. Weitere Angebote umfassen die Familienpflege, betreutes Wohnen, Arbeits- und Beschäftigungstherapien, eine Tagestätte für geistig Behinderte, Wohn- und Fördergruppen für psychisch- und suchtkranke behinderte Menschen, eine ambulante Pflege, ein Alten- und Pflegewohnheim und die Kinderwohngruppe Kolibri.

Gebäude und Ausstattung
Der älteste Bereich ist eine große, schlossartige Gebäudeanlage aus insgesamt sechs historistischen Einzelbauten, die nach Plänen der Baumeisters Max August Nohl aus Iserlohn und des Sanitätsrates Dr. Heinrich Laehr als medizinischen Berater entstanden. Nach dem Tod Nohls im Jahre 1863 wurde die Bauleitung dem Baumeister Dittmar übertragen. Zur symmetrisch angelegten Gebäudegruppe gehören das Hauptgebäude mit einer im Mittelteil nach Süden ausgerichteten Schaufassade mit zwei Türmen. Dieser Gebäudeteil beherbergt den Haupteingang mit dem Verwaltungstrakt, einen großen Festsaal und im Obergeschoss eine Kapelle. Die anschließenden Gebäudeflügel nahmen im Westen die Männer- und im Osten die Frauenabteilungen auf. Nach Norden wurde das Ensemble von der Isolierstation abgeschlossen. Schon von 1876 bis 1879 erfolgte eine erste Erweiterung außerhalb des durch Mauern umgrenzten Anstaltskomplexes und von 1901 bis 1904 wurden vier weitere Häuser neu erbaut. 1929 wurden die hohen Mauern im Aussenbereich der Anlage und von 1950 bis 1951 die Gartenmauern und Wandelgänge im Innenhof abgebrochen. Im Verlauf der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgten umfangreiche bauliche Maßnahmen zur Umgestaltung und Modernisierung. 1973 wurde das große Wirtschaftsgebäudes im Innenhof der Anlage abgebrochen.

Art der Grünanlage
Krankenhauspark

Beschreibung
Mit der Gestaltung der Gartenanlagen beauftragte die preußische Regierung Peter Joseph Lenné, den Generaldirektor der königlichen Gärten in Berlin. Er entwarf 1863 einen Plan, der im Bereich der Anstaltsgebäude durch regelmäßig gestaltete Partien und in der unmittelbaren Umgebung durch großzügige landschaftliche Parkbereiche gekennzeichnet war. Als Bestandteil der Parkgestaltung mit geraden Alleen, weit geschwungenen Wegen und mehreren Obstbaumwiesen wurde auch der steil ansteigende Hang des Osterberges am Teutoburger Wald mit einbezogen. Der großzügige Entwurf Lennés wurde wohl nur zum Teil ausgeführt. Ein 1868 von der Baukommission verfaßter Bericht vermerkt zur Ausführung der einzelnen Gartenpartien zwar Abweichungen vom Entwurf, jedoch konnten viele Figurenbildungen ohne wesentliche Veränderungen beibehalten werden. Die Gestaltung des weiteren Umfeldes nach dem Entwurf von Lenné wurde als Vorlage für eine spätere Ausführung empfohlen. Den Zustand der Gartenanlagen im Bereich der Anstaltsgebäuden dokumentieren zwei detaillierte 1898 und 1899 entstandene Lagepläne. Sie zeigen eine regelmäßige Gliederung und Aufteilung der Pflanzbeete und der Wege mit unterschiedlichen Formen. Die schmückende Funktion der Gartengestaltung stand dabei genauso wie beispielsweise die zweckmäßige Aufteilung in Nutzgärten für die höheren Beamten im Vordergrund. Die Gestaltung des Innenhofes wurde zu dieser Zeit noch vom Baukörper des Wirtschaftsgebäudes bestimmt. Die weitere Gestaltung der gärtnerischen Außenanlagen im weiteren Umfeld der Anstalt wird auf einem 1911 gezeichneten Bestandsplan dargestellt. Dieser Plan zeigt die Provinzial-Heilanstalt Lengerich in eine gartenkünstlerische Gesamtplanung eingebunden. Nach der Nutzung der Anstalt als Militärkrankenhaus während des Zweiten Weltkrieges wurden 1950 bis 1951 die Gartenmauern und Wandelgänge im Innenhof abgebrochen und die Gartenanlagen neu gestaltet. Durch den Abbruch des zentralen Wirtschaftsgebäudes im Jahre 1973 entstand im Innenhof eine neue Raumsituation, die bis heute den Gesamteindruck in diesem Bereich bestimmt.

Literaturangaben

  • Schäfer, (1911): Westf. Provinzialheilanstalt Lengerich i. W. In: Deutsche Heil- und Pflegeanstalten für psychisch Kranke in Wort und Bild, Halle.
  • Günther, Harri / Harksen, Sibylle (Bearb.) / Lenné, Peter Joseph (Ill.) (1993): Peter Joseph Lenné - Katalog der Zeichnungen. Tübingen / Berlin.
  • Hinz, Gerhard (1989): Peter Joseph Lenné. Das Gesamtwerk des Gartenarchitekten und Städteplaners. Hildesheim/Zürich/New York, 2 Teile, Seite 457 - 460.
  • Aleweld, Norbert (1979): Der Baumeister Maximilian Nohl 1830-1863. Studien zur Bauforschung Nr. 10,, Aachen, Zugl. : Aachen Universität: Dissertation.
  • Schumann, Gert (1981): Lengerich in alten Ansichten. Bd. 2. Zaltbommel/NL.
  • Ehrenstein, Herbert (1967): 100 Jahre Westfälisches Landeskrankenhaus Lengerich. In: 1867 ¿ 1967 Westfälisches Landeskrankenhaus Lengerich Fachkrankenhaus für Psychatrie, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00266
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Krankenhausanlage
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Archivauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Auswertung historischer Fotos
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1862
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10031022


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2001: LWL-Klinik Lengerich
2001: LWL-Klinik Lengerich
2001: LWL-Klinik Lengerich
2001: LWL-Klinik Lengerich
2003: Lengerich
1897: Lengerich
1863: LWL-Klinik Lengerich