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Haus Vortlage, Lengerich-Niederlengerich
 

Zuerst als Lehnsgut der Münsteraner Bischöfe und später als Sitz eines Ministerialen der Grafen von Tecklenburg wurde Haus Vortlage vom 13. bis ins 17. Jahrhundert von der Adelsfamilie von Münster zu Vortlage bewohnt. Von 1705 bis 1752 war die Anlage im Eigentum der Familie von Grote zu Grotenburg. Bis zur preußischen Übernahme im Jahre 1707 gehörte Lengerich zur Grafschaft Tecklenburg. Haus Vortlage war von 1734 bis 1752 Wohn- und Arbeitssitz des preußischen Landrates Alexander von Grote. Die letzten adeligen Besitzer war die Familie von Blomberg, die das Gut 1830 an die Kaufleute und Fabrikanten Gebrüder Kröner in Lengerich und Amsterdam verkaufte.

Externe ID: T-P363L301-20080508-0005
Erfassungsdatum: 08.05.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2002: Haus Vortlage

Zugehöriges Objekt

Gartenanlage am Haus Vortlage, Lengerich-Niederlengerich (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Ostmünsterland; etwa 1 ­km südlich von Lengerich; etwa 4,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Zuerst als Lehnsgut der Münsteraner Bischöfe und später als Sitz eines Ministerialen der Grafen von Tecklenburg wurde Haus Vortlage vom 13. bis ins 17. Jahrhundert von der Adelsfamilie von Münster zu Vortlage bewohnt. Von 1705 bis 1752 war die Anlage im Eigentum der Familie von Grote zu Grotenburg. Bis zur preußischen Übernahme im Jahre 1707 gehörte Lengerich zur Grafschaft Tecklenburg. Haus Vortlage war von 1734 bis 1752 Wohn- und Arbeitssitz des preußischen Landrates Alexander von Grote. Die letzten adeligen Besitzer war die Familie von Blomberg, die das Gut 1830 an die Kaufleute und Fabrikanten Gebrüder Kröner in Lengerich und Amsterdam verkaufte. Nach ihnen folgten die Familien Rickmers und Lochte. Hans Rickmers war der Sohn eines Reeders aus Bremen. Seine Ehefrau war eine Tochter vom nahegelegenen Gut Erpenbeck. Sie heiratete in zweiter Ehe Dr. Max Lochte. Die jüngere Tochter aus dieser Ehe, verheiratete Große-Nordhaus, verkaufte als letzten Erbin das Anwesen an die beiden heutigen Eigentümerinnen.

Gebäude und Ausstattung
Auf der ausgedehnten Hauptinsel steht das im 18. Jahrhundert erbaute und im nachfolgenden Jahrhundert veränderte und umgebaute Herrenhaus. Auffällige Architekturelemente sind das hohe Mansarddach und der Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel und einem ovalen Giebelfenster. Mehrere Anbauten und Ökonomiegebäude stammen hauptsächlich aus dem 19. Jahrhundert, darunter auch ein großzügiger Wintergarten an der Nordseite des Herrenhauses. Die Zufahrt auf die Hauptinsel führt über eine barocke Brückenanlage des 18. Jahrhunderts mit geschwungener Brüstung, Geländerpfeilern mit Pinienzapfen und gequaderten Torpfeilern mit aufgesetzten Vasen, die das Wappen der Besitzer zeigen. Westlich der Hausgräfte dient bis heute eine 1782 errichtete Fachwerkmühle mit ihrem Stauwehr zur Regulierung des Wasserstandes. Im Süden der Hausinsel an der Brücke zur "Garteninsel" haben sich noch die alten Fundamte eines achteckigen Gartenpavillons erhalten.

Art der Grünanlage
Landschaftsgarten

Beschreibung
Beschreibungen oder gar Pläne zur Entstehung und Gestaltung der gärtnerischen Anlagen am Haus Vortlage sind bisher nicht bekannt. Hinter dem Brückentor liegt die gepflasterte Vorfahrt zum Herrenhaus mit einem nach Westen spitz zulaufenden Pflanzbeet. Die Zufahrt mit der Beetanlage und einige der mächtigen alten Bäume sind wohl noch Reste einer landschaftlichen Gestaltung aus dem frühen 19. Jahrhundert. Ob der Landschaftsgarten noch durch die adelige Eigentümer oder erst durch die wohlhabenden bürgerlichen Familien angelegt wurde, ist bisher nicht belegt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Schwerpunkt der gärtnerischen Gestaltung hauptsächlich der westliche und südliche Bereich der Hausinsel. Im Süden führt eine Brücke auf eine als "Garteninsel" bezeichnete, mehr als drei Hektar große Fläche, die bis auf die Nordseite von einer rechteckigen Gräfte begrenzt wird. Vermutlich wurde die "Garteninsel" als ausgedehnter Nutzgarten bewirtschaftet und außerdem noch als von der Gräfte umhegte Viehweide genutzt. Bemerkenswert ist an der Südwestecke der Garteninsel eine kleine Begräbnisinsel, die an ein Motiv großer europäischer Landschaftsgärten (Rousseauinsel in Ermenonville oder Wörlitz) anknüpft. Nach mündlichen Hinweisen ist auf der Begräbnisinsel eine Gruft aus dem frühen 20. Jahrhundert angelegt.

Pflegezustand
Die Gartenanlagen auf der Hausinsel sind teilweise verwildert. Die Garteninsel wird auch heute noch als Obstbaumwiese und als Viehweide genutzt.

Literaturangaben

  • Schumann, Gert (1981): Lengerich in alten Ansichten. Bd. 2. Zaltbommel/NL.
  • Seick, Carsten (1996): Studien zu landschaftlichen Gärten und Parks in Westfalen-Lippe unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen privater Auftraggeber. Münster, Westfälische Wilhelm-Universität Münster, Dissertation, Band 1 - 4, Band 3, Seite 479.
  • Schumann, Gert (1976): Lengerich in alten Ansichten. Zaltbommel/NL.
Externe ID: LWL-GUP00265
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Landgut
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1701
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10030994


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2008: Haus Vortlage
2002: Haus Vortlage
2002: Haus Vortlage
2003: Haus Vortlage
1897: Haus Vortlage