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Grünanlagen in Horstmar
 

Horstmar entwickelte sich während des Mittelalters im Schutze einer Landesburg der Bischöfe aus Münster, die außerhalb des Ortes im Norden lag. Einzigartig für das Münsterland ist der fast quadratische Grundriss der Altstadt, die einst von einem Befestigungssystem aus Doppelwall, Graben, Mauer und Toren umschlossen war. An den strategisch wichtigen Stellen der Befestigung wurden insgesamt acht Burgmannshöfe errichtet. Die adeligen Bewohner hatten großen Einfluss und konnten sogar dem Bischof als Landesherren den Zugang in die Stadt verwehren. Von den vermutlich schon im 11. Jahrhundert gegründeten und hauptsächlich während des 16. Jahrhunderts ausgebauten Burgmannshöfen sind bis heute noch vier erhalten geblieben und prägen zusammen mit der gotischen Kirche und dem alten Rathaus im Ortszentrum und verschiedenen Baudenkmälern das historische Erscheinungsbild des sehenswerten Städtchens.

Externe ID: T-P363L301-20080506-0002
Erfassungsdatum: 06.05.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)

Zugehöriges Objekt

Grünanlagen in Horstmar (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Horstmar, Kath. Kirchengemeinde und Privateigentümer; Bürgerpark am Borchorster Hof öffentlich, alle anderen Anlagen sind privat und nur von außen einsehbar.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; im Ortszentrum von Horstmar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Horstmar entwickelte sich während des Mittelalters im Schutze einer Landesburg der Bischöfe aus Münster, die außerhalb des Ortes im Norden lag. Die bischöfliche Burg wurde bereits 1635 im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Einzigartig für das Münsterland ist der fast quadratische Grundriss der Altstadt, die einst von einem Befestigungssystem aus Doppelwall, Graben, Mauer und Toren umschlossen war. An den strategisch wichtigen Stellen der Befestigung wurden insgesamt acht Burgmannshöfe errichtet. Die adeligen Bewohner hatten großen Einfluss und konnten sogar dem Bischof als Landesherren den Zugang in die Stadt verwehren. Von den vermutlich schon im 11. Jahrhundert gegründeten und hauptsächlich während des 16. Jahrhunderts ausgebauten Burgmannshöfen sind bis heute noch vier erhalten geblieben und prägen zusammen mit der gotischen Kirche und dem alten Rathaus im Ortszentrum und verschiedenen Baudenkmälern das historische Erscheinungsbild des sehenswerten Städtchens.

Gebäude und Ausstattung
Borchorster Hof aus dem 16. Jahrhundert. Merveldter Hof aus dem 16. Jahrhundert. Sendenhof mit Schlosstor aus dem 18. Jahrhundert. Münsterhof aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

Art der Grünanlage
Stadtpark, Hausgärten, Nutzgärten, Wallanlage.

Beschreibung
Bei einem Rundgang durch die Altstadt fallen noch zahlreiche Gärten und Grünanlagen auf, die sich teilweise hinter hohen Mauern verstecken. Im Gegensatz zu vielen traditionsreichen Ortschaften wurden in Horstmar die alten Gartenparzellen meistens nicht überbaut. Häufig noch gut erkennbar zieht sich der Verlauf der alten Befestigungsanlage wie ein grünes Band um die Altstadt. Die Verteidigungsanlagen wurden im 18. und 19. Jahrhundert eingeebnet und in der nachfolgenden Zeit überwiegend als Gartenland genutzt. Im Süden des ältesten Burgmannshofes, dem Borchorster Hof, wurde im alten Garten des Adelssitzes und im Bereich der südwestlichen Eckbastion ein kleiner Bürgerpark angelegt. Die Pflege und Betreuung der öffentlich zugänglichen Grünanlage wird von Mitgliedern des örtlichen Heimatvereins geleistet. Die Gartenanlagen des nächsten Burgmannshofes, dem Merveldter Hof, können nur mit einem Blick über die Einfriedung bestaunt werden. Bei der Restaurierung des Gebäudes haben die Eigentümer vor einigen Jahren auch den Garten nach historischen Vorbildern neu angelegt. Neben dem stimmungsvollen Ziergarten wird der Hof von einer ausgedehnten Obstwiese umgeben. Nördlich vom Merveldter Hof führt ein schmaler Fußweg vorbei an hohen Gartenhecken zur Schloßstraße mit dem Sendenhof. Von hier aus wird der weitere Verlauf des mittelalterlichen Stadtwalls durch eine markante Rotdornallee und mehrere moderne Kreuzwegstationen markiert. Nach kurzem Weg entlang des Stadtwalls fällt an der nordöstlichen Ecke der Altstadt oberhalb des Stadtwalls eine bemerkenswerte Laube aus Hainbuchen auf. Das in Westfalen-Lippe inzwischen nur noch sehr selten erhaltene historische Gartenelement gehörte zum Garten der benachbarten Gerberei und wurde schon im 19. Jahrhundert als Baumlaube für gesellige Zusammenkünfte genutzt. Noch älter sind die Gärten des gegenüberliegenden Drostenkämpchens. Jenseits des Bischofsweges und vorbei am St. Gertrudis Altenwohn- und Pflegeheim werden die von hohen Hecken umschlossenen Gartenparzellen vermutlich schon seit der Zerstörung der fürstbischöflichen Burg im 17. Jahrhundert von Bürgern der Stadt als Nutzgärten bewirtschaftet. Zurück zum Stadtwall gelangt man zum ehemaligen Osttor an der Münsterstrasse. Osttor und Westtor werden seit den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts jeweils durch zwei spätbarocke Torpfeiler markiert, die vorher am Damenstift in Metelen standen. Am Westtor ist nur noch ein Pfeiler erhalten geblieben. Zur Sicherung des Osttores wurde der Münsterhof errichtet. Der Burgmannshof erhielt seinen Namen von der Adelsfamilie von Münster und ist an dieser Stelle bereits seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen. Südlich des Herrenhauses liegt der von einer alten Bruchsteinmauer umgrenzte Garten, der sich in einen gepflegten Ziergarten mit schönen Rosenpflanzungen und Staudenbeeten und einen bewirtschafteten Nutzgartenbereich aufteilt.

Literaturangaben

  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) et al. (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems (regionaler Reiseführer). Münster-Hiltrup, Seite 116 - 119.
Externe ID: LWL-GUP00257
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Garten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Archivauswertung
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: gering - ist einen Besuch vor Ort wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1401 - 1501
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10030924


In Karte anzeigen

2003: Borchorster Hof
2003: Merveldter Hof
2003: Münsterhof
2003:
2003: Stadtwall in Horstmar
2003: Gärten des Drostenkämpchens
2003: Horstmar
1897: Horstmar